Sommer-Exkursion

Mit dem Lehr- und Versuchsforstamt auf den Spuren von Kyrill

Sommer-Exkursion: Kyrill und die Folgen

Eine spannende Sommer-Exkursion, organisiert von unserer Zeitung und dem Lehr- und Versuchsforstamt, haben die Teilnehmer im Arnsberger Wald erlebt.

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Arnsberg.   Eine spannende Führung durch den Arnsberger Wald erlebten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unserer Sommerexkursion.

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„Fragen Sie, was immer Sie wollen. Dumme Fragen gibt es nicht.“ Dazu lädt Günter Damen, Leiter des Lehr- und Versuchsforstamtes „Wald und Holz NRW“, am Wanderparkplatz Kreuzeiche die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der von unserer Zeitung organisierten Sommer-Exkursion in die Tiefen des Arnsberger Waldes ein. Titel: „Kyrill und die Folgen“.

Und in diese Tiefen hinein geht es dann auf verschlungenen Wegen - aufgeteilt auf zwei Bullis der großen Forsteinrichtung. Erste Station das Lehr- und Versuchsrevier Breitenbruch.

Durch das Projekt „Life“ entsteht eine Auenlandschaft

Hier wird im Rahmen des Projektes „Life“ der EU eine vormals von dort naturfremden Fichten bewachsene Fläche rund um die Große Schmalenau, einem Bachlauf, wieder in eine naturnahe Auenlandschaft verwandelt.

Die Chance dazu hat 2007 der verheerende Orkan „Kyrill“ geschaffen, als er mit urtümlicher Gewalt die flachwurzelnden Fichten in diesem feuchten, für diese Baumart ungeeigneten Areal zu Kleinholz macht.

Sommer-Exkursion: Kyrill und die Folgen
Sommer-Exkursion: Kyrill und die Folgen

EU-Zuschlag nach vielfältigen Prüfverfahren

Was für die Forstwirtschaft zur Katastrophe wird, birgt zugleich die Chance zur Renaturierung. Was die Experten des Lehr- und Versuchsforstamtes erkennen - und zu nutzen wissen.

So wirft man aus Obereimer, dem Standort der Forstbehörde, für die Renaturierung der Fläche beim „Life“-Projekt der EU den Hut in den Ring. „Und nach vielfältigen Prüfverfahren haben wir den Zuschlag erhalten,“ so Günter Dame. Und damit zugleich 1,2 Mio. Euro Fördergelder. Auch das Land steuert Mittel in dieser Höhe bei.

Viele typische Tier- und Pflanzenarten wieder heimisch

Inzwischen, freut sich der von seinem Beruf sichtlich begeisterte Forstmann, seien schon beste Erfolge erzielt worden. „Viele für die Auenlandschaft typische Tier- und Pflanzenarten sind hier wieder heimisch.“

„Auch der Schwarzstorch ist hier häufig anzutreffen“

Wie das Bachneunauge, die Groppe oder der schwarze Grabenlaufkäfer, den es sonst nur noch in Bayern gibt. „Auch der Schwarzstorch ist hier häufig anzutreffen.“

Eine spannende Materie. So nutzen die Exkursionsteilnehmer schnell das Angebot, die Fachleute - dabei auch Dr. Bertram Leder als Leiter der Abteilung „Waldbau und Forstvermehrungsgut“ (früher Forstgenbank) - mit Fragen zu löchern.

Intakte Wälder sind „gelebter Hochwasserschutz“

Und erfahren so zum Beispiel, dass eine Auenlandschaft ex­tremen Regenereignissen die Macht nimmt und damit intakte Wälder, wie es Günter Dame formuliert, „gelebter Hochwasserschutz sind“.

Hinein in die Bullis - und in das kurzerhand requirierte Hilfsfahrzeug des Kollegen Ted Jones - zur nächsten Station: der Betriebsfläche Hirschberg. Noch tiefer im Wald.

Kaffee, Kuchen und Gespräche an der „Balzhütte“

Hier stößt Revierförster Carsten Arndt zu der Gruppe, die auf einem eigens mit Schautafeln eingerichteten Pfad unter Führung des Baumexperten Dr. Bertram Leder durch ein Gebiet marschiert, das die Forstleute nach Kyrill sich selbst überlassen haben. Aus Forschungszwecken. Warum, das werden wir noch an anderer Stelle berichten.

Zum Schluss der Exkursion bittet das Versuchs- und Lehrforstamt zu Kaffee, Kuchen und Gespräch. An der „Donner’schen Balzhütte“. Wieder ein Stück tiefer im Wald. Aber auch das ist eine andere Geschichte.

Dicker Applaus für die spannenden Informationen

Fazit: Die Teilnehmer sind begeistert von den ausführlichen, bestens verständlichen Erläuterungen, durch die die vielen Facetten der Forstwirtschaft und die Bedeutung des Waldes auf spannende Weise lebendig werden.

Dafür gibt es für die Forstcrew dicken Applaus. Und den Dank unserer Zeitung für lehrreiche Stunden - und das Mitmachen.

Leser erkunden das Hagener Druckhaus
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