Technik

Liebhaber historischer Zweiräder düsen durch Neheim

Klaus Burchard, Phil Tepel, Carlos Carvalho, Gerd Schulte und Nick Eimermacher sind als Teilnehmer beim Treffen für Liebhaber historischer Zweiräder mit Spaß dabei.

Klaus Burchard, Phil Tepel, Carlos Carvalho, Gerd Schulte und Nick Eimermacher sind als Teilnehmer beim Treffen für Liebhaber historischer Zweiräder mit Spaß dabei.

Foto: Frank Albrecht

Neheim.  Mehrere Generationen, eine Leidenschaft: Besitzer historischer Zweiräder zeigen ihre Schmuckstücke in der Neheimer Innenstadt.

Keine Ölflecken, dafür aber der „Duft“ von Benzin und Zweitakt-Mix: Beim Treffen für Liebhaber historischer Zweiräder in der Neheimer Fußgängerzone gab es einiges zu sehen und zu staunen. Gerd Schulte, Mitglied im Aktiven Neheim und im Automobil- und Motorradclub Arnsberg (AMC), hatte die Idee, zum Auftakt in die Ferien beides zusammen zu bringen: historische Zweiräder und Menschen, die auf ihnen unterwegs sind.

Insgesamt vier Stunden gaben sich Schwalbe, Hercules und Co. ein munteres Stelldichein und begeisterten damit viele Passanten. Klaus Burchard aus Bachum ist noch gar nicht so lange in der Szene aktiv. Seine „Schwalbe“ hat er erst seit eineinhalb Jahren, obwohl er es auch schon als Jugendlicher mit dem motorisierten Zweirad versucht hat. „Ich habe keinen Motorradführerschein, aber die Möglichkeit, mit einer Schwalbe 60 km/h zu fahren, ist verlockend“, sagt der 51-Jährige.

Tüfteln und basteln an den Zweirädern

Und natürlich ist es nicht nur die Geschwindigkeit, die ihn mit großer Freude auf das alte DDR-Motorrad steigen lässt. „Für diese Roller sind noch viele Ersatzteile zu haben“, so Burchard. Die Portale zum Aussuchen von Teilen könne man bequem online ansteuern und schon in drei Tagen habe man die Teile zuhause. Und so einiges lasse sich an der Schwalbe auch selber machen.

Der gelernte Bäcker hat seine Liebe für die alten Zweiräder erst etwas später entdeckt und frönt jetzt seiner Leidenschaft – aber richtig. Schon zum 50. Geburtstag habe er sich mit einem alten Zweirad mit dem gleichen Baujahr wie er selber eine Freude machen wollen. Die technischen Hürden beim Umgang hätten ihn dann aber davon abgeschreckt. So ist es also doch eine Schwalbe „KR 51/2“ geworden, die er in zwischen in sein Herz geschlossen hat.

Als er den Roller vor eineinhalb Jahren gekauft hatte, kannte Burchard noch nicht so viele Gleichgesinnte. „Mich hat dann eines Tages der Fahrer einer Simson an den Straßenrand gewunken“, erinnert sich Burchard. So habe er erstmals von einem Fanclub erfahren, den es in der Nähe gibt. Rund 12 Mitglieder sind inzwischen in der Whats-App-Gruppe „Simson Freunde HSK“, wo reger Austausch herrscht. Rat und Tipps für Reparaturen aller Art und auch eine Tauschbörse für dringend benötigte Ersatzteile, alles läuft via Internet. Dafür habe er sich genau das richtige Gefährt ausgesucht. „Mit einer Schwalbe gibt es schnell Kontakt hier“, freut sich Burchard. Und der sei alles andere als oberflächlich: Regelmäßig jeden Sonntag besteht die Chance auf einen gemeinsamen Ausflug. Von der Möhne aus suche man sich ein verlockendes Ziel, zu dem dann gemeinsam gefahren werde.

Verschiedene Generationen sind auf der Schwalbe unterwegs

Das Hobby ist auch nicht nur etwas für das ältere Semester. „Das ist eine gute Kombination“, sagt Burchard, „hier kommen junge und ältere Fans der alten Technik zusammen!“

Seine Schwalbe fährt Klaus Burchard aber wirklich nur so zum Spaß. Auch wenn der Weg bis zum Arbeitsplatz bei der Bäckerei Vielhaber in Stockum durchaus zu schaffen wäre. Schöner sei es aber, mit dem Hobby auf Tour zu gehen. Dann erfahre er auch immer wieder das Interesse der anderen Menschen, die sich an ihre alten Zeiten mit Mofa oder Mokick erinnern. „Gerade die Menschen aus Ostdeutschland freuen sich, wenn sie jetzt hier im Westen einen Teil ihrer alten Geschichte noch voll funktionsfähig sehen“, sagt der Liebhaber. Und genauso viel Spaß gibt es beim Treffen mit Gleichgesinnten.

Der Austausch über Technik und vor allem die Erinnerungen sind das, was zählt. Für Claudia Stemann aus Ense ist das Treffen in Neheim zudem eine gute Gelegenheit, sich zu informieren. „Wir haben eine alte Vespa Sprint, Baujahr 1977, die leider nicht einwandfrei läuft“, sagt sie. Aber wenn, dann sei es schön die alten Motorengeräusche zu hören. Das sei eine schöne Erinnerung zu einem tollen Retro-Look, so die Passantin.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben