Bahnhof Neheim-Hüsten

Kauft die Stadt Arnsberg den Bahnhof Neheim-Hüsten?

Der Bahnhof Neheim

Der Bahnhof Neheim

Foto: Ted Jones

Hüsten.   Im Haus könnte ein Info-Center für Besucher der Stadt entstehen. Der Vorplatz soll für Busse neu gestaltet werden.

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Für die Stadt Arnsberg zeichnet sich die Möglichkeit ab, das Bahnhofsgebäude Neheim-Hüsten zu erwerben. Die Deutsche Bahn hat derzeit zwar noch nicht beschlossen, dass sie das Gebäude verkaufen will, doch die Stadt Arnsberg geht davon aus, dass ihr „kurz- bis mittelfristig das Bahnhofsgebäude im Rahmen des nächsten ,Empfangsgebäudepakets’ angeboten wird“.

Dies geht aus einer Verwaltungsvorlage der Stadt Arnsberg hervor, die die Maßnahmen der Stadt innerhalb des „Integrierten Handlungskonzepts Hüsten“ beschreibt.

Bahnhof spielt für Stadtplaner eine zentrale Rolle

Aus stadtplanerischer Sicht ist das Bahnhofsgebäude Neheim-Hüsten zentraler Bestandteil der Gesamtplanung mit Rathaus, neuer Fußgängerbrücke über die Ruhr zwischen Rathaus und dem Areal nahe Wesco.

Das Rathaus würde dann fußläufig besser an den Bahnhof angeschlossen werden. Zum Integrierten Handlungskonzept gehört dann auch die Neugestaltung des Busbereichs vor dem Bahnhof. Bei einem Erwerb des Bahnhofsgebäudes würde die Stadt auch Eigentümerin des dazugehörigen Bahnhofsvorplatzes.

Noch keine Mittel im Doppelhaushalt 2018/2019

Dies wäre sehr im Interesse der Stadt, denn die Stadt möchte langfristig den Bahnhofsbereich als zentralen Verkehrsverknüpfungspunkt sichern und ausbauen. Im Bahnhofsgebäude sollen Pendler, aber auch Touristen und Besucher Informationen und Serviceleistungen erhalten können.

Nähere Details zu einem möglichen städtischen Nutzungskonzept des Bahnhofsgebäudes Neheim-Hüsten gibt es noch nicht, zumal der Zeitpunkt des Erwerbs noch unklar ist. Im Doppelhaushalt der Stadt Arnsberg für die Jahre 2018/19 sind noch keinen finanziellen Mittel für den Erwerb des Bahnhofsgebäudes amt Vorplatz vorgesehen.

Die Deutsche Bahn hält sich noch bedeckt

Die Deutsche Bahn hält sich zum Zeitpunkt eines möglichen Verkaufs noch bedeckt. Denn in einem möglichen Vertragsabschluss mit der Stadt Arnsberg sind die Interessen des NRW-Bauministeriums, der Deutschen Bahn Station & Service AG, des Forums Bahnflächen sowie der Bahnflächen-Entwicklungs-Gesellschaft (BEG) NRW involviert.

Die Deutsch Bahn bietet Kommunen vorrangig Bahnhofsgebäude zum Kauf an, um Städten die von ihnen gewünschten städtebaulichen und verkehrlichen Entwicklungen in den Bahnhofsbereichen zu ermöglichen.

Empfangsgebäude meist ohne betriebliche Funktion

Einen Großteil ihrer Bahnhofsgebäude hat die Deutsche Bahn bereits verkauft.

„Denn viele dieser Empfangsgebäude haben die eisenbahnbetriebliche Funktion von einst heute nicht mehr“, erklärt die Düsseldorfer Pressestelle der Deutschen Bahn auf die Frage unserer Zeitung, warum die Deutsche Bahn überhaupt so viele Bahnhofsgebäude verkaufen will.

Der Bahnsprecher führt weiter aus: „Fahrkartenausgabe, Gepäck- und Stückgutaufgabe und Expressgutabfertigung wurden durch moderne Dienstleistungssysteme abgelöst.“

Gebäude sind aus heutiger Sicht oft überdimensioniert

Neuzeitliche Bahnbetriebstechnik mache die Präsenz von Bahnhofsvorstand und Bahnhofsarbeitern, die früher auch häufig im Bahnhof wohnten, entbehrlich. „Die meisten der Gebäude sind daher aus heutiger Sicht überdimensioniert und oft nicht wirtschaftlich zu betreiben“, so die DB-Pressestelle.

Die Bahnhofsimmobilien würden daher seit einigen Jahren sukzessive veräußert. An rund 5400 Bahnhöfen betreibe die DB Station & Service AG derzeit noch etwa 800 Empfangsgebäude.

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