Jobcenter

Jobcenter setzt Förderprogramm erfolgreich um

Über das Jobcenter werden Langzeitarbeitslose vermittelt.

Über das Jobcenter werden Langzeitarbeitslose vermittelt.

Foto: Jens Büttner / dpa

Das Bundesförderprogramm zum „Sozialen Arbeitsmarkt“ konnte bisher vom Jobcenter der Stadt Arnsberg erfolgreich umgesetzt werden.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Das Bundesförderprogramm zum „Sozialen Arbeitsmarkt“ konnte bisher vom Jobcenter der Stadt Arnsberg erfolgreich umgesetzt werden. Mit Hilfe erheblicher Lohnkostenzuschüsse des Bundes gelang es dem Jobcenter, bisher 16 Langzeitarbeitslose in eine neue Stelle zu vermitteln. Weitere sechs Stellen will die Stadtverwaltung Arnsberg schaffen, wobei hierfür der endgültige Ratsbeschluss am 2. Juli noch aussteht. Insgesamt stehen dem Arnsberger Jobcenter Bundesfördermittel für 30 bis 35 Stellen zur Verfügung. Der Arbeitgeberservice des Jobcenters bittet daher Betriebe, entsprechende Stellen zur Verfügung zu stellen.

„Es handelt sich um Arbeitsverträge, die auf bis zu fünf Jahre befristet abgeschlossen werden können. In den ersten

beiden Jahren erhält der Arbeitgeber einen Lohnkostenzuschuss von 100 Prozent, im dritten Jahr von 90 Prozent, im vierten Jahr sind es 80 Prozent und im 5. Jahr 70 Prozent“, berichtet Nina Hoffmann, die beim Arbeitgeberservice des Jobcenters Arnsberg das Projekt betreut. Bis auf die Arbeitslosenversicherung, in die nicht eingezahlt wird, werden vom Bund auch die Sozialabgaben übernommen.

2000 Langzeitarbeitslose in Arnsberg

Da es in Arnsberg insgesamt 2000 Langzeitarbeitslose gibt, erscheinen geförderte Arbeitsstellen von 30 bis 35 Langzeitarbeitslose eher wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Doch die Leiterin des Jobcenters, Andreas Welschoff, relativiert im Gespräch mit unserer Zeitung die riesige Differenz zwischen 30 und 2000. „Unter den 2000 Langzeitarbeitslosen erfüllen nur etwa 180 bis 200 Personen die diversen Förderbedingungen. Beispielweise ist es für eine solche Förderstelle erforderlich, dass der Langzeitarbeitslose innerhalb der vergangenen sieben Jahre sechs Jahre SGB-II-Mittel - im Volksmund Hartz IV genannt - bezog“, so Welschoff. Zahlreiche weitere Förderbedingungen kämen dann noch hinzu.

Die Tatsache, dass für Arnsberg nur 30 bis 35 Stellen finanziert werden können, hängt mit der bundesweiten Verteilung der Fördergelder zusammen. Bundesweit stellt der Bund zwar allein bis 2022 für das Gesamtpaket „Sozialer Arbeitsmarkt“ (Gesetz auf soziale Teilhabe mit Wirkung vom 1. Januar 2019) Fördermittel in Höhe von vier Milliarden Euro bis 2022 zur Verfügung, doch in der einzelnen Kommune bleibt dann doch nur noch ein Bruchteil und somit relativ wenig Geld für eine relativ kleine Zahl an Stellen übrig.

Gleichwohl begrüßt das Jobcenter ausdrücklich das Förderprogramm. Denn hinter jedem Langzeitarbeitslosen steht auch ein persönliches Schicksal, dass in früheren Jahren zur Arbeitslosigkeit führte. „Viele Langzeitarbeitslose sind gesundheitlich beeinträchtigt. Ohne das neue Förderprogramm würden sie keinen neuen Job bekommen“, betont Welschoff.

Oft Anlerntätigkeiten in Betrieben

Nina Hoffmann vom Arbeitgeberservice des Jobcenters macht keinen Hehl daraus, dass innerhalb des Förderprogramms Langzeitarbeitslose bisher meistens in Jobs mit Anlerntätigkeiten vermittelt wurden. Dies hängt damit zusammen, dass viele der nun neu Eingestellten viele Jahre keine Berufspraxis mehr hatten. Sie fanden nun Stellen bei Wohlfahrtsverbänden, in der Gastronomie sowie im Handwerk und Einzelhandel. Die Industrie ist bei Stellenangeboten noch unterrepräsentiert. Die Stadtverwaltung Arnsberg denkt bei den geplanten Einstellungen zum Beispiel an Hilfskräfte für Büros sowie für hausmeisterliche und hauswirtschaftliche Tätigkeiten.

Alle durch das Förderprogramm neu Eingestellten werden von einem Jobcoach begleitet. Diese Aufgabe übernimmt beim Jobcenter die Fallmanagerin Sonja Stirnberg. „Die Arbeitsneuaufnahme ist für Langzeitarbeitslose zunächst eine riesige Umstellung im Alltag“, berichtet Stirnberg. Vieles sei neu zu organisieren: Von der Kinderbetreuung bis zum Geldverkehr (eigenverantwortliches Zahlen der Miete / solide Haushaltsführung). Der Jobcoach leiste hier wirksame Unterstützung. Sonja Stirnberg betont aber auch: „Die Langzeitarbeitslosen, die wir vermitteln wollen, sind sehr motiviert, wieder eine Arbeit aufzunehmen. Denn Arbeit ist für sie nicht nur ein Mittel zum Zweck des Geldverdienens, sondern auch sinnstiftend fürs Leben. ,Ich habe endlich wieder eine Aufgabe’, höre ich dann von den Vermittelten.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben