Ausstellung in Hüsten

Julian Lehmann aus Sundern stellt in Villa Wesco aus

Die Ausstellung in der Reihe „Kunst in der Villa Wesco“ wird unter dem Titel „Colorful“ am Samstag, 7. September, um 15 Uhr eröffnet. Ein großer Teil der inzwischen entstandenen rund 30 Bilder von Julian Lehmann werden in der Ausstellung gezeigt. Die Ausstellung „Colorful“ ist bis zum 5. Oktober in Hüsten zu sehen

Die Ausstellung in der Reihe „Kunst in der Villa Wesco“ wird unter dem Titel „Colorful“ am Samstag, 7. September, um 15 Uhr eröffnet. Ein großer Teil der inzwischen entstandenen rund 30 Bilder von Julian Lehmann werden in der Ausstellung gezeigt. Die Ausstellung „Colorful“ ist bis zum 5. Oktober in Hüsten zu sehen

Foto: Frank Albrecht / WP Sundern

Hövel/Hüsten.  Der junge Künstler Julian Lehmann aus Sundern hat seinen Weg gefunden. Jetzt stellt er seine Werke in der Villa Wesco aus.

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Von Frank Albrecht


Er liebt es, über seine Kunst und die Idee dorthin zu sprechen und sich auszutauschen. Meinungen zu seinen Arbeiten sind ihm willkommen, ab 7. September, zeigt er seine Werke in der Villa Wesco in Hüsten. Julian Lehmann aus Sundern-Hövel hat seinen Stil gefunden.

Austellung „Colorful“

Bis es soweit war musste er jedoch einige Umwege gehen, um das zu finden, was ihn jetzt zufrieden stimmt. Mit dem Satz „Malen hat mich schon immer fasziniert“ erwartet man gewöhnlich einen älteren Künstler: Julian bringt es gerade mal auf frische 22 Jahre. Unter dem Titel „Colorful“ werden nun seine Werke gezeigt. „Das ist komisch“, sagt Julian Lehmann, „aber an meine Zeit im Kindergarten kann ich mich noch gut erinnern.“ Dort sei er morgens reingekommen, habe sich an den Tisch gesetzt und einfach losgemalt. Jahre später in der Grundschule hatte er dann auch schon den passenden Spitznamen bekommen und wurde von allen nur noch „der Künstler“ genannt.

Viele Umwege

Julian lacht heute darüber, und sein Weg sieht so gradlinig aus. Dabei, das sagt der junge Künstler im Haus seiner Eltern in Sundern-Hövel, sei der Weg nicht ohne Umwege gewesen. Am Franz-Stock-Gymnasium (FSG) wollte er eigentlich den Weg zu seinem Abitur gehen. Seine künstlerische Ader hat ihn dann aber ganz woanders hin verschlagen: Auf dem Bergkloster Bestwig konnte er sich mit den Abiturfächern „Kunst und Gestaltung“ einen Traum erfüllen und hat dort 2018 in den Fächern Kunst, Englisch und Gestaltungstechnik sein Abitur abgelegt. Vielleicht war es das Skizzenbuch vom Großvater, der als Jäger für Julian faszinierende Motive aus Jagd und Natur realistisch gemalt hat – aber bis zum Alter von etwa 14 Jahren hat sich Julian Lehmann immer an eine Richtung in den Bildern gehalten. „Ich habe sehr fotorealistisch gemalt“, erinnert er sich.

Abitur im Bergkloster

Erst mit dem Schulwechsel auf das Bergkloster sei auch der Wechsel in seinem künstlerischen Ausdruck erfolgt. „Ich habe einen anderen Input bekommen und andere Ideen gefunden, was man malen kann“, sagt Julian. Wenn er auch das Handwerk bereits während der realistischen Phase erlernt haben, am Bergkloster habe er noch viele neue Inhalte dazu vermittelt bekommen. Über einen Kunstlehrer am FSG habe es dann auch Kontakt zur Werkstattgalerie „Der Bogen“ gegeben. Im Atelier von Karl-Heinz Hosse habe er malen dürfen und sich mit John Hosse, einem der Söhne, später über die Arbeiten ausgetauscht.

Studium in Köln

Heute studiert Julian Lehmann in Köln visuelle Effekte und 3-D-Annimation, die Filmbranche ist sein Ziel. Nur zwei Tage in der Woche muss er an der Uni persönlich verbringen, die restliche Arbeit kann zuhause gemacht werden. „Da habe ich die Zeit zuhause zu malen“, lacht Julian. Und zwei bis drei Tage in der Woche nimmt er sich dafür die Zeit, oft werde der Pinsel in der Nacht geschwungen: Zwischen 23 und 4 Uhr morgens ist für Julian eine beliebte Mal-Zeit. Weg vom Realistischen folgt Julian heute seiner Leidenschaft zum Abstrakten. „Es ist schon ein langer Prozess, frei und unbeschwert malen zu können“, sagt der Künstler. Ständig stelle auch er sich die Frage, wie weit die Ideen im Kopf auf Leinwand abstrahiert werden dürften. Seine Arbeiten später zu erklären, ist fast schon nicht möglich.

Großformatige Bilder

Wenn sich Julian an ein neues Werk setzt, lässt er den Stift in der Hand über das Papier fahren. Stellt sich mit dem Entwurf eine Zufriedenheit ein, werde dieser auf Leinwand übertragen. Formen und Farben ergeben sich aus einer nicht beschreibbaren Inspiration heraus. Am Ende entsteht ein Bild. „Was ich in meinen Bildern male ist egal, weil es zufällig entstanden ist“, sagt Julian. Ganz und gar nicht egal sind die bunten, leuchtenden und knalligen Farben. Diese würden an die Formen gebracht, beschreibt Julian, mit Ölpastell und Kreide oder in Acryl auf Leinwand werde gearbeitet. Seit drei bis vier Jahren male er vor allem diese großformatigen Bildern, 1 Meter mal 1,5 Meter – das ist seine Vorliebe. Im Haus der Eltern gibt es ein Atelier, in dem schon mehr als 30 Arbeiten entstanden sind, darunter 13 Großformate. Seine Bilder finden nicht nur bei den Eltern und im Freundeskreis Zuspruch: Mit der ersten Ausstellung 2017 in der Volksbank Hüsten seien alle seine dort gezeigten Bilder verkauft worden.

Sein Studium in Köln dauert noch drei Semester, und er will auch im Job noch weiter malen. „Ich fange jetzt erst richtig an“, zwinkert Julian zuversichtlich. Kreativität ist für ihn im Beruf und in der Freizeit wichtig. Und so sind für die nächsten Bilder schon wieder die verschiedenen Zutaten eingeplant – mischen und etwas ausprobieren, das ist der Anspruch für sein Schaffen.

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