Kunstverein Arnsberg

Kunstverein feiert 30-Jähriges mit Ausstellung „Seinerzeit“

„On Air“ im Lichthaus des Klosters Wedinghausen:Julian Breuer (links) und Jan Engelke hinter den Lautsprechern ihres Kunst-Experiments 87,5, das am heutigen Freitag erstmals offiziell auf Sendung geht. Foto:Torsten Koch

„On Air“ im Lichthaus des Klosters Wedinghausen:Julian Breuer (links) und Jan Engelke hinter den Lautsprechern ihres Kunst-Experiments 87,5, das am heutigen Freitag erstmals offiziell auf Sendung geht. Foto:Torsten Koch

Arnsberg.   30-jähriges Bestehen des Kunstvereins Arnsberg wird mit Ausstellung unter dem Motto „Seinerzeit“ gefeiert. Lichthaus geht zeitgleich „On Air“.

30 Jahre sind eine lange Zeit – vor allem mit Blick auf die Entwicklung moderner Kunst.

30 Jahre Bestehen feiert in diesem Sommer der Kunstverein Arnsberg – er hat diese Entwicklung vor Ort maßgeblich geprägt.

30 Jahre in einer Ausstellung dokumentieren – gar nicht so einfach, weil die Entwicklung moderner Kunst bisweilen rasant verläuft...

Wer am heutigen Freitag die Räumlichkeiten des Kunstvereins am Neumarkt in der Erwartung betritt, Wände und Nischen dort mit Exponaten aller Art aus drei Jahrzehnten „zugepflastert“ vorzufinden, dürfte – nun, vielleicht nicht enttäuscht, aber überrascht sein.

Moderne Kunst – moderne Medien

„Es gibt viel zu sehen, aber es ist nicht auf den ersten Blick sichtbar“, beschreibt Vlado Velkov den Ansatz der Jubiläums-Ausstellung „Seinerzeit“. Geht das?

Es geht, denn moderne Kunst bedient sich ganz selbstverständlich moderner Medien. „Künstlerische Vorstellungskraft mit innovativen Technologien verbinden“, lautet die Devise; soll heißen, das Gemälde hängt nicht an der Wand, sondern offenbart sich dem Betrachter erst nach Aufsetzen einer Brille, die ein wenig an „Puck, die Stubenfliege“ erinnert...

„Virtuelle Realität“ – u.a. erzeugt mittels der Einladungs-Postkarte, die nach Download der App „Artivive“ zur Mini-Galerie mutiert – oder eben „Augmented Reality“ (das Ding mit der Brille) als prägendes Element einer Ausstellung? Mutig – aber auch konsequent; schließlich präge die Bereitschaft, etwas zu riskieren und sich auf unsichere Wege zu begeben, den Charakter des Kunstvereins, wie dessen „Macher“ ausdrücklich betonen.

Über ein paar „Relikte aus älteren Zeiten“ stolpern Besucher aber doch; zum Beispiel Ausgaben der drei vom Verein selbst verlegten ­Bücher zum Thema Kunst (der Trend zum Zweit- oder gar Dritt-Buch ist noch immer nicht völlig out...) oder, gleich hinter der Eingangstür, ein altmodisches Kofferradio!

Brücke zum Lichthaus

Dieser Apparat schlägt auch eine Brücke zum Lichthaus, wo ab dem heutigen Freitag zeitgleich eine weitere, nicht minder innovative Performance präsentiert wird – unter dem knackigen Label „87,5“.

„87,5 ist die Frequenz, mit der das UKW-Frequenzband des öffentlichen Rundfunks beginnt. Auf 87,5 sind alle Radios automatisch eingestellt, wenn sie zum ersten Mal angeschaltet werden. Und 87,5 ist die einzige Frequenz, die kein Radiosender beansprucht“, erklären Julian Breuer und Jan Engelke die Idee hinter ihrem künstlerischen Experiment. Die Frequenz 87,5 wird im Lichthaus zum „öffentlichen Raum an sich“, sagt das Duo. Soll heißen?

Ununterbrochen „On Air“

An einem Tisch mit drei Mikrofonen – die ununterbrochen „On Air“ – sprich, „auf Sendung“ – sind, Schritte und Geräusche, Stimmen (sogar flüsternde) auffangen, entsteht ein sehr spezielles Radioprogramm. Aber Vorsicht: Dessen Aufzeichnung wird live in näherer Umgebung des Lichthauses, auf besagter Frequenz 87,5, gesendet!“

Zur Eröffnung sind die beiden „Tonkünstler“ natürlich persönlich vor Ort, wer eine Botschaft unter’s Volk bringen möchte, kann dann direkt ins Mikro sprechen. Auch während des Kunstsommers im August ist das möglich. Die übrige Zeit wirkt der Raum – hinter weißen ­ Lamellen verborgen – auch ohne Publikumsverkehr anziehend; aber, wie erwähnt: „Passen Sie auf, was sie sagen!“ Und nach Radio Gaga ab zum Sommerfest (siehe unten)...

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