Löschzug Arnsberg

Löschzug Arnsberg sorgt seit 140 Jahren für Sicherheit

Das Organisationsteam „140 Jahre Feuerwehr Arnsberg“.

Das Organisationsteam „140 Jahre Feuerwehr Arnsberg“.

Foto: Wolfgang Becker

Arnsberg.   Die Bevölkerung ist anlässlich des Jubiläums an Christi Himmelfahrt zum „Tag der offenen Tore“ in die Ruhrstraße eingeladen.

Die Freiwillige Feuerwehr im Stadtteil Arnsberg hat allen Grund zum Feiern. Vor 140 Jahren wurde sie gegründet und am Donnerstag, 30. Mai, ist die Bevölkerung zum „Tag der offenen Tore“ am Gerätehaus Ruhrstraße eingeladen.

Ein Rückblick in die vergangenen Jahrhunderte zeigt, dass es bei den großen Stadtbränden kein organisiertes Feuerlöschwesen gab und auch die Wasserversorgung war schlecht.

Zum Trinken genug, zum Löschen zu wenig

Trink- und Brauchwasser wurde aus der Ruhr mit einer von Eseln betriebenen Wasserkunst von „Mengen an der Schlacht“ (Ruhrstraße) hinauf zum Kreuzungsbereich Schlossstraße/Hanstein befördert. Die hölzernen Leitungen verloren unterwegs mehr Wasser als sie transportierten. Zum Trinken genug, zum Löschen zu wenig.

Denn neben Krieg und Seuchen haben zu jeder Zeit Brandunglücke die Stadt heimgesucht und den Einwohnern übel mitgespielt. Alarmwesen und Feuerlöscheinrichtungen waren völlig unzulänglich, das Wasser musste in ledernen Eimern zur Brandstelle geschafft werden.

Erst nur zaghafte Versuche, das Löschwesen zu ordnen

Nach dem großen Stadtbrand von 1600 wurde einige Jahre später in den „Arnsberger Satzungen“ bestimmt, dass „doch die Brandleitern unter das Rathaus gebracht und daselbst verschlossen werden sollen, damit man im Falle der Not derselben mächtig sein könne“.

Trotz dieser zaghaften Versuche, ein geordnetes Löschwesen zu schaffen, kam es in den Folgejahren immer wieder zu Feuersbrünsten, die große Teile der Stadt zerstörten. Bei der Beschießung des Schlosses am 16. November 1762 wurden so 62 Häuser ein Raub der Flammen.

Ein Bürgermeister-Aufruf bringt 1879 die Wende

1827 verabschiedete der Magistrat eine „Feuerlöschordnung“, die namentlich Bürger festlegte, die bei einem Brandausbruch helfen mussten. Die Wende dann im Sommer 1879:

Auf Bestreben von Bürgermeister Max Löcke erging folgender Aufruf im „Centralen Volksblatt“: „Behufs Bildung einer freiwilligen Feuerwehr in hiesiger Stadt hat Herr Bürgermeister Max Löcke zu einer Versammlung im Rathaussaale auf heute, Samstag den 16. August, Abends 7 Uhr, eingeladen.“

120 Bürger melden sich spontan

Spontan meldeten sich 120 Bürger, von denen aber nur 80 aufgenommen werden konnten, „um die städtischen Mittel zur Anschaffung der Bekleidungs- und Ausrüstungsstücke nicht zu sehr in Anspruch zu nehmen“.

Tags darauf berichtet der „Centräler“ von dem großen Interesse der Bürger, und „das man auch hier endlich der Bildung einer Feuerwehr näher getreten ist“. Zum Chef der neuen Wehr wurde Bürgermeister Löcke, zum Hauptmann Dr. med. Höynck gewählt.

Die erste große Herausforderung ist die Katharinenflut

Die erste große Herausforderung meisterte die Feuerwehr bei der Katharinenflut im November 1890, als das Ruhrwasser bis zum Eichholzhang unterhalb der Propsteikirche stand.

Technik und Ausrüstung verbesserten sich immer weiter, im Jubiläumsjahr 1929 bestand der Fuhrpark aus drei Löschzügen mit Automobilspritzen, Mannschaftswagen und einer fahrbaren Leiter mit 12 Metern Steighöhe.

Nach kommunaler Neugliederung heißt es Löschzug

Nach der kommunalen Neugliederung 1975 wurde die Feuerwehr Arnsberg als Löschzug Arnsberg Bestandteil der gesamtstädtischen Wehr, zum hauptamtlichen Wehrführer wurde Max Sturzenhecker ernannt.

Heute, 140 Jahre nach der Gründung, ist der Löschzug Arnsberg zusammen mit den Einheiten aus Breitenbruch und Wennigloh Bestandteil des Basislöschzuges 2 der Feuerwehr der Stadt Arnsberg.

140. Geburtstag wird an Christi Himmelfahrt gefeiert

Der 140. Geburtstag wird Donnerstag, 30. Mai (Christi Himmelfahrt). am Gerätehaus Ruhrstraße gefeiert. Das Organisationsteam der Wehr hat für diesen Tag ein abwechslungsreiches Programm mit Fahrzeugausstellung, Bastelaktionen, Fahrsimulator und Feuerlöschübungsanlage zusammengestellt.

Daneben gibt es Rundfahrten mit historischen Löschfahrzeugen und eine spannende Feuerwehrolympiade für die Kinder.

Mit Teilerlös werden brandverletzte Kinder unterstützt

Aus dem größten Smoker des Sauerlandes werden Pragerschinken, Nackensteaks, Schaschlik-Spieße und sonstige Leckereien serviert, für den süßen Zahn bietet die Cafeteria Kuchen und Waffeln an. Los geht es um 11 Uhr, Ende gegen 19 Uhr. Die Veranstaltung ist auch ein Ziel für Wandergruppen, um den Vatertag ausklingen zu lassen.

Ein Teilerlös der Veranstaltung kommt der bundesweiten Initiative „Paulinchen“ zugute, der gemeinnützige Verein kümmert sich um brandverletzte Kinder und deren Familien. Parkplätze sind auf dem nahen LIDL-Parkplatz vorhanden.

Joe Haffner: Stadtführung zu den großen Stadtbränden

Joe Hafner hat für diesen Tag übrigens eine spannende Stadtführung ausgearbeitet - zu den großen Stadtbränden. Treffen ist um 11 Uhr am Maximilianbrunnen. Dann geht es durch die Altstadt hinunter zum Feuerwehrgerätehaus. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Teilnahme ist kostenlos.

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