Tierschutz

Kleines Rehkitz wird nach Hunde-Angriff wieder aufgepäppelt

Sigrid Japes’ Schützling ist inzwischen aus dem Gröbsten heraus, wiegt gut drei Kilogramm – und bereitet sich auf seine „zweite Chance“ im Wald vor. Foto:Privat

Sigrid Japes’ Schützling ist inzwischen aus dem Gröbsten heraus, wiegt gut drei Kilogramm – und bereitet sich auf seine „zweite Chance“ im Wald vor. Foto:Privat

Oeventrop.   Sigrid Japes päppelt derzeit ein Rehkitz auf, das kurz nach seiner Geburt von einem Hund verletzt wurde – und nimmt Hundehalter in die Pflicht.

Kleiner Kerl – großes Pech: Fast unmittelbar nach seiner Geburt ist ein Rehkitz in Meschede-Berge von einem Hund gebissen und sehr schwer verletzt worden.

Doch inzwischen hat sich das Schicksal des Böckchens zum Guten gewendet: In Oeventrop ­kümmert sich Sigrid Japes darum, dass aus dem Findling ein kräftiger „Reh-Mann“ wird – und appelliert gleichzeitig an alle Hundebesitzer, ihre Fellnasen während der Setzzeit der Rehe stets an der Leine zu führen. Ein Appell, den auch die heimische Jägerschaft der Bevölkerung dringend an Herz legt (mehr dazu im Infokasten unten rechts).

Passanten entdecken verlassenes Rehkitz am Straßenrand

Doch zurück nach Oeventrop: Wie wird man denn eigentlich zur ­Ersatz-Mama für ein verlassenes Rehkitz? Sigrid Japes hat diese Aufgabe bereits des Öfteren mit ­Erfolg gemeistert, ihr aktueller Schützling wurde sogar von der Polizei vermittelt.

„Vor etwa vier Wochen haben Passanten das Kitz nahe Meschede-Berge am Straßenrand entdeckt – und kurzer Hand die Polizei gerufen“, erzählt die Oeventroperin. Die Ordnungshüter rückten prompt an, einer der Beamten, ein Bekannter, zückte das Handy und rief an: „Sigrid, wir haben hier einen verletzten Findling...“ „Bring ihn zu mir“, lautete die knappe Antwort – und nur wenig später war das winzige „Not-Fellchen“ bei seiner Retterin angekommen... Die wusste zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht, ob das Kitz wirklich zu retten ist: „Er war gerade erst geboren, wog nur etwa 400 Gramm, und der Hund hatte mindestens zwei Mal zugebissen“, erinnert sich Sigrid Japes. Gemeinsam mit dem Jagdpächter, der eigens vorbei schaute, wurde überlegt: „Was tun?“

Rehkitz heißt nun "Moppes"

„Aufpäppeln!“ lautete nach kurzer Beratung die Devise – und diese scheint von Erfolg gekrönt: Inzwischen ist der Moppes rund drei Kilo schwer und aus dem Gröbsten ‘raus. „Moppes“? „Rehe bekommen keine Namen“, erklärt die Ersatz-Mama, „bei uns werden alle Findlinge so gerufen.“ Es klappt – der Kleine hört auf diesen Ruf; und hat inzwischen auch zu einem regelmäßigen Tagesablauf gefunden. Der sieht wie folgt aus: Schon gegen 6 Uhr morgens bekommt der „Moppes“ seine Milch, danach verlässt er sein Nachtquartier im Stall der Familie Japes und darf im Garten herumtollen.

„Bevor ich zur Arbeit gehe, bringe ich ihn dann zum nahe gelegenen Waldrand, wo er sich ins Gras legt“, berichtet Sigrid Japes. Dort bleibt das putzige Tierchen liegen, bis es wieder abgeholt wird! Da die Pflegemama nicht weit entfernt arbeitet, sieht sie in den Pausen immer mal nach dem Rechten. Nach­mittags geht es dann wieder zurück. „Er muss lernen, draußen zu sein“, erklärt Sigrid Japes. Im Laufe des Sommers wird die Milchversorgung (derzeit sechs Fläschchen pro Tag) mehr und mehr zurückgefahren – rückt der Abschied näher. „Es ist eine Freundschaft auf Zeit“, weiß seine „Mama“, denn:

Moppes wird seine zweite Chance bekommen – im benachbarten Wald oder in einem Wildgehege der Umgebung.

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