Dekordruck

Arnsberger Traditionsfirma Interprint soll verkauft werden

Blick ins Bruchhausener Stammwerk der Firma Interprint:  Das Unternehmen stellt dekorative Spezialpapiere für die Möbel- und Laminatfußbodenindustrie her.

Blick ins Bruchhausener Stammwerk der Firma Interprint: Das Unternehmen stellt dekorative Spezialpapiere für die Möbel- und Laminatfußbodenindustrie her.

Foto: Interprint

Arnsberg.   Trotz guter wirtschaftlicher Lage findet das Arnsberger Familienunternehmen Interprint keinen Nachfolger. Die Firma soll weiter wachsen.

Die in Neheim ansässige Wrede-Industrieholding will das Unternehmen Interprint verkaufen. Das Dekordruck-Unternehmen befindet sich seit der Gründung vor fast 50 Jahren im Eigentum der Familie Wrede, doch nun fehlt aus der nächsten Familiengeneration ein Nachfolger, der die Firma in die Zukunft führt. In der Weihnachtsfeier der Firma Interprint in der Arnsberger Schützenhalle berichtete Stiftungsvorstand Thomas Wrede vor rund 300 Interprint-Mitarbeitern: „Man sollte niemanden aus einer Familie in eine Rolle zwingen, die er nur aus Pflichtgefühl und Traditionsbewusstsein anzunehmen bereit ist. Das würde am Ende allen schaden.“

Unternehmen arbeitet profitabel

Die Ankündigung des 64-jährigen Thomas Wrede überraschte, denn eine zwingende Notwendigkeit, jetzt einen Käufer zu suchen, besteht nicht. Auf Nachfrage unserer Zeitung sagte Thomas Wrede: „Interprint ist ein seit Jahren profitabel arbeitendes Unternehmen, das auch für die Zukunft hervorragend aufgestellt ist. Wir sind Technologieführer im Digitaldruck.“ Gleichwohl war sich die Familie Wrede einig, nun für eine Nachfolgerregelung einen Investor oder Partner zu suchen. Hierfür wurde eine Unternehmensberatung eingeschaltet.

Die Familie Wrede ließ offen, ob einem Investor alle Gesellschafteranteile oder eine Mehrheit der Gesellschafteranteile (bei gleichzeitiger Minderheitsbeteiligung der Familie Wrede) übertragen werden soll. Derzeit verfügt die Familie Wrede über 100 Prozent der Gesellschafteranteile am Unternehmen Interprint. Schon vor vielen Jahren hatte sich die Familie Wrede aus dem Unternehmen Duropal (später Pfleiderer) sukzessive zurückgezogen, indem die Familie zunächst Anteile verkaufte und sich dann komplett zurückzog.

400 Mitarbeiter in Bruchhausen

Interprint fertigt mit 1300 Mitarbeitern weltweit, davon 400 Beschäftigte am Stammsitz in Bruchhausen, dekorative Oberflächen von Holzwerkstoffen, die zu Möbeln oder Fußböden weiterverarbeitet werden und im Innenausbau zum Einsatz kommen. Die Interprint-Gruppe erwirtschaftete 2017 einen Umsatz von 353 Millionen Euro. „Allein in den vergangenen zehn Jahren hat sich der Umsatz mehr als verdoppelt“, blickt Interprint heute zurück. Neben dem Standort in Bruchhausen fertigt Interprint Dekorflächen in Brasilien, China, Malaysia, Polen, Russland und USA.

In die Weiterentwicklung des Unternehmens wurde jährlich kräftig investiert. „Die aktuellen Investitionen zur Erweiterung der bestehenden Service- und Produktionskapazitäten befinden sich mit insgesamt über 50 Millionen Euro im laufenden und im folgenden Geschäftsjahr auf Rekordniveau“, teilte das Unternehmen mit. Die Investitionen beinhalten zum Beispiel den Bau eines neuen Service Centers in Bruchhausen und Produktionserweiterungen in den USA, Russland und China.

Ziel: Auch künftig auf Wachstumskurs

„Bei der Auswahl eines Investors oder Partners wird für uns oberste Priorität haben, dass der Wachstumskurs weiter fortgesetzt und die Interprint-Gruppe auch in Zukunft weltweit ausgebaut wird“, betonte Thomas Wrede, der bis 2015 Geschäftsführer der Wrede-Industrieholding war.

Blick in die fast 50-jährige Firmengeschichte

  • 1969 hat Paul Wrede, Vater von Thomas Wrede, die Dekordruckerei Interprint gegründet. 1983 gründet Interprint die erste Tochtergesellschaft in den USA. Heute ist Interprint Inc. die Nummer 1 unter Dekordruckern in Nordamerika.

  • 2006 weihte Interprint das neue Gravur- und Designzentrums in Bruchhausen ein

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