Bundestagswahl 2017

Mit Patrick Sensburg auf Tour in Bruchhausen

Gute Laune beim Rundgang durch Bruchhausen: MdB und Wahlkämpfer Patrick Sensburg und Friedrich Karl Hellmann (CDU-Chef im „Entendorf“) im Gespräch mit dem Bruchhausener Bürger Wilfried Richters (von links).Foto:Torsten Koch

Gute Laune beim Rundgang durch Bruchhausen: MdB und Wahlkämpfer Patrick Sensburg und Friedrich Karl Hellmann (CDU-Chef im „Entendorf“) im Gespräch mit dem Bruchhausener Bürger Wilfried Richters (von links).Foto:Torsten Koch

Arnsberg/Hochsauerlandkreis.   Patrick Sensburg (CDU) setzt im Bundestagswahlkampf auf Hausbesuche. Schon fünf Wochen ist er „auf Tour“ – auch in Bruchhausen.

Patrick Sensburg krempelt die Ärmel hoch – an diesem Mittwoch gleich aus mehreren Gründen: Zum einen ist es heiß, zum anderen gilt es, reichlich schwere Kartons von einem Kofferraum zum anderen zu hieven. Es ist Mittagszeit, der Parkplatz vor dem Hotel „Zur Post“ wirkt verlassen. Nur Dirk Wiese hat den Konkurrenten von seinem Plakat aus genau im Blick. Den SPD-Mann wiederum beäugt „Angie“: Das Konterfei der Kanzlerin lächelt – nicht weit entfernt – von einer Laterne aus ins Sauerland...

Laufarbeit

Nichts Ungewöhnliches dieser Tage, denn es ist Wahlkampfzeit; auch in Bruchhausen, wo ich mich mit dem heimischen Bundestagsabgeordneten der CDU treffe, um ihm ein wenig auf die Finger – oder besser, auf die Füße, zu schauen: Denn Patrick Sensburg setzt beim Werben um des Bürgers Stimme (auch) auf Laufarbeit. Schnell noch ein paar Flyer und Kugelschreiber aus einem der Kartons in einen Stoffbeutel – bedruckt mit dem Bundesadler (!) umgefüllt, schon geht es auf Tour. Ortskundiger Begleiter ist Friedrich Karl Hellmann, CDU-Chef vor Ort.

Für MdB Sensburg ist Wahlkampf von Haustür zu Haustür längst nichts Ungewöhnliches mehr. Schon seit 2009 sucht der Briloner auf diese Art regelmäßig direkten Kontakt zum Wähler – und findet ihn; auch wenn gerade nicht gewählt wird. Von Vorteil ist außerdem, dass kein Veranstaltungsprotokoll den Smalltalk erschwert... Seit gut fünf Wochen verbringt Sensburg drei bis vier von sieben Tagen als „Vertreter in Sachen Politik“ überall im HSK. „Das ist mit sehr wichtig“, betont er. Geschätzte 5000 Haushalte sind inzwischen abgehakt. Nicht gut für die Schuhe, schmunzelt der Abgeordnete mit Blick auf seine leicht ausgelatschten Wahlkampftreter – aber umso besser für das Image.

„Gehen Sie wählen?“

Gleich beim ersten Klingeln gibt es Lob – allerdings für den CDU-Mann mit Heimspiel: „Der Friedrich macht das hier echt gut“, gibt ein Bruchhausener zu Protokoll. Weiter geht’s von Tür zu Tür: „Guten Tag, Patrick Sensburg, ihr heimischer Bundestagsabgeordneter“, stellt sich der „Berliner“ – falls erforderlich – vor. „Geht es Ihnen gut?“, möchte er wissen – oder „Gehen Sie wählen?“ Den meisten Bruchhausenern scheint es gut zu gehen, kritische Töne gibt es so gut wie keine – und wenn doch, kriegen Trump oder Erdogan ihr Fett weg... Liegt das ­vielleicht auch daran, dass der ein oder andere überrascht ist?

Bundespolitiker zum Anfassen, das gibt es ja nicht alle Tage... Fragen oder Feedback ergäben sich schon, berichtet Patrick Sensburg, häufig jedoch zeitlich verzögert und per Brief oder E-Mail. Unter die Gürtellinie gehe die Kritik aber auch dann nur ganz selten, freut sich der Parlamentarier. „Auf dem Dorf kennt halt jeder jeden, da geht man fair miteinander um, sogar über Parteigrenzen ­hinaus“, liefert Friedrich Karl Hellmann eine mögliche Erklärung.

Wahlkämpfer als Briefträger

Eine Stunde später ist der Vorrat an Flyern und Kulis geschmolzen, denn wo niemand daheim ist, betätigt sich der Wahlkämpfer auch als Briefträger – und wird plötzlich vom Nachbargrundstück aus angesprochen. Er sei parteilos und lasse sich gern überzeugen, meint der Anwohner mit Blick auf den Urnengang. „Ich wähle, was gut für mich ist“, schiebt er grinsend hinterher. Ob es Kandidat Sensburg ist? Man wird sehen – am Abend des 24. September.

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