Familiendrama

Mutter aus Neheim soll Töchter mit Injektionen getötet haben

Blumen wurden vor der Haustür abgelegt.

Foto: Martin Haselhorst

Blumen wurden vor der Haustür abgelegt. Foto: Martin Haselhorst

Neheim.   Familiendrama in Neheim: Eine 44-jährige Ärztin soll ihre sechs und sieben Jahre alten Töchter und anschließend sich selbst getötet haben.

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Die Leichen einer 44-jährigen Frau und ihrer kleinen Töchter (sechs und sieben Jahre alt) sind am späten Sonntagabend in einer Wohnung in Arnsberg-Neheim gefunden worden. Nach einer Erklärung der Staatsanwaltschaft Arnsberg und der Polizei Dortmund soll die Frau nach ersten Ermittlungen erst ihre Kinder und dann sich selbst getötet haben. "Wir gehen von einem erweiterten Suizid, oder auch Mitnahmesuizid, aus", sagt Staatsanwalt Klaus Neulken im Gespräch mit dieser Redaktion.

Mutmaßlich hätten Injektionen zum Tode der Frau und der beiden Mädchen geführt. Die Art des Giftes wird erst über ein chemisch-toxologisches Gutachten festgestellt. Mit einem Ergebnis ist in den nächsten Tagen laut Staatsanwaltschaft nicht zu rechnen.

Anästhesistin in einem Krankenhaus

Die Mutter der Kinder sei nach Auskunft der Staatsanwaltschaft im medizinischen Bereich tätig gewesen und hätte über das nötige Fachwissen verfügt. Nach Informationen dieser Redaktion soll sie Anästhesistin in einem Krankenhaus der Region gewesen sein. Hier machte das schlimme Geschehen am Montag schnell die Runde und war trauriger Gesprächsstoff.

Möglicher Auslöser der Tat könnte demnach die Angst vor einer bevorstehenden Wegnahme der Kinder sein. Auf Nachfrage dieser Redaktion konnte zum jetzigen Zeitpunkt von Seiten des Jugendamtes der Stadt Arnsberg zu diesen möglichen Hintergründen noch keine Stellungnahme abgegeben werden.

Letzter Kontakt am Freitagvormittag

Nach noch nicht bestätigten Informationen der Redaktion soll die Frau in Trennung gelebt haben. Offenbar habe ihr Mann über das Wochenende vergeblich versucht, die 44-Jährige oder ihre Kinder zu erreichen. Einen letzten Kontakt habe es gegen Freitagvormittag gegeben.

Die örtliche Polizei wurde schließlich am Sonntagabend gerufen und habe mit einem Zweitschlüssel das von zwei Parteien bewohnten Haus in einer kleinen Stichstraße unweit der Neheimer Innenstadt betreten. Die Polizei soll gegen 21 Uhr vor Ort gewesen sein. Die Kriminalpolizei Dortmund hat jetzt die Ermittlungen übernommen.

Große Anteilnahme auf Facebook

Am Tag nach dem grausamen Fund: Die Haustür der Wohnung ist jetzt versiegelt, die Rolladen an den Fenstern sind herunter gelassen. In der Straße nahe eines Seniorenzentrums weist am Montagmorgen nichts darauf hin, was für ein Familiendrama sich hinter den verschlossenen Türen abgespielt haben muss.

Eine erste Berichterstattung hatte auf Facebook große Anteilnahme hervorgerufen. Auch TV-Teams haben sich auf die Spur begeben. Die Arnsberger Staatsanwaltschaft gibt die Informationen mit Rücksicht auf die Angehörigen und deren Privatsphäre sehr zurückhaltend und bedacht heraus.

Anmerkung der Redaktion: Aufgrund der hohen Nachahmerquote berichten wir in der Regel nicht über Suizide oder Suizidversuche, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Wenn Sie selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Selbstmordgedanken leiden oder Sie jemanden kennen, der daran leidet, können Sie sich bei der Telefonseelsorge helfen lassen. Sie erreichen sie telefonisch unter 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt.

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