Teilhabe

Miele kündigt Zusammenarbeit mit Arnsberger Caritas

Das Miele-Werk in Hüsten: Hier werden Dunstabzugshauben entwickelt und gefertigt.

Das Miele-Werk in Hüsten: Hier werden Dunstabzugshauben entwickelt und gefertigt.

Foto: Katrin Clemens

Hüsten.   Miele wird ab Juli in Hüsten keine betriebsintegrierten Beschäftigungsplätze mehr haben. Betroffen sind davon 24 Beschäftigte der Caritas.

Schlechte Nachrichten für 24 Beschäftigte der Caritas Arnsberg-Sundern: Miele hat die Zusammenarbeit mit dem Verband zur Jahresmitte gekündigt. Seit 2007 gibt es im Miele-Werk in Hüsten sogenannte betriebsintegrierte Beschäftigungsplätze.

Menschen mit Behinderung sind dort in der Fertigung von Dunstabzugshauben tätig. Doch diese Beschäftigungsplätze fallen in Zukunft weg, Miele beendet die Zusammenarbeit zum 30. Juni.

Caritas sucht Alternativen für Beschäftigte

Das bestätigt Reinhild Portmann, Sprecherin des Gütersloher Konzerns, auf Nachfrage dieser Redaktion. Sie betont, „dass dies ausschließlich interne organisatorische Gründe hatte, also nicht etwa in der Qualität der Arbeitsleistung begründet liegt. Hier gab es keinerlei Beanstandungen.“

Die Beschäftigten waren für die Montage einer bestimmten Stückzahl von Dunstabzugshauben zuständig, wie viele Beschäftigte dies übernahmen, lag in der Disposition des Caritas-Verbands. Nach deren Angaben sind 24 Beschäftigte betroffen.

Für sie würden aktuell „individuell nach ihren Interessen und Wünschen, Alternativangebote auf anderen betriebsintegrierten Beschäftigungsplätzen organisiert“, so Miriam Konietzny, Sprecherin der Caritas Arnsberg-Sundern.

Teilhabe am Arbeitsleben

Mittlerweile gibt es nach Angaben der Caritas 119 betriebsintegrierte Beschäftigungsplätze, von denen 24 auf Miele entfallen. Weitere Plätze gibt es unter anderem bei Trilux, der Stadt Arnsberg, der Agentur für Arbeit und Schulte Duschkabinen.

Ziel der betriebsintegrierten Beschäftigungsplätze ist es, Menschen mit geistigen und psychischen Behinderungen am Arbeitsleben teilhaben zu lassen, über die klassischen Werkstatt-Angebote hinaus.

„Dass diese Ergänzung zum bestehenden Werkstattangebot den Bedürfnissen und Wünschen vieler Menschen mit Behinderung entgegenkommt, steht außer Frage“, heißt es bei der Caritas. Die Erfahrungen zeigten, dass die Kollegen in den beteiligten Betrieben durchaus bereit seien, Verantwortung für Menschen mit Behinderung zu übernehmen.

Gespräche über Wiederaufnahme

Zwar hat Miele den Vertrag erst einmal gekündigt, noch signalisieren beide Seiten aber Interesse und Gesprächsbereitschaft. „Über eine Fortsetzung oder Wiederaufnahme einer Zusammenarbeit auf veränderter Basis werden Gespräche geführt, wobei es hierbei aber ausdrücklich nicht um eine Reduzierung der finanziellen Konditionen geht“, so Miele-Sprecherin Portmann. Die laufenden Gespräche will sie derzeit allerdings nicht weiter kommentieren. Caritas-Sprecherin Konietzny macht deutlich, dass der Verband jederzeit an einer Wiederaufnahme der Zusammenarbeit interessiert sei.

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