Kyrill

Wald erobert sich Kyrill-Denkmalfläche zurück

Kyrill Denkmal am Sorpesee

Kyrill Denkmal am Sorpesee

Foto: Ted Jones

Langscheid.   Zunächst schien es 2007 nicht machbar: Eine Kyrillfläche einfach nicht aufzuarbeiten und liegen zu lassen. Genau das passierte dann an der Sorpe.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Ein Denkmal aus besonderem Holz sollte es werden, der Kyrillwald an der Sorpe. Und das ist es auch geworden, denn die Bäume, die am 18. Januar vor zehn Jahren in dem Areal direkt am Sorperandweg umgeworfen wurden, liegen noch heute so: „Nichts wurde verändert“, so Initiator Antonius Becker. Der grüne Politiker hatte schon kurz nach der Naturkatastrophe die Idee, angeregt vom „Lotharpfad“ im Schwarzwald, der 2003 errichtet wurde und an den Sturm Lothar 1999 erinnert, eine Fläche nicht aufzuarbeiten.

Der Forstmeister, auf seinem Wohnareal am Hellefelder Odin und in eigenen Beständen in der Flamke arg betroffen, erinnert sich: „Wir waren

alle traumatisiert durch Kyrill, wollten so schnell wie möglich aufräumen und das Holz verkaufen.“ Er stemmte sich dagegen, um die Möglichkeit zu schaffen, die Wucht des Sturmes auch Jahre später noch zu sehen: „Das geht hier gut: Alles ist in Ostrichtung von Kyrill geworfen worden“, erklärt der Hellefelder auf der errichteten Holzkanzel über dem Denkmal. Man sehe auch, wie die Natur arbeite und die Fläche zurückgewinne: „Dort vorne haben sich auf einem Stubben mehrere Tannen angesiedelt. Die Fichte von fast 40 Metern, die dort außen liegt, zeigt, wie stark Kyrill war.“

Langwierige Diskussion

Für ihn lähmend war damals die Diskussionrichtung: „Da ging es nur

darum, ob man auf den Erlös des Holzes auf dem zwei Hektar großen Arreals verzichten könne“, sagt Antonius Becker. Doch dieses Opfer schien ihm damals eher klein, denn es gab ja Wurfholz im Übermaß. Er sah eher den weiterreichenden Wert, die Erinnerung an die gewaltige Naturkatastrophe, die so vieles im Sauerland verändert habe, zu erhalten: „Die Sparkasse der Waldbauern war weg“, weiß er aus eigener Erfahrung. Und es ging Becker um den touristischen Wert der Fläche. Seine Idee sah anfangs auch eher einen schmalen Steg mitten durch einen Wurffläche vor: „Doch das scheiterte an den Sicherungspflichten, die die Stadt dann gehabt hätte.“

Lotharpfad erleichterte Arbeit

Den Durchbruch erreichte Becker, als er im Rat vom „Lotharpfad“ berichten konnte. Mittel gab es ganz schnell aus dem Topf von „Mythos Wald“, so dass die Kanzel und die Infotafel gebaut werden konnte, später floß dann kein Geld mehr, um eine weitere Plattform am oberen Ende zu bauen.

Neue Generation Wald zu sehen

Positiv findet der Förster des Ruhrverbandes, Arne Heck, die Einrichtung: „Man sieht, wie sich eine neue Generation Wald entwickelt. Es kommen Birken, aber auch die nicht heimischen Hemlock-Tannen, die sich aus einem Nachbarbestand angesiedelt haben, dazu Fichten, Kiefern, Ebereschen und auch Buchen.“ Im Rückblick sagt Heck: „Kyrill und die Zeit danach war für mich einen spannende Periode, in der ich viel gelernt habe, auch über die Entwicklung einer solchen Fläche. Dort wird man an das Chaos erinnert.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben