Klinikum Hochsauerland

Marienhospital Arnsberg hat jetzt einen Abschiedsraum

Das Marienhospital Arnsberg des Klinikums Hochsauerland.

Das Marienhospital Arnsberg des Klinikums Hochsauerland.

Foto: Ted Jones

Arnsberg.   Die Idee dazu stammt vom Förderverein, der sich auch an den Einrichtungskosten in Höhe von 20.000 Euro beteiligt hat.

Das Marienhospital Arnsberg verfügt jetzt - dank Initiative des Fördervereins - über einen Abschiedsraum. „Angehörige und Freunde sollen die Möglichkeit haben, sich angemessen, würdevoll, in Ruhe und abseits vom Klinikbetrieb von ihren Verstorbenen zu verabschieden“, sagt Thomas Neuhaus, Verwaltungsdirektor des Klinikums Hochsauerland.

Dies sei bislang nicht in dieser Weise möglich gewesen, da man in den Krankenzimmern zu großer Hektik ausgesetzt sei. „Und dort muss der Betrieb natürlich weitergehen, da ist es nicht so einfach, Rücksicht zu nehmen.“

Auch Gemeindereferentin hält Raum für notwendig

Auch die Gemeindereferentin des Pastoralen Raumes und Seelsorgerin am Hospital, Grace Konal, hat sich für einen solchen Raum eingesetzt: „Ich habe schon viele Situationen hier erlebt, in denen ein Raum zum Abschied notwendig gewesen wäre. Die Verwandten haben den oder die Verstorbene so erst in der Friedhofskapelle wiedergesehen.“

„Umgebung und Atmosphäre prägen Trauerprozess“

Konal hat an der Umsetzung entscheidend mitgewirkt, Ausstattung und Aussehen der Räumlichkeiten ausgewählt. Die Gestaltung mit Vor- sowie Abschiedsraum sei vor allem symbolischer Natur.

„Die Bilder, die bemalte Tür, der Holzstamm: All dies soll Leben, Auferstehung und Wärme demonstrieren. Denn Umgebung und Atmosphäre prägen den Trauerprozess, deswegen sollten die Motive offen und für jeden zugänglich sein.“

Abschiedsraum kann interreligiös genutzt werden

Flexibilität und Zugänglichkeit sind auch für Bert Hoffmann, Standortleiter des Marienhospitals, wichtige Elemente. „Wir haben hier zwar ein Kreuz im Raum, aber das lässt sich einfach wegnehmen. Damit kann eine interreligiöse Nutzung angemessen erfolgen.“

Auch die Lichtgestaltung sei bewusst und religiös neutral ausgeführt worden: Über der Bahre sind goldene Bilder an der Wand befestigt, die durch Leuchten angestrahlt werden und das goldene Licht auf den Verstorbenen reflektieren.

Der Förderverein hat das Projekt angestoßen

„Mit der Farbe Gold können alle Religionen etwas anfangen. Durch den Schimmer behalten die Trauernden den Anblick des Verstorbenen in guter Erinnerung“, sagt Konal.

Eine wichtige Stellung in der Realisierung des Vorhabens hat der Förderverein „Freunde und Förderer des Krankenhauses – Marienhospital Arnsberg“, der das Projekt angestoßen hat. Dessen 2. Vorsitzende Erika Hahnwald erinnert sich:

Der Förderverein schießt 2000 Euro zu den Kosten zu

„Ich war vor vielen Jahren in einem anderen Standort des heutigen Klinikums und habe dort einen Abschiedsraum gesehen. Seitdem kämpfe ich dafür, dass auch hier in Arnsberg ein entsprechender Ort eingerichtet wird.“

Sie hat gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Fördervereins, Dr. Hartmut Bauer, die Angelegenheit betreut. Der Verein hat auch eine beträchtliche Summe zur Realisierung beigesteuert: „Die Finanzierung erfolgte in der Hauptsache durch das Klinikum, aber der Förderverein konnte dafür 2.000 Euro aufbringen“, so Dr. Bauer.

Lob für Verein: „Auch diese Projekte sind wichtig“

Thomas Neuhaus lobt den Einsatz des Fördervereins: „Er kann gute Dinge ins Rollen bringen, die beim Klinikum selbst aus wirtschaftlicher Sicht oft nicht an oberster Stelle der Planung stehen. Denn auch diese Projekte sind wichtig und müssen immer bedacht werden, und da hilft der Förderverein sehr gut mit.“

Der Abschiedsraum ist im Erdgeschoss des Hospitals zu finden. „Im Krankenhaus haben wir immer Raumknappheit, deswegen war es lange schwierig, einen solchen Ort einzurichten. Da die alte Küche aber leer stand, konnten wir den Platz nutzen, renovieren und das Projekt realisieren“, so Neuhaus.

„Das ist extrem wichtig für den Krankenhausaufenthalt“

„Wir haben durch den Abstand des Abschiedsraumes zum restlichen Krankenhausbetrieb eine physische Distanz geschaffen, die auch eine Lärmabschirmung ermöglicht. Nach meiner Erfahrung ist es für Angehörige angenehmer, sich allein zu verabschieden und die Gefühle in geschütztem Rahmen zuzulassen“, sagt Grace Konal.

Auch der ärztliche Direktor der Arnsberger Standorte des Klinikums, Dr. Martin Bredendiek, stimmt in die Freude ein. „Ein derart gestalteter Ort ist extrem wichtig für den Krankenhausaufenthalt.“

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