Umwelt

Kuriose Funde bei großer Putzaktion in Arnsberg

Der Ski- und Kanuclub Neheim-Hüsten säubert das Ruhrufer entlang des Radwegs in Richtung R-Café. Hier hat das Hochwasser einiges an Unrat angespült, der achtlos in die Ruhr geworfen wurde.  

Der Ski- und Kanuclub Neheim-Hüsten säubert das Ruhrufer entlang des Radwegs in Richtung R-Café. Hier hat das Hochwasser einiges an Unrat angespült, der achtlos in die Ruhr geworfen wurde.  

Foto: Achim Benke

Arnsberg.   Grablichter, Toilettenschüsseln, Schnapsflaschen: Freiwillige Helfer befreien Wälder, Wiesen und die Ruhr bei „Arnsberg putz(t)munter“ von Müll.

„Arnsberg putz(t) munter“ – diesen Aufruf haben sich viele Gruppen im Stadtgebiet angeschlossen. Die Mitglieder des Forums Wennigloh und der Löschgruppe des Dorfes zum Beispiel. An allen Zufahrtsstraßen zum Bergdorf wiesen große Schilder auf die Aktion hin und baten die Autofahrer um eine langsame Fahrweise. Im Seufzertal durchforsteten die aktiven Wehrleute zusammen mit der Jugendfeuerwehr die Böschung und den angrenzenden Waldbereich.

Mehrere Meter im Hang fand der 12-jährige Maik ein verrostetes Auspuffrohr, wie das Teil dorthin gelangte, ist unerklärlich. Zahleiche blaue Säcke voll mit Einwegmaterial, Getränkedosen und Bierflaschen waren später die Ausbeute. Apropos Bierflaschen: Die Wennigloherin Sylvia Wienecke sammelte zusammen mit Tochter Isabel entlang der Straße „Am Born“ in Richtung Müschede. Die unzähligen Bierflaschen stellten die beiden Frauen an der Straße auf um sie später als „Pfandgut“ besser einsammeln zu können.

„Wir finden an dieser Strecke jedes Wochenende so um die 30 bis 40 Flaschen, die von Fahrzeuginsassen aus den Autos geworfen werden“, ärgert sich Sylvia Wienecke über solch schlechtes Umweltverhalten. Im Abschnitt von Reigern nach Wennigloh waren es kleine Schnapsfläschchen, die zu Unmengen am Straßenrand lagen. „Dieses Jahr sind Jägermeister und Kaffeebecher der große Renner“, weiß Uli Recha, der seit vielen Jahren aktiv bei der Aktion dabei ist.

Szenenwechsel: Auf dem Vorplatz des Arnsberger Waldfriedhofs trafen sich gegen Mittag die Mitglieder des Hegerings, ihre Geländefahrzeuge und Anhänger voll mit Müll und Unrat. Autoreifen, Zimmertüren, Bauschutt sowie ein Klo und ein großer Grill wurden mit vereinten Kräften in den riesigen Container geworfen. Die Helfer hatten entlang der Hellefelder Höhe und des Ochsenkopfes sowie im naheliegenden Wald gesammelt.

Hunderte von ausgebrannten Grablichtern fand ein Trupp im so genannten „Hildebrands Siepen“ oberhalb des Friedhofs. „Die Grablichter sind von Füchsen dort hingebracht worden um das restliche Wachs herauszuholen“, so Andreas Schreiber. Das erkläre auch die dicken Kratzer an den roten Plastikdosen, denn die Tiere würden versuchen, die Grablichter aufzubeißen.

Wein- und Schnapsflaschen im Wald

Auch im Stadtteil Neheim wurde „munter geputzt“. Viele Vereine beteiligten sich dort an der Aktion. Wie der SGV Neheim und der Ski-und Kanuclub Neheim-Hüsten. Der SGV Neheim unter Leitung von Stadtförsterin Petra Trompeter hatte sich ein großes Gebiet vorgenommen. Vom Vereinsheim in der Jahnallee ging es bis zu Kulturzentrum, Heinrich-Klasmeyer-Hütte, Rodelhaus und zurück entlang der Bahnschienen zur SGV-Hütte. Nach gut zwei Stunden traf sich die über zehn köpfige Gruppe wieder.

„Wir mussten die Müllsäcke am Straßenrand stehen lassen, so voll und schwer waren sie“, so Barbara Heimann und Luise Odendorfer. Der meiste Müll bestand aus Wodka-, Wein-, Bierflaschen und viel Verpackungsmaterial von Süßigkeiten.

Am Bahndamm lagen überall Kaffeebecher und an manchen Stellen im Wald mehr als fünf Weinflaschen mit kleinen Schnapsflaschen an einer Stelle. „Es sah aus, als ob es ‚Wine-Meeting-Point‘ im Wald gibt“, sagt Heimann. Aus Erfahrung weiß Stadtförsterin Trompeter: „Große Müllansammlungen sind weniger geworden und liegen nicht mehr tief im Wald. Eher an Waldparkplätzen und Zufahrtstraßen.“ Sie bedaure, dass im Bereich der weiterführenden Schulen der Müll zugenommen habe. Bei den Grundschulen sei das nicht der Fall.

Hochwasser spült Müll ans Ufer

Der Ski- und Kanuclub Neheim-Hüsten nahm sich das Ruhrufer Richtung „R-Café“ vor. „Wir haben sehr viel Müll gefunden, Einkaufswagen, Autoreifen und vieles mehr. Das Hochwasser hat viel auf gespült. Im Wasser liegt noch mehr, auch einige Fahrräder. Aber bei vier Grad Wassertemperatur kann man ohne Ausrüstung nicht hinein“, so Jugendtrainer Dietmar Gorlt.

Er meint, dass man an der Rathausbrücke und Parkplatz mal schnell etwas in der Ruhr entsorgen kann. Gorlt ist als Trainer viel am Fluss und er hat wie Trompeter festgestellt, dass die Menschen schon bewusster geworden sind. „Aber das Bewusstsein könnte noch größer werden“, so Gorlt.

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