Sicherheit in Arnsberg

Kommunaler Ordnungsdienst soll Polizei entlasten

Vandalismus und Verschmutzung auf dem Schulhof der Urbanusschule in Voßwinkel im Winter 2018.

Vandalismus und Verschmutzung auf dem Schulhof der Urbanusschule in Voßwinkel im Winter 2018.

Foto: Privat / WP

Arnsberg.   Die Stadt Arnsberg und die Polizei setzen verstärkt auf eine Ordnungspartnerschaft. Ein kommunaler Ordnungsdienst soll aufgebaut werden.

Die Stadt Arnsberg will verstärkt auf Ordnungspartnerschaften mit den örtlichen Polizeiwachen und auf uniformierte Mitarbeiter des Ordnungsamtes setzen. Inzwischen hat es auch ein erstes von fünf angesetzten „Brennpunktgesprächen“ gegeben. Hier ging es um Probleme am Bremers Park in Neheim mit Sachbeschädigungen, Vermüllung und auch Drogen. Weitere Runden sind demnächst für den Bereich Sauerschule Arnsberg und Grundschule Müggenberg/Rusch angesetzt. Insgesamt wurden rund 20 Brennpunkte im gesamten Stadtgebiet an Schulhöfen, Parks und anderen Treffpunkten ausgemacht.

Uniformierte Kräfte

Helfen sollen uniformierte Kräfte des Ordnungsamtes, die als Auszubildende nun für ihre Aufgaben qualifiziert werden sollen. Eine entsprechende Vorlage im Rat wurde von der Politik einstimmig angenommen. Vorangegangen war ein Antrag von CDU und Grüne. „Es geht uns aber nicht um schwarze Sheriffs, sondern nur darum, dass unsere Mitarbeiter erkennbar sind“, so Bürgermeister Ralf Bittner. Unterstützung sollen sie auch von einer perspektivisch verstärkten Streetworker-Arbeit erfahren.

Der Wachleiter Rudolf Figgen von der Polizei in Arnsberg begrüßt diese Ordnungspartnerschaft, verwies in einem kürzlichen Zusammentreffen mit Vertretern der Verwaltung aber darauf, dass die Polizei für Sicherheitsfragen der erste Ansprechpartner bleibe. Zudem stellte er fest: „Trotz einzelner Problemfelder lebt man in Arnsberg sicher!“.

In vielen Bereichen überschneiden sich die Zuständigkeiten zwischen Ordnungsamt und Polizei. Neben dem täglichen Einsatzgeschehen ist die Polizei auf den großen Veranstaltungen präsent. Demonstrationen, Schützenfeste, Sportveranstaltungen und die Hüstener Kirmes sind ein fester Bestandteil im Kalender der Arnsberger Polizei.

17.350 Einsätze

17.350 Einsätze hatte die Polizei im Jahr 2018 in Arnsberg zu fahren - Tendenz steigend. Im Durchschnitt sind das etwa 50 Einsätze am Tag. Bei etwa jedem fünften Einsatz wird die Polizei zu einer Straftat gerufen. Hierbei machen Diebstahl- und Körperverletzungsdelikte den größten Anteil aus. Der Rest sind zum Beispiel Unfälle oder Gefahrenabwehr.

105 Fälle Häusliche Gewalt

105 Mal wurde die Polizei zu Fällen von Häuslicher Gewalt in Arnsberg gerufen. Hierbei setzen die Beamtinnen und Beamten regelmäßig gegenüber dem Aggressor eine Wohnungsverweisung mit anschließendem Rückkehrverbot durch. Das Rückkehrverbot gilt in der Regel für zehn Tage und wird durch die Polizei kontrolliert.

350 Haftbefehle

350 Personen wurden durch die Polizei aufgrund eines ausgestellten Haftbefehls festgenommen. Gegen die Zahlung eines Strafgeldes wurde ein großer Teil der Personen wieder entlassen. Nicht selten führte der Weg jedoch in eine nahliegende JVA.

4903 Strafdelikte

4903 Strafdelike in Arnsberg wurden der Polizei im Jahr 2018 gemeldet. Das entspricht einem Anstieg im Vergleich zum Vorjahr um über 6 Prozent. Im 5-Jahresvergleich sind dies 1.660 Taten mehr. Die Zahl der Sexualdelikte stieg leicht an, die der Raubdelikte blieb auf Vorjahresniveau.

Zwei vorsätzliche Tötungen

Zwei Menschen wurden in 2018 in Arnsberg vorsätzlich getötet. Beide Täter wurden durch die Polizei festgenommen.

79 Einbrüche

79 Wohnungseinbrüche wurden im vergangenen Jahr in Arnsberg aufgenommen. Im Jahr 2017 waren es noch 122 Fälle gewesen. Zur zielgerichteten Bekämpfung wird seit 2016 in der „dunklen Jahreszeit“ eine Ermittlungskommission (EK) „Einbruch“ eingerichtet. Wie zielführend die Einrichtung der EK ist, zeigte sich bei einer Einbruchsserie in Arnsberg. Ende Januar endete die Serie mit über 50 Taten.

281 Drogen-Fälle

281 Ermittlungen im Bereich von Betäubungsmitteln wurden 2018 in Arnsberg eingeleitet. Ein Erklärungsansatz für die seit einigen Jahren ansteigende Betäubungsmittelkriminalität, so die Polizei, sei auch in den verstärkten Kontrollen und der vermehrten Präsenz der Polizei zu sehen. Bei den Kontrollen werden häufiger Betäubungsmittel aufgefunden. In Fachgesprächen mit Vertretern/-innen der Jugendhilfe wurde festgestellt, so teilte die Verwaltung Ende vergangenen Jahres mit, dass es in Arnsberg ein hohes Maß an Drogenproblematik (auch im öffentlichen Raum) gibt. Daher solle zusammen mit Kooperationspartnern wie der Polizei eine Kampagne angestoßen werden, um den Drogenkonsum einzudämmen.

2756 Verkehrsunfälle

2756 Verkehrsunfälle wurden in Arnsberg von der Polizei im Vorjahr aufgenommen. Das sind 585 mehr als vor fünf Jahren. Dabei wurden zwei Menschen getötet und 284 zum Teil lebensgefährlich verletzt. Leider wurden in Arnsberg bei den Unfällen mit Personenschaden 25 Kinder verletzt. Dies ist zusammengefasst allerdings der niedrigste Stand seit 1975.

385 Unfallfluchten

385 Unfallfluchten mussten bearbeitet werden. Eine unverändert hohe Zahl, die nur mit einem großen Aufwand verfolgt werden kann. Mehr als jede zweite Unfallflucht konnte jedoch aufgeklärt werden.

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