Neues Netzwerk

Menschen Wege aus der Einsamkeit aufzeigen

Kampagne - allein oder einsam

In Arnsberg-Neheim ist die Kampagne "Allein oder einsam?" gestartet. Etwa 15 Netzwerkpartner aus dem sozialen Bereich sind daran beteiligt. Ein Gespräch mit Anette Kellermann von der Caritas. Video: Ted Jones

In Arnsberg-Neheim ist die Kampagne "Allein oder einsam?" gestartet. Etwa 15 Netzwerkpartner aus dem sozialen Bereich sind daran beteiligt. Ein Gespräch mit Anette Kellermann von der Caritas. Video: Ted Jones

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Neheim.   Neheimer Johannesgemeinde und Caritas-Verband gründen mit Partnern ein Netzwerk. Service-Nummer für Hilfesuchende eingerichtet

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Wie kann man Menschen helfen, die unter Einsamkeit leiden oder sich in einer speziellen Lebenssituation alleingelassen fühlen? Die Neheimer Johannesgemeinde griff diese Fragestellung auf und startete mit dem Caritas-Verband Arnsberg-Sundern und zahlreichen weiteren Netzwerkpartnern aus dem sozialen Bereich die Kampagne „Allein oder einsam?“. Bei der Caritas wurde die Service-Nummer, Telefon 02932 / 4345835, eingerichtet

Alle Altersklassen sind betroffen

Wer diese Nummer wählt, ist zunächst mit Judith Tillmann aus dem Arnsberger Caritas-Haus verbunden, die dann zu den Caritas-Beraterinnen Annette Kellermann oder Jutta Schlinkmann-Weber weiterverbindet. Im Gespräch mit unserer Zeitung räumte Annette Kellermann mit dem Vorurteil auf, dass es sich bei einsamen Menschen meist um ältere, alleinlebende Senioren (Witwer oder Witwen) handele, die zudem wenig Kontakt zu ihren fernab von Arnsberg wohnenden Kindern hätten. „Diese Gruppe gibt es zwar auch, aber unser Angebot richtet sich an Menschen aus allen Altersklassen. Hier könnte man junge alleinerziehende Mütter nennen oder auch Mütter, die sich um ihre Kinder in einem fremden Umfeld kümmern müssen, weil ihnen noch soziale Kontakte fehlen, nachdem sie in einem Neubaugebiet ein Eigenheim bezogen haben“, berichtet Annette Kellermann.

Neue Perspektiven aufzeigen

Claudia Fischer, Gemeindereferentin in St. Johannes, ergänzt: „Einsam können sich auch Menschen fühlen, die sich täglich um ihre pflegebedürftigen Eltern kümmern und so Kontakte zu Freunden und Bekannten aus zeitlichen Gründen reduzieren.“

Wenn Annette Kellermann am Telefon mit Ratsuchenden spricht, bedeutet dies nicht zwangsläufig die Vermittlung neuer Kontakte zu anderen Menschen. „Ich kann im Gespräch alleinlebenden Menschen auch Impulse geben, alte Interessen neu zu entdecken. Dies kann einem Alleinlebenden neue Perspektiven aufzeigen.“ C.laudia Fischer ergänzt: „Einsamkeit hat viele Ursachen. Bei Immobilität kann schon ein Fahrdienst helfen. In finanziellen Notlagen, in denen das Geld für einfache gesellschaftliche Teilhabe wie einen Café-Besuch fehlt, kann eine Sozialberatung helfen, die Finanzhilfen wie Wohngeld etc. aufzeigt.“

Viele Ursachen für Einsamkeit

Je nach Ursache von Einsamkeit können die Caritas-Mitarbeiterinnen Ratsuchende passgenau an Kooperationspartner des Netzwerks „Allein oder einsam?“ vermitteln. Die Kampagne „Allein oder einsam?“ dient insbesondere dazu, die bestehenden Hilfsangebote mit den Menschen, die sie benötigen, zusammenzubringen.

Annette Kellermann und Claudia Fischer sehen die Kampagne nicht nur aus der Perspektive des Hilfesuchenden, sondern auch als Möglichkeit, neue Helfer/innen zu finden, die sich möglicherweise um einsame Menschen (zum Beispiel in der Nachbarschaft) kümmern. Die Kampagne will für das Thema „Ungewolltes Alleinsein bzw. Einsamkeit“ die Bevölkerung sensibilisieren. Zu diesem Zweck hatten sich Neheimer Prominente für eine Plakatwerbung zur Verfügung gestellt. Motto: „Allein sein ist schön, wenn man es kann, nicht wenn man es muss.“

Auch Hausbesuche möglich

Die Servicenummer von „Allein oder einsam?“ erreicht man unter Telefon 02932/4345835 (werktags von 8 bis 16 Uhr). Hier können sich Hilfesuchende, aber auch Helfer melden. Die Sozialarbeiterin und systemische Beraterin Annette Kellermann, die die Servicenummer „Allein oder einsam?“ betreut, kann Hilfen vermitteln - genau wie ihre ebenfalls zuständige Kollegin Jutta Schlinkmann-Weber. Beide Mitarbeiterinnen machen auch Hausbesuche. Ratsuchende müssen am Telefon nicht ihren Namen sagen.Weitere Infos im Internet unter: www.allein-oder-einsam.de

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