Impfen

Impfen ist für HSK-Kreisgesundheitsamt unverzichtbar

Nicht wenige Eltern verweigern für ihre Kinder das Impfen.

Nicht wenige Eltern verweigern für ihre Kinder das Impfen.

Foto: WP-Archiv

Arnsberg/Meschede.  Da es aber in Deutschland noch keine Impfpflicht gibt, reichen auch in Arnsberg die U-Untersuchungen für Anmeldungen im Kindergarten aus.

Für das Kreisgesundheitsamt gibt es keine Alternative zum Impfen, um vor teils gefährlichen, aber oft verharmlosten Krankheiten zu schützen. Mitunter ein Kampf gegen Windmühlenflügel.

Viele Eltern verweigern für ihre Kinder die Impfung

Denn viele Eltern, weiß der Leiter des Kreisgesundheitsamtes Dr. Peter Kleeschulte, verweigern für ihre Kindern die Impfung. Aus den unterschiedlichsten Gründen. Eine Impfpflicht besteht in Deutschland derzeit noch nicht.

Doch Kleeschulte und seine Kollegen in anderen Gesundheitsämtern geben den Einsatz für das Impfen nicht auf. „Wir würden es auf jeden Fall begrüßen, dass für Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten, Kindertagesstätten und Schulen gemäß der Empfehlungen der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut, die die Standards festlegt, geimpft wird.“

Krankheiten können sich rasend schnell verbreiten

Und zwar da, so Dr. Peter Kleeschulte, wo es wichtig und sinnvoll sei. Zum Beispiel gegen Mumps, Masern, Windpocken oder Röteln. Denn in Gemeinschaftseinrichtungen mit den stets „sehr engen Kontakten“ von vielen Menschen könnten Infekte beziehungsweise Viren leicht weitergegeben werden und sich eine solche Erkrankung rasend schnell verbreiten.

Nicht-Geimpfte durch enge Kontakte extrem gefährdet

Verschärft sogar noch durch die Ausweitung der Übermittagbetreuung in Kitas und Schulen, die das Zusammensein noch verlängere.

„Gerade durch diese engen Kontakte sind die Nicht-Geimpften extrem gefährdet.“ Zumal man wissen müsse, dass das alles keine harmlosen Krankheiten seien. „Im Gegenteil, sie sind sogar sehr gefährlich.“

Krankheitsausbrüche können unkontrollierbar werden

Zum Beispiel für an Krebs erkrankte oder andere immungeschwächte Personen. Deshalb sei das Gesundheitsamt verpflichtet, bei einem Ausbruch einer dieser Krankheiten sofort den Impfstand der NutzerInnen der jeweiligen Einrichtungen zu kontrollieren.

„Nicht oder nur unvollständig geimpfte Personen müssen wir dann unverzüglich nach Hause schicken.“ Im anderen Fall könne es zu Krankheitsausbrüchen kommen, „die völlig unkontrolliert ablaufen“.

WHO sieht in der Verweigerung eine ernste Gefahr

Denn, macht Kleeschulte deutlich: „Wo hohe Ansteckungsgefahr besteht, kann man davon ausgehen, dass dann im Umfeld rund 99 Prozent der Personen betroffen sein können.“

In der Verweigerung von Impfungen, sagt der Leiter des Kreisgesundheitsamtes in Meschede, sehe auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine ernste Gefahr für die Weltgesundheit.

„Können tödlich enden“

Und, im Kleinen betrachtet, würden letztlich Eltern die Gesundheit der eigenen Kinder und auch die der direkten Umwelt gefährden. „Denn manche dieser Krankheiten können tödlich enden.“ Oder mit irreparablen Schäden - wie in seltenen Fällen mit Impotenz bei Mumps-Erkrankungen.

„Fehlinformationen in sozialen Medien aufgesessen“

Die Gründe für eine solche Impf-Verweigerungshaltung seien vielschichtig. Es gebe, so Kleeschulte, die klassischen Impfgegner mit oft einer dogmatischen, glaubensähnlichen Haltung, die absolut nicht belehrbar seien. „Zudem gibt es viele Personen, die in den sozialen Medien kursierenden Fehlinformationen zum Thema Impfen aufgesessen sind.“

Daher sei noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten, damit alle Eltern ihren Kindern den entsprechenden Schutz ermöglichen. „Und das ist auch eine unserer Aufgaben als Kreisgesundheitsamt.“

Auch in Arnsberger Kitas reicht derzeit U-Untersuchung

So lange es also noch keine Impfpflicht in Deutschland gibt, müssen bei Anmeldungen von Kindern in Kindertageseinrichtungen im Stadtgebiet Arnsberg natürlich keine entsprechenden Bescheinigungen vorgelegt werden.

„Wir verlangen aber nach den Vorgaben des KIBITZ-Gesetzes den Nachweis der U-Untersuchungen beziehungsweise die Bescheinigung über die Kindergartenfähigkeit,“ sagt Stadtsprecher Elmar Kettler.

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