Pauluskirche

Neheimer Glocken auf Reise nach Schwerin geschickt

Pfarrer Dr. Udo Arnoldi, Presbyteriumsmitglied Gundl Busse und Küster Werner Geue (von links)  schauen sich eine der ausgebauten Neheimer Glocken näher an.

Pfarrer Dr. Udo Arnoldi, Presbyteriumsmitglied Gundl Busse und Küster Werner Geue (von links) schauen sich eine der ausgebauten Neheimer Glocken näher an.

Foto: Thomas Nitsche

Neheim.   Aus Turm der Pauluskirche wird Geläut entfernt und nach Schwerin gebracht. Neheimer freuen sich über neue Verbindung nach Norddeutschland.

Aus dem Turm der Neheimer Pauluskirche wurde am Mittwochmittag das Glockengeläut entfernt. Ein riesiger Kran hievte problemlos fünf unterschiedlich große Glocken aus der Turm der evangelischen Kirche, die seit 28. Oktober 2018 entwidmet ist. In der Kirche an der Graf-Gottfried-Straße finden keine Gottesdienste mehr statt und daher blieben die Glocken seit 28. Oktober stumm.

„Wir brauchen die Glocken nicht mehr, deshalb konnten sie demontiert werden“, erklärt Pfarrer Dr. Udo Arnoldi den Anlass der Aktion. Die ausgebauten Glocken werden nun zur evangelischen Paulskirche in Schwerin gebracht, denn die dortige Paulsgemeinde benötigt ein neues Glockengeläut für ihre Kirche. Denn von den dortigen drei Eisenhartgussglocken im Kirchturm musste eine Glocke wegen eines Risses schon stillgelegt werden. Das bronzene Fünfer-Geläut aus Neheim soll dann das alte Eisengeläut in Schwerin ersetzen. „Die fünf Bronze-Glocken aus Neheim sollen darüber hinaus durch eine noch zu fertigende große Bronzeglocke ergänzt werden“, berichtet Udo Griwahn, Chef der gleichnamigen norddeutschen Firma für Turmuhren- und Glockengeläutanlagen, die die Demontage der Neheimer Glocken vornahm. Das in der Glockenstuhl-Fassade geschnittene Loch wird wieder geschlossen. Bis die Neheimer Glocken in Schwerin läuten, wird aber wohl noch viel Zeit vergehen. Denn für die Anfertigung der zusätzlichen Bronze-Glocke müssen erstmal noch viele Spenden in Schwerin gesammelt werden.

Glockenexperte vermittelt Kontakt

Pfarrer Arnoldi berichtet, dass der Glockensachverständige der Westfälischen Landeskirche, Claus Peter, den Kontakt zwischen Neheim und Schwerin vermittelte. Denn Peter verfüge bundesweit über Kontakte zu Kirchengemeinden. Arnoldi betont, dass zwischen Neheim und Schweriner Gemeinde eine Vereinbarung getroffen worden sei.

Vereinbarung getroffen

„Die Neheimer Gemeinde schenkt der Schweriner Gemeinde die fünf Glocken. Im Gegenzug übernimmt die Schweriner Gemeinde die im niedrigen fünfstelligen Bereich liegenden Kosten, die mit dem Ausbau (Demontage, Kranaufbau) und Transport nach Schwerin verbunden sind. Auch wenn es noch lange dauern kann, bis die Neheimer Glocken in Schwerin läuten, ist nun eine klare Verbindung zwischen Neheim und Schwerin entstanden“, betont Arnoldi und freut sich über die jetzt schon erfolgte Einladung der Schweriner für den Tag, an die Neheimer Glocken erstmals in Schwerin läuten.

Die Neheimer Glocken sind zwar schon über 50 Jahre alt, aber dennoch im guten Zustand. Alle fünf Bronze-Glocken wiegen zusammen fast zwei Tonnen, die größte Glocke wiegt 640 Kilogramm, die kleinste 180 Kilogramm . Eine Glocke trägt den Aufdruck „Desch“.

>> Zukunft der Pauluskirche ist noch ungewiss

Noch ist nicht entschieden, ob das Gebäude der entwidmeten Pauluskirche erhalten bleibt und dann einer neuen Nutzung zugeführt wird oder ob das Kirchengebäude abgerissen wird und dann auf dem Grundstück zum Beispiel ein Haus für betreutes Wohnen entsteht. „Es ist bisher keine Entscheidung gefallen“, so Pfarrer Arnoldi. Die Kirchengemeinde sei daher weiterhin offen für Gespräche mit möglichen Trägern neuer Nutzungs-Ideen.

Hier findet man eine Fotostrecke zum Glockenausbau:

https://www.wp.de/staedte/neheim-huesten/fast-zwei-tonnen-bronze-wurde-verladen-id226151793.html

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