Projekt „mitgedacht“

KiJu Neheim thematisiert die Sexualität

Projekt „mitgedacht“ im KiJu Neheim.

Projekt „mitgedacht“ im KiJu Neheim.

Foto: Achim Benke

Neheim.  Im KiJu Neheim werden junge Menschen für das Thema Sexualität, Verhütung und Aids sensibilisiert.

Mit dem Projekt „mitgedacht“ griff das Kinder- und Jugendzentrum (KiJu) in Neheim ein Tabuthema unter den Jugendlichen auf. Die Mitarbeiter des KiJu haben feststellen müssen, dass das Thema Verhütung von Kindern- und Jugendlichen sehr einseitig betrachtet wird.

„Sie machen es sich einfach, ob Mädchen oder Junge. Es gibt doch die Pille. Wenn was passiert, nimmt man die Pille danach“, bestätigt die KiJu-Leitung Christina Schroeder die Aussagen der Jugendlichen. Für sie war das ein wichtiger Hinweis, dass sich die Jugendlichen keine weiteren Gedanken machen, außer: „ich darf nicht schwanger werden und die Pille schützt mich schon.“ Über übertragbare Krankheiten haben die meisten nicht nachgedacht. Schroeder hat sich im Rahmen der Fortbildung als „Pädagogische Medienfachkraft“ mit dem Thema beschäftigt und das Projekt „mitgedacht“ gestartet. Es ist eine Aufklärungskampagne zum Schutz vor Geschlechtskrankheiten und Aids. „Für das Projekt mussten sich die Jugendlichen über ihre Eltern anmelden“. Es waren nur zehn Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren“.

Mit einem Spiel wurden die Jugendlichen an das Thema herangeführt. „Dabei konnten wir einige Mythen der Sexualität klarstellen“, betont Schroeder. Die Teilnehmer besuchen unterschiedliche Schulen von der Förderschule, Hauptschule, Sekundarschule bis zum Gymnasium. „Der unterschiedliche Wissenstand zum Thema war sehr groß, unabhängig vom Alter“, stellte Schroeder fest. Zuerst kam das Wort „Kondom“ sehr schwer über die Lippen, am Ende des Tages war es ganz selbstverständlich. Doch die Fragen der Jugendlichen gaben Schroeder zu denken: „Wird man vom Küssen schwanger“; „Ist man mit zwei Kondomen besser geschützt“, „Ab wann darf ich einen Freund haben“.

Vorbereitung auf Situation

Die Gruppe sprach über Ängste und wie wichtig es ist sich zu schützen. Treue und Umgang mit den sozialen Netzwerken kam zur Sprache. Für Schroeder und Lena Michael, Pädagogische Mitarbeiterin, ist es wichtig einen verantwortlichen Umgang für sich und andere kennenzulernen. Schroeder meint, einige Mädchen haben Ängste, dass sie ihren neuen Freund verlieren, wenn sie seinem Drängen nach mehr Intimität nicht nachkommen. „Darüber haben wir diskutiert, um den Mädchen auf solche Situationen vorzubereiten“, so Schroeder.

Parallel wurde ein Fotoprojekt gestartet, das mit der Kampagne verbunden ist. „Die Gruppe war sehr kreativ. Sie hatten viele Ideen, um das Kondom richtig in Szene zu setzen und es entstanden tolle Plakate“, freut sich Schroeder. Auf einem Bild ist ein Mann mit Zylinder zusehen, sein Kopf ist ein Kondom. Der Slogan: „Ehrenmann… schützt sich und dich.“ Ein anders Bild zeigt einen Schmetterling, auf deren Flügelschmuck sind Kondome. Der Slogan: „Bei Schmetterlingen im Bauch.“ Oder ein Blumenstrauß mit Kondom-Blüten. „Vielen Dank… wie lieb von Dir“.

Nun möchte die KiJu-Leitung die Kampagne „mitgedacht“ öffentlich machen. Dazu fehlen ihnen die finanziellen Mittel. Sponsoren werden gesucht für ihr Konzept. „Wir haben festgestellt, dass es in den Schulen sehr unterschiedliche Sexualaufklärung gibt. Besonders fehlt die Kenntnis, wie man sich vor Krankheiten schützen muss und kann“, betont Schroeder.

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