Prozess

Neheimer bricht bei Vermieter ein und verwüstet Wohnung

Der 41-Jährige hebelt eine Terrassentür auf und gelangt so in die Wohnung seines Vermieters, wo er nach Wertsachen sucht.

Der 41-Jährige hebelt eine Terrassentür auf und gelangt so in die Wohnung seines Vermieters, wo er nach Wertsachen sucht.

Foto: Nicolas Armer / dpa

Arnsberg.  Ein 41-Jähriger steht vor Gericht, nachdem er die Wohnung seines Vermieters verwüstet hat. Der drogenabhängige Neheimer muss in den Entzug.

Mit seinen elf Vorstrafen, darunter mehrere Betäubungsmitteldelikte, sogar einen Raub, für den der 41-jährige Angeklagte aus Neheim in Haft ging, musste er genügend Erfahrung haben, um zu wissen, dass er, falls er bei seinem Wohnungseinbruchsdiebstahl erwischt werde, erneut hinter Gitter gehen würde. Selbst dieses Wissen schreckte ihn im März nicht davon ab, in die Wohnung seines früheren Vermieters einzubrechen, wohlwissend, dass sich dieser im Urlaub befand.

Nach Aufhebeln der Terrassentür drang er in die Parterreräume ein und drehte alles, was nicht niet- und nagelfest war auf den Kopf. Auf der Suche nach Bargeld hinterließ er Chaos. „In der Wohnung sah es aus wie bei einem Messi“, so der ermittelnde Kripobeamte, der DNA-Spuren sichern konnte, die zu dem Angeklagten führten. Dieser war jetzt vor dem Schöffengericht wegen Wohnungseinbruchsdiebstahls angeklagt.

Aufgrund der DNA-Übereinstimmung gab es für den einschlägig vorbestraften Neheimer nicht viel zu leugnen. Er räumte ein: „Geld habe ich nicht gefunden, deshalb habe ich einige Elektrogeräte und andere Gegenstände mitgenommen, die noch alle in einem Versteck sind. Wenn ich mal Zeit habe, gebe ich sie dem Geschädigten zurück“, erklärte er dem Gericht.

Weil der 41-Jährige drogenabhängig ist, wurde ein Gutachten über seine Schuldfähigkeit erstellt. Ein Facharzt für Psychiatrie stellte fest, dass der Angeklagte seit seinem 14. Lebensjahr Drogen konsumiere, von Cannabis über Ecstasy bis hin zu Heroin war alles dabei. Er habe 40 Entgiftungen und vier Entwöhnungstherapien hinder sich, die aber nie zum Erfolg geführt hätten. Er sei aber für seine Tat voll verantwortlich.

Der Gutachter sah jedoch die Notwendigkeit der Unterbringung in einer Entziehungsanstalt. „Ohne eine erfolgreiche Therapie besteht die Gefahr, dass er wieder erhebliche Straftaten begehen wird“, prognostizierte der Facharzt im Prozess.

Entziehung angeordnet

Der Staatsanwalt ging auf die sehr ungünstigen sozialen Verhältnisse in seinem Elternhaus ein, die sich bis heute für den Angeklagten negativ auswirken. Seine Therapiebereitschaft sei ihm hoch anzurechnen, doch die zahlreichen Vorstrafen, darunter sogar ein Raub, und dass er den Einbruch in seiner Bewährungszeit begangen habe, müsse ihm negativ angerechnet werden. Der Staatsanwalt beantragte eine, wie er es nannte, moderate Freiheitsstrafe von drei Jahren und zwei Monaten und die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt.

„Die unumgängliche Freiheitsstrafe sollte zwischen einem und zwei Jahren liegen. Mein Mandant muss unbedingt von seinem Heroinkonsum weg. Ich kenne keinen Menschen, der Heroin genommen hat, der älter als 50 Jahre geworden ist“, mahnte Michael Babilon, sein Verteidiger.

Das Urteil dann des Schöffengerichtes: zwei Jahre und drei Monate Freiheitsstrafe und die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt. „Diese Unterbringung ist eine Zwangsmaßnahme, die allerdings an die Bereitschaft des Angeklagten geknüpft ist“, erklärte der Vorsitzende Richter.

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