Ehrenamt

Moosfelder Verein hilft Menschen aus ehemaliger Sowjetunion

Filialleiter Ilja Keller überreicht  mit  Tochter Michelle (mittig)  einen Scheck von 1000 Euro  an  Ekatherina Markwart und Paul Fischer.

Foto: Ted Jones

Filialleiter Ilja Keller überreicht mit Tochter Michelle (mittig) einen Scheck von 1000 Euro an Ekatherina Markwart und Paul Fischer. Foto: Ted Jones

Moosfelde.   Der Verein „Kultur- und Integrationszentrum Hoffnung“ setzt sich für Menschen aus der ehemaligen UdSSR ein. Neues Projekt hilft bei Bewerbungen.

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Die Vereinsvorsitzende Ekatherina Markwart hat es sich mit dem Verein „Kultur- und Integrationszentrum Hoffnung“ zur Aufgabe gemacht, Menschen mit einem Migrationshintergrund zu unterstützen. „Die deutsche und russische Mentalität sei sich ähnlich“, sagt Markwart.

Seit 2006 gibt es den Verein. In dieser Zeit haben die Ehrenamtlichen einige Projekte gestemmt. Im Oktober hat der Verein das Programm „Integration plus“ gestartet. 15 Erwachsene bekommen Hilfe bei Fragen zu Bewerbungen, dem deutschen Bildungssystem oder dem Familienbild in Deutschland, sagt die Vereinsvorsitzende.

In Moosfelde seien rund 80 Prozent der Menschen mit einem Migrationshintergrund - viele davon aus der ehemaligen Sowjetunion. Ihnen stehen ehrenamtliche Einheimische und Menschen mit einer Migrationsgeschichte zur Seite. „Wenn man selbst nicht das Gefühl gehabt hat, kann man es nicht verstehen“, beschreibt Markwart die Emotionen mit zwei Nationalitäten groß zu werden.

Weihnachtsfest als Kulturvermittler

In der mittlerweile über zehnjährigen Vereinsgeschichte habe man sich einen guten Ruf erarbeitet und die rund 6000 Aussiedler in der Region wüssten vom Verein. Was den Verein auszeichne seien nicht nur die großen Projekte, sondern tägliche Hilfe, Zusammenkommen und Feste.

Zu Weihnachten gibt es im Integrationszentrum immer eine besondere Feier: Eltern spielen für die Kinder Theater. Es werde gelacht, gespielt und gefeiert. Für die Kinder gebe es natürlich auch Geschenke. Im letzten Jahr habe der Verein Kinder aus den Flüchtlingsunterkünften eingeladen und sie hätten mit ihren Familien mit gefeiert und alle Spaß gehabt. „Wir haben in unserer Familie immer zweimal Weihnachten gefeiert, einmal deutsche Weihnachten und einmal russische Weihnachten“, erzählt Markwart. In Russland ist der heilige Abend am 6. Januar.

Als Sprachlehrerin seien ihr immer die Kinder besonders wichtig. Vier Jahre lang hat der Verein für 70 Kinder Förderunterricht für Grundschüler angeboten. „Das Bildungssystem in Deutschland ist anders als in Russland“, erklärt die Vereinsvorsitzende. Eltern könnten den Kindern nicht immer bei den Schulaufgaben helfen. Ein anderes Projekt fördere bereits im Kindergarten die deutsche Sprache der Kinder.

Dafür braucht es Sponsoren - so wie jetzt die Deutsche Bank. Ilja Keller, Filialdirektor der Deutschen Bank, stammt selbst aus Russland. Er betont, die gute Arbeit des Vereins. Für ihn ist Sprache das wichtigste Mittel zur Integration.

Für jede Altersklasse gibt es Angebote - auch einen Senioren Computerkurs. Paul Fischer, Hausmeister des Vereins, betont die Arbeit neben den Projekten wie Hilfe bei Behördengängen oder der Jobsuche. Markwart erzählt von einem Flüchtling aus Tadschikistan, der nicht mehr als „Hallo“ auf deutsch konnte. „Wir mussten ihm helfen.“

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