Flüchtlinge

Arnsberger Rat unterstützt Seenotrettung im Mittelmeer

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Schwimmwesten symbolisieren die Not der Flüchtlinge im Mittelmeer.

Schwimmwesten symbolisieren die Not der Flüchtlinge im Mittelmeer.

Foto: Kay Nietfeld

Arnsberg/Sundern.   Arnsberger Ratsbeschluss zur Unterstützung der Seenotrettung von Flüchtlingen im Mittelmeer und Initiative Seebrücke als Signale der Solidarität.

Die Städte Arnsberg und Sundern setzen ein Zeichen gegen den Tod durch Ertrinken von hunderten Flüchtlingen im Mittelmeer. Ein Ratsbeschluss in Arnsberg und ein geplanter Flashmob am Mittwoch am Sorpesee sollen zum Ausdruck bringen, dass den Sauerländern das Schicksal der Menschen in Not nicht gleichgültig ist.

"Seebrücke" fordert sicheren Hafen für Flüchtlinge
"Seebrücke" fordert sicheren Hafen für Flüchtlinge

Der Rat der Stadt Arnsberg beschäftigte sich mit einem für ein lokales Parlament nicht alltäglichen Antrag. Gestellt worden war er vom Integrationsrat. Dieser empfahl, dass Rat und Stadt sich der Initiative der Oberbürgermeister der Städte Köln, Düsseldorf und Bonn zur Wiederaufnahme der Seenotrettung im Mittelmeer anschließen sollen. Diese müsse aufrecht erhalten werden, bis eine europäische Lösung für die Aufnahme, die Asylverfahren sowie die Integration oder die Rückführung von Geflüchteten herbeigeführt worden sei. Vor dem Rat erklärte Hans Wulf von Bündnis 90/Grüne den Antrag. „Es ist gut, wenn wir zeigen, dass wir angesichts der Not nicht wegschauen“, sagte er. Verbunden ist die Initiative mit der Bereitschaft, in Not geratene Flüchtlinge grundsätzlich aufzunehmen. „Wir sind in Arnsberg bereit, mehr Flüchtlinge aufzunehmen“, so Wulf.

Nicht alle Ratsmitglieder stimmen zu

Nicht alle Ratsmitglieder in Arnsberg hielten den Antrag für den richtigen Weg. Michael Brüne (CDU) zeigte sich skeptisch. „Der Rat muss sich mit Angelegenheiten der Gemeinde beschäftigen. Wir sind da nicht zuständig“, sagte er und empfahl eher eine Resolution. Die SPD hingegen äußerte klipp und klar, den Antrag zu unterstützen.

Das wollte die AfD nicht. Deren Ratsmitglied Jürgen Antoni sprach zwar von „einem humanitären Problem“, will dies aber allein in den Fluchtherkunftsländern bekämpft wissen. Mit der Seenotrettung der Flüchtlinge würden „Anreize für illegale Flucht nach Deutschland“ gesetzt.

Letztendlich aber sprach sich auch Bürgermeister Ralf Bittner klar für die Annahme des Antrages aus. „Wir setzen damit ein humanitäres Zeichen“, sagte er. Er verwies auf den in der Vergangenheit ausgesprochen gelungenen Weg des helfenden und wertschätzenden Umgangs der Arnsberger mit Flüchtlingen. „Diese Kultur sollten wir uns in der Stadt dringend beibehalten“, so Bittner. Der Antrag des Integrationsrates wurde deutlich mehrheitlich – wenn auch mit Gegenstimmen und Enthaltungen – angenommen.

Aktion „Seebrücke“ in Sundern

Ein farbiges Signal soll am Tag der deutschen Einheit - am Mittwoch um 15 Uhr - auf der Seepromenade in Langscheid gesetzt werden. Dort plant die Initiative „Seebrücke Hochsauerland“ einen Flashmob. Mit der Farbe Orange soll am Sorpesee „ein Zeichen grenzenloser Solidarität mit Menschen auf der Flucht und der Seenotrettung“ gesetzt werden – festgehalten werden soll das in einem beeindruckenden Foto. „Je mehr desto besser und desto deutlicher wird unser Zeichen für sichere Fluchtwege und die Seenotrettung“, schreibt Jörg Rostek für die Veranstalter auf der Facebook-Einladung. Rostek ist auch Geschäftsführer des Kreisverbandes von Bündnis 90/Grüne im Hochsauerlandkreis.

Solidarität gezeigt werden könne durch orangefarbene Kleidungsstücke, Tücher oder Rucksäcke. „Oder gar durch Rettungswesten“, so Rostek. Für diese nämlich soll die Farbe Orange beim Flashmob stehen. Den Organisatoren geht es aber nicht allein um die Rettung. „Statt dass die Grenzen dicht gemacht werden, brauchen wir ein offenes Europa, solidarische Städte und sichere Häfen“, schreiben sie.

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