SPD-Diskussionsrunde

Jugend soll in Elternhaus und Schule bessere Manieren lernen

Teilnehmer der Diskussionsrunde: (von links)Ewald Hille,  Margit Hieronymus,  Dirk Wiese, Thomas Kutschaty, Peter Clemen und  Ralf Bittner.

Teilnehmer der Diskussionsrunde: (von links)Ewald Hille, Margit Hieronymus, Dirk Wiese, Thomas Kutschaty, Peter Clemen und Ralf Bittner.

Foto: Keller

Arnsberg.   Zu einer Diskussionsrunde zum Thema „Verrohung der Gesellschaft“ lud die Sauerländer SPD ein. Auch NRW-Justizminister Thomas Kutschaty war in Hüsten zu Gast.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Zum Thema „Angriffe, Beleidigungen und Bedrohungen - verroht unsere Gesellschaft? Ist die Justiz zu lasch?“ diskutierten auf Einladung der Sauerländer SPD im Hüstener Lokal „Hellmano-Events“ NRW-Justizminister Thomas Kutschaty, der Präsident des Landgerichts Arnsberg, Peter Clemen, der SPD-Fraktionsvorsitzende im Arnsberger Stadtrat, Ralf Bittner, SPD-Landtagskandidatin Margit Hieronymus.. SPD-Unterbezirksvorsitzender und Bundestagsabgeordneter Dirk Wiese moderierte die Diskussionsrunde.

Gehässige Kommentare im Internet

Eine Verrohung der Umgangsformen erzeuge eine Unsicherheit in der Bevölkerung, meinte Justizminister Kutschaty Die Grenze werde oft überschritten, insbesondere bei der Nutzung der sozialen Netzwerke im Internet. Ehrenamtlich arbeitende, die sich für das Gemeinwohl einsetzen, müssten oft solche Angriffe ertragen - aber nicht nur verbale Attacken. Thomas Kutschaty wie auch Landgerichtspräsident Peter Clemen plädierten vor allem für vorbeugende Maßnahmen: Im Elternhaus und Schulen müssten die richtigen Umgangsformen und Toleranz vermittelt werden. Clemens forderte unter anderem Rechtskunde-Unterricht in Schulen einzuführen.

Hier die Problemthemen offen anzusprechen, forderte auch der Justizminister. Auch die Politik müsse präventiv handeln und zum Beispiel mehr Polizeibeamte einstellen. Die Gerichtsbarkeit sei aufgefordert, wirkungsvollere (höhere) Strafen zu verhängen, um auf Verrohung und Gewalt angemessen zu reagieren. Die Gesellschaft zu schützen, sei eine Aufgabe eines Rechtsstaates. Den Umgang des neu gewählten US-Präsidenten mit Richtern und Gerichten bezeichnete Kutschaty als negatives Beispiel. Die Erfahrungen aus Sicht der Polizei steuerte Ralf Bittner, selbst Polizeibeamter, zum Thema bei, der ebenfalls mehr präventive Maßnahmen forderte. Oftmals würden auch „nur mit einem halben Ohr verstandene Dinge“ nach außen getragen, ohne genau auf den Tatbestand zu schauen, monierte Margit Hieronymus die Sachlage aus Sicht einer Rechtsanwältin.

Mehr Straftaten bei Schützenfesten

Gerade bei jüngeren Straftätern sollten auch die sozialen Aspekte des Umfeldes berücksichtigt werden und in die Urteilsfindung einfließen. Vor allem wurde von allen Seiten gefordert, Strafverfahren zu beschleunigen.

Peter Clemen gab noch bekannt, dass auf den Schützenfesten im Sauerland die Zahl der Strafdelikte deutlich angestiegen sei. Er habe mit vielen Menschen zu tun, bei denen sich fehlende soziale Bindungen benachteiligt auswirken.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben