Handwerk

Liebe zum Brot liegt ihr im Blut

Elisabeth Vielhaber ist Jahrgangsbeste bei den Meistern, links neben ihr Joachim Schug von der Signal-Iduna Süd, der ihr die entsprechende Urkunde überreichte.  

Elisabeth Vielhaber ist Jahrgangsbeste bei den Meistern, links neben ihr Joachim Schug von der Signal-Iduna Süd, der ihr die entsprechende Urkunde überreichte.  

Foto: Rittelheim

Stockum/Mannheim.   Die Leistung ist beeindruckend: Elisabeth Vielhaber aus Stockum ist Bäckermeisterin, mit 377 Punkten von 440. Dazu ist sie Jahrgangsbeste.

377 von 400 Punkten hat Elisabeth Vielhaber (27) bei der Meisterprüfung im Bäckerhandwerk bei der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald erreicht. Sie führt damit die Familientradition des Stockumer Betriebes in der siebten Generation fort.

Bei der Meisterfeier bekam Elisabeth Vielhaber auch den Preis der Jahrgangsbesten, denn 377 Punkte konnte sonst keiner der anderen 495 frischgebackenen Meisterinnen und Meister aus 16 Berufen vorweisen. Damit und dem Notendurchschnitt von 1,3 – ermittelt aus der Punktzahl der vier Teile der Meisterprüfung – konnte sie nicht nur die Meisterprüfungskommission, sondern auch die über 1700 Gäste im Mozartsaal des Mannheimer Rosengartens überzeugen.

Joachim Schug, Organisationsdirektor der Signal-Iduna-Versicherungsgruppe Süd, die den Preis der Jahrgangsbesten stiftete, stellte den Gästen die Preisträgerin aus dem fernen Sauerland vor: „Elisabeth Vielhaber hat ihre Leidenschaft über viele Jahre hinweg entwickelt.“ Die Meisterschule in Weinheim besuchte sie wegen der Nähe zum Studienort Karlsruhe.

Lehre daheim gemacht

Nachdem Elisabeth Vielhaber vor genau zehn Jahren die 10. Klasse des Städtischen Gymnasiums in Sundern mit der Note 1,1 verließ und

anschließend zwei Jahre an der Oakham School in England verbrachte, folgte die Lehre zur Bäckerin im Familienbetrieb Eberhard Vielhaber im heimatlichen Sundern.

Parallel absolvierte sie ein Studium im Studiengang „Business and Management Studies“ an der BITS in Iserlohn, welches sie mit Auszeichnung abschloss. Im Anschluss erweiterte die junge Sauerländerin ihre Kenntnisse über den Managementstudiengang in Karlsruhe, um sich zum Master of Arts fortzubilden.

„Und doch brach die Leidenschaft zum Bäcker-Handwerk nicht ab“, erklärte Schug den Gästen. 2016 folgte dann bei Elisabeth Vielhaber der Entschluss, sich zur Bäcker-Meisterprüfung bei der Handwerkskammer Mannheim an der Meisterschule in Weinheim anzumelden.

Andere hatten es schwerer

Das nun vorliegende bravouröse Ergebnis möchte die junge Stockumerin allerdings etwas relativieren: „Ich hatte doch Lernmethode, da haben es andere viel schwerer als ich“, erzählt sie unserer Zeitung. Auch hätte sie immer Zeit gehabt, zu Hause zu üben. „Das ist bei anderen Meisteranwärtern nicht immer der Fall, dass sie so freie Hand haben wie ich“, erzählt sie.

Nun in die Müllermeisterschule

Für die junge Meisterin geht es nun im heimischen Betrieb weiter, wo sie das 200-jährige Bestehen des Betriebes vorbereiten wird. Im September 2019 wird sie dann in Stuttgart die Müllermeisterschule besuchen. Geplanter Eintritt als Nachfolgerin von Vater Eberhard Vielhaber soll dann im Frühjahr 2020 sein.

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