Deutscher Engagementpreis

Jugendcaritas Arnsberg für Engagementpreis nominiert

Auch Fiona Juchem (links) und Luisa Westermann sind im Hospiz-Projekt der Jugendcaritas Arnsberg engagiert. Mit Begeisterung und Freude.

Auch Fiona Juchem (links) und Luisa Westermann sind im Hospiz-Projekt der Jugendcaritas Arnsberg engagiert. Mit Begeisterung und Freude.

Foto: Privat

Arnsberg.  Bereits seit 2011 engagieren sich die Jugendlichen im Alter von 13 bis 22 Jahren mit großem Elan im Hospiz Raphael.

Ehre, wem Ehre gebührt: Die Jugendcaritas Arnsberg ist für den gerade angelaufenen und mit satten 10.000 Euro dotierten Publikumspreis des Deutschen Engagementpreises des Bundesfamilien- und Bundesjugendministeriums vorgeschlagen worden. Als Anerkennung für den langjährigen ehrenamtlichen Einsatz im Hospiz Raphael.

Zwar bedeutet das noch lange nicht den Gewinn des Preises, aber schon allein die Aufnahme in das Teilnehmerfeld löst bei Jugendcaritas-Leiterin Martina Gerdes große Freude aus: „Ich bin einfach stolz, dass das freiwillige Engagement unserer Jugendlichen so bewertet wird.“

Martin Gerdes: „Sie erfahren durch ihr Engagement, was wichtig ist im Leben“

Dies auch, weil die Auswahl des nicht immer einfachen Themas Hospiz für junge Menschen nicht selbstverständlich sei. „Schon allein das ist für mich bewundernswert. Schließlich gibt es gerade in einem Hospiz mitunter Situationen, die nicht so angenehm sind und die den Jugendlichen sehr viel abverlangen.“ Auch an Einfühlungsvermögen. „Aber auf der anderen Seite erfahren sie durch dieses Engagement,“ so Gerdes weiter, „was wichtig ist im Leben“.

Angestoßen wurde das Projekt im Hospiz bereits 2011. Anlässlich der Firmung von rund 100 jungen Menschen im noch alten Pastoralverbund Propstei, blickt die Schreppenbergerin zurück, habe man die Firmlinge gefragt, ob sie bereit seien, sich für andere Menschen zu engagieren. „Und sieben von ihnen waren spontan dabei.“

Doch erstaunlicherweise hätten diese kein Interesse daran gehabt, sich beispielsweise in einem Seniorenheim einzubringen, „sondern ihr einmütiger Wunsch war die Arbeit im Hospiz Raphael, weil sie es aufregend und spannend fanden“.

Die Jugendlichen unterstützen die Hospizarbeit im hauswirtschaftlichem Bereich

Was so vielleicht als „Versuchsballon“ startete, ist nun seit neun Jahren fest im Programm der Jugendcaritas Arnsberg verankert, denn noch immer sind deren Mitglieder im Alter von 13 bis 22 Jahren im Hospiz regelmäßig engagiert, freut sich Martina Gerdes über die Kontinuität, die durch immer wieder nachrückende neue Engagierte auch wohl noch lange fortbestehen wird.

Dabei sei die Unterstützung des Hospiz-Personals, erklärt Martina Gerdes, kein Zuckerschlecken. Denn was die Jugendlichen dort leisten würden, sei sehr beachtlich.

„Das ist praktisch wie ein richtiger Arbeitstag.“ Nämlich immer an den Sonntagen würden diese von 7 bis 13 Uhr sowie von 15 bis 19 Uhr die ihnen im hauswirtschaftlichen Bereich anvertrauten Aufgaben erledigen. „Sie decken unter anderen im Gemeinschaftsraum für die Hospizgäste, die noch beweglich sind, und deren Angehörige den Frühstücks-, Mittags- und Kaffeetisch, helfen beim Kochen, Bügeln und dem Zusammenfalten der Wäsche. Eben alles, was so an Arbeiten anfällt.“

Die Jugendlichen sind für die Hospiz-Gäste oft wie Enkelkinder

Aber nicht nur das. Denn die jungen Leute - „nahezu ausschließlich Mädchen und junge Frauen, denn das Ehrenamt ist ja bekanntlich weiblich“ - würden die Hospiz-Gäste, auch wenn Corona derzeit leider manches unmöglich mache, mit gemeinsamen Spaziergängen, Gottesdienstbesuchen oder Spielen von deren Nöten und dunklen Gedanken ablenken und so Licht und Freude in deren Leben bringen.

„Daraus haben sich schon viele menschlich wunderschöne Geschichten ergeben.“ Auch persönliche Freundschaften. „Denn die Hospiz-Gäste nehmen das Angebot der Jugendcaritas sehr, sehr gut an. Und unsere Jugendlichen sind für sie oft wie Enkelkinder, die sich kümmern.“

Das mitunter sogar mehr, als die richtigen Enkel.

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