Bad-Bilanz 2017

Leichtes Besucher-Minus: Nass erreicht Kapazitätsgrenze

Spaß beim Schwimmen mit kleinen Kindern

Foto: Ted Jones

Spaß beim Schwimmen mit kleinen Kindern

Hüsten.   Das Freizeitbad Nass kann 2017 den Besucherrekord von 2016 nicht brechen. Bei der Gesamt-Gästezahl gibt es ein leichtes Minus

Im Jahr 2017 ging im Hüstener Freizeitbad Nass die Gesamtbesucherzahl leicht zurück. Während 2016 fast 340 000 Leute das Nass nutzten, waren es 2017 mit rund 335 000 Gästen 1,4 Prozent weniger. „2016 hatten wir in der mittlerweile 14-jährigen Geschichte ein Allzeit-Hoch bei den Besucherzahlen erzielt, das Toppen eines solchen Rekorde war 2017 natürlich schwierig“, meint Nass-Geschäftsführer Bernd Löhr. Er verweist auch darauf, dass mit Blick auf die Bad-Infrastruktur bei 340 000 Gästen eine Kapazitätsgrenze erreicht wird. „Wir streben keine überfüllten Bad-Bereiche an“, betont Bernd Löhr.

Besucherrückgang im Erlebnis-/Sportbeckenbereich

Mit dem Rückgang von 7688 Besuchern im Erlebnis- und Sportbeckenbereich verbindet Löhr einige Gründe, auf die das Nass wenig Einfluss habe - wie zum Beispiel aufs Wetter und auf den Umstand, auf welche Wochentage Feiertage fallen. „Wenn wie Anfang 2017 in den höheren Lagen des Sauerlands Schnee liegt, bevorzugen Familien in ihrem Freizeitverhalten eher das Rodeln/Skifahren und weniger das Schwimmen im Bad. In der Osterzeit war es zu warm. Dann unternehmen die Leute lieber draußen etwas. In den Sommerferien blieb die Badgästezahl stabil“, berichtet Löhr und fügt an: „Wenn ein Feiertag wie Allerheiligen im Jahr 2017 mitten in die Herbstferien fällt, ist das für uns nicht günstig.“

Drittstärkste Besucherzahl

Die absolute Zahl von rund 335 000 Gästen in 2017 will Löhr aber auch nicht schlecht reden. Diese Zahl ist in dem seit 2004 bestehenden Freizeitbad die drittbeste Jahresgästezahl. Wer sich die Jahresbilanz 2017 des Nass genau anschaut - auf Anfrage unserer Zeitung gewährte Bernd Löhr Einblick - , erkennt in Detailbereichen erhebliches Wachstum. So stieg die Besucherzahl im Reha-Sport um 11,79 Prozent und im Fitness-Club NassVital um 3,68 Prozent. „Hier wirkt sich deutlich der zweite Kursraum aus, der dem Reha-Sport und auch NassVital seit Ende 2016 zur Verfügung steht. Wir konnten deutlich mehr Angebote machen“, so Löhr.

Positive Entwicklung im Gesundheitsbereich

Der Gesundheitsbereich insgesamt entwickelt sich im Nass sehr positiv. Das Nass erschließt sich auch das Geschäftsfeld „Betriebliches Gesundheitsmanagement“, bei dem Firmen ihren Mitarbeitern Gesundheitskurse wie zum Beispiel Rückenschule oder Stressbewältigung komplett finanziert. Dieser Bereich könnte noch stärker ausgebaut werden, wenn das Gesundheitsbecken gebaut wird, das in einem Nass-Anbau entstehen soll. „Doch bis dieses Becken dort tatsächlich nutzbar ist, könnte es noch bis 2020 dauern, weil solche Bauwerke heute lange Planungszeiten mit Ausschreibungen etc. erfordern.

Investition in Sauna-Bereich

Der Saunabereich des Nass legte bei den Besucherzahlen im Jahr 2017 um 2,07 Prozent zu. „Das ist sehr erfreulich. Wir wollen weiterhin in unseren 5-Sterne-Saunabereich investieren“, so Löhr. Das Nass will in ihrer Sauna-Zone den Gastronomie- und Ruhezonenbereich erweitern. Dieser Anbau im rückwärtigen Saunabereich (vis-a-vis zum Wald) soll gleichzeitig mit dem Bau eines Gesundheitsbeckens und eventuell eines neuen Lehrschwimmbeckens erfolgen. Der Bau eines Lehr-schwimmbeckens am Nass ist aber politisch noch nicht entschieden, weil ein Bau am Nass die Schließung des sanierungsbedürftigen Herdringer Lehrschwimmbeckens bedeuten würde. Sollten zwei neue Becken gebaut sowie der Sauna-Bereich erweitert werden, kostet dies insgesamt mehrere Millionen Euro.

Ticketpreise bleiben 2018 stabil

Das Nass wird 2018 seine Eintrittspreise stabil halten. Auf den manchmal von Bürgern gemachten Vorwurf, die Nass-Tickets seien zu teuer, entgegnet Nass-Geschäftsführer Bernd Löhr mit einem Ergebnis einer 2017 vom Büro Altenburg durchgeführten Betriebsanalyse: „Demnach sind unsere Preise im Preis/Leistungsvergleich mit anderen Bädern in der Umgebung nicht überhöht, sondern im üblichen Rahmen.“

KOMMENTAR von Martin Schwarz

Bad-Erweiterung ist notwendig

Nachdem das Hüstener Freizeitbad von 2013 bis 2016 vier Jahre in Folge seine Gesamtgästezahl steigern konnte, gab es in der Besucherbilanz von 2017 diesmal einen Dämpfer: ein Minus von 1,4 Prozent gegenüber 2016. Für mich ist dies ein Zeichen, dass das Freizeitbad Nass in seiner jetzigen Raumstruktur schwerlich jährlich weitere Besucherrekorde erzielen kann. Wer jedes Jahr mehr Gäste im Nass erwartet, riskiert, dass Besucher irgendwann mal sagen: „Tut mir leid, das ist mir hier zu voll.“ Damit eine solche Erfahrung, die an einzelnen Tagen im Jahr heute schon Realität ist, nicht zum Alltag wird, ist eine neue Raumstruktur notwendig.


Genau richtig ist deshalb der schon seit Langem existierende Plan, für Gesundheitskurse ein neues Becken mit etwa 130 Quadratmetern Wasserfläche als Nass-Anbau vis-a-vis zur Sporthalle Große Wiese zu bauen. Denn wenn Gesundheitskurse in dieses neue Becken verlagert werden können, werden im Erlebnisbad-Becken neue Kapazitäten, insbesondere für Tagesgäste, geschaffen. Ob zusätzlich noch ein Lehrschwimmbecken direkt neben dem neuen Gesundheitsbecken gebaut wird, ist politisch noch nicht entschieden. Denn im Gegenzug würde das sanierungsbedürftige Herdringer Lehrschwimmbecken geschlossen werden. Sollten beide Becken am Nass gebaut werden, kommt auf die Nass GmbH ein abzutragender Kreditbetrag zu, der das Erreichen des wirtschaftlichen Nass-Ziels, ein jährliches Maximal-Defizit von 1,9 Mio. Euro nicht zu überschreiten, erschweren wird.

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