Fräulein Kurvig

Jennifer Schröder aus Sundern will Fräulein Kurvig werden

Jennifer Schröder aus Meinkenbracht hat am 1. September in Mönchengladbach die Chance, den Titel „Fräulein Kurvig“ ins Sauerland zu holen.„Natürlich wünsche ich mir, zu gewinnen“, sagt Jennifer.Foto:Privat

Jennifer Schröder aus Meinkenbracht hat am 1. September in Mönchengladbach die Chance, den Titel „Fräulein Kurvig“ ins Sauerland zu holen.„Natürlich wünsche ich mir, zu gewinnen“, sagt Jennifer.Foto:Privat

Sundern-Meinkenbracht.   Jennifer Schröder aus Meinkenbracht steht im Finale des Wettbewerbs „Fräulein Kurvig – Deutschlands schönste Kurven“.

„„Für eine Dicke hast du wirklich ein schönes Gesicht...“ Gibt es eine ungeschicktere Formulierung für ein Kompliment? Solche und ähnliche Sprüche musste sich Jennifer Schröder schon öfter anhören – und als Kind hat sie mächtig ­darunter gelitten.

Doch inzwischen steckt sie derlei Dinge locker weg: Die junge Frau aus Meinkenbracht hat Selbstbewusstsein „getankt“: während eines zweijährigen Aufenthaltes in den USA – und, ganz aktuell, mit Erreichen des Finales im Wettbewerb „Fräulein Kurvig – Deutschlands schönste Kurven“. „Dabei handelt es sich um eine einzigartige Misswahl für Frauen ab Kleidergröße 42“, erklärt Jennifer.

Eher zufällig stieß sie schon 2017 auf dieses Event und beschloss spontan, sich zu bewerben; doch den Castingtermin konnte die Sunderanerin aus privaten Gründen nicht wahrnehmen.

Dreiminütige Präsentation

Auf ein Neues hieß es also 2018 – und dieses Mal lief es gut; sehr gut sogar: Aus etwa 2300 Bewerbern heraus gepickt, wurde Jennifer im Juli nach Düsseldorf eingeladen – zum Casting der 100 Kandidaten für einen Platz im Finale.

„So viele ­tolle Mädels“, schildert die 27-Jährige ihren ersten Eindruck nach Eintreffen in der Landeshauptstadt, „und Männer ­traten auch an – um den Titel ­„Mister Big“.

Beeindruckt war Jennifer, zumal sie keine Model-Erfahrung mitbringt, aber keineswegs eingeschüchtert; im Gegenteil. Ihre Idee für das Kernstück des Castings, eine etwa dreiminütige Präsentation, überzeugte die Jury restlos.

„Ich habe eine Kiste mit der Aufschrift ’Vorsicht, lebende Tiere’ mitgebracht“, berichtet die Fräulein Kurvig-Kandidatin, „drinnen war ein Hase mit einem Porträtfoto von mir – und ihn habe ich dann meine Geschichte erzählen ­lassen: ‘damals in der Häschenschule’.“

Eine Zeit, an die sich Jennifer eigentlich nicht so gerne erinnert. „Ich war schon immer recht kräftig gebaut“,, erzählt sie, „und bin während der Schulzeit häufig gehänselt worden.“ Doch von ihrem Ziel, als Au-pair in die Staaten, ist sie nicht abgewichen; und nach dem Fachabi war es dann soweit: Die damals 19-Jährige ging für zwei Jahre nach Übersee; in den Big Apple.

Eine „neue“ Jennifer

Zurück aus New York kam eine „neue“ Jennifer: „Ich habe mich dort selbst entdeckt“, berichtet sie, „die Amerikaner haben schöne Dinge auch für große Menschen.“ Die junge Frau aus dem Sauerland bekam Komplimente, entwickelte Selbstbewusstsein – und nahm dieses mit in die alte Heimat.

Dort hat sie zwischenzeitlich eine Ausbildung in der Gastronomie absolviert – und ist Mama geworden: Söhnchen Noah ist heute knapp drei Jahre alt. Wie die ganze Familie, wird er am 1. September die Daumen drücken, denn dann wird es „ernst“: Das Finale in Mönchengladbach steht an; als Gala-Event mit elf Konkurrentinnen und jeder Menge prominenter ­Gäste. „Natürlich wünsche ich mir, zu gewinnen“, sagt Jennifer, die aber locker Richtung Niederrhein starten und sich vom Ergebnis überraschen lassen will: „Wenn es sich ergibt, würde ich es natürlich auch einmal als Model versuchen.“ Doch die Weichen Richtung Zukunft sind parallel bereits gestellt: Im Oktober beginnt die Meinkenbrachterin an der FH Südwestfalen in Meschede ihr Studium „Internationales Management“: kurvig, und clever obendrein!

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