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Neheimer Markt: Das steckt hinter der „Lower-Carb-Kartoffel“

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Hans-Joachim Redix verkauft auf dem Neheimer Wochenmarkt von nun an seine kalorien- und kohlenhydratreduzierte Kartoffel.

Hans-Joachim Redix verkauft auf dem Neheimer Wochenmarkt von nun an seine kalorien- und kohlenhydratreduzierte Kartoffel.

Foto: Livia Krimpebein / WP

Neheim/Holzwickede.  Eine Kartoffel mit wenig Kalorien und Kohlehydraten? Das geht! Auf dem Neheimer Wochenmarkt verkauft Landwirt Redix das Produkt – mit einem Ziel.

Sie ist nicht „blau-lila-verfärbt oder so“. Im Gegenteil, Hans-Joachim RedixKartoffel sieht stinknormal aus. Von außen wie von innen.

Und doch unterscheidet sie sich von den anderen Erdäpfeln, die der Holzwickeder Landwirt hier auf dem Neheimer Wochenmarkt verkauft: etwa 30 Prozent weniger Kohlenhydrate und damit auch Kalorien hat die „Montana“.

Sie ist festkochend, nur etwas teurer als die herkömmliche und eignet sich besonders, um neue Zielgruppen anzusprechen, wie Redix erklärt. Hier auf dem Markt in Neheim will der Bauer sich – auch mithilfe seiner besonderen Kartoffel – einen Namen machen.

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Hof Redix verkauft kalorienarme Kartoffel auf dem Neheimer Wochenmarkt

„Diese Kartoffel eignet sich natürlich besonders für Diabetiker oder Menschen, die eine Low-Carb-Ernährung verfolgen“, erklärt Redix. Am Mittwochmorgen ist er das erste Mal mit seiner kalorienreduzierten Kartoffel auf dem Wochenmarkt vor dem Neheimer Dom.

Sein Hof ist hier seit nun gut einem halben Jahr vertreten. Das Besondere: Redix hat ein weites Angebot an verschiedensten Kartoffeln, die (fast) alle aus eigener Ernte sind. So auch die Kartoffel mit weniger Kalorien – „Lower Carb Kartoffel“, sagt Redix scherzhaft. Denn der Begriff „Low-Carb“ ist geschützt.

„Aber Naturprodukte machen nun einmal, was sie wollen“, erklärt er lachend. „Low-Carb-Produkte müssen mindestens ein Drittel weniger Kohlenhydrate haben. Bei meinen Kartoffeln können es mal 25 und mal 35 Prozent sein.“ Das sei aber ganz normal.

Frischen Wind in ein „altes“ Produkt bringen

Aber wie kam Redix überhaupt zu der „Lower-Carb-Kartoffel“, die er schon im vergangenen Jahr auf anderen Märkten verkaufte? Und wie erfolgt der Anbau? In einer Fachzeitschrift hatte Redix das erste Mal von der Kartoffelsorte gehört, die ein großer Pflanzenzüchter herausgezüchtet hatte.

„Bei so einem, ich sage mal, altbackenen Produkt, tut ein wenig frischer, jugendlicher Wind ja auch mal gut“, erklärt der Landwirt. So wolle er seine Zielgruppe erweitern, neues Publikum ansprechen und seinen Service erweitern.

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Sein Plan scheint aufzugehen: Viele Diabetiker aus seiner Kundschaft hätten ihm schon berichtet, dass sie beim Messen deutliche Unterschiede feststellen konnten. Und das ganz ohne Geschmackseinbußen. „Die Fleischfarbe ist auch tiefgelb“, sagt Redix, während er eine der Montana-Kartoffeln aufschneidet.

Ein Unterschied zu den nebenliegenden „normalen“ Kartoffeln? Kaum zu erkennen.

Anbau stellt Anforderungen an Landwirte

Dafür im Anbau: Die Zucht sei etwas anspruchsvoller, die Anforderungen an ihn als Landwirt höher. „Mit einigen kleineren Stellschrauben sorgen wir dafür, dass die Stärke sich nicht in der Kartoffel einlagert“, erklärt er.

So dürfe der Boden kein Überangebot an Nährstoffen haben, dies müsse verhindert werden. Im Herbst schließlich wurden die Kartoffeln, die es am Mittwoch das erste Mal in Neheim zu kaufen gab, geerntet. „Danach mussten sie noch eine gewisse Zeit ruhen.“ Auch das ist für viele herkömmliche Sorten ganz normal.

Verarbeitung und Resonanz

So weit, so gut. Und wie sieht es mit der Verarbeitung aus? „Es ist eine festkochende Sorte“, sagt Redix. „Die eignen sich für Brat-, Pell- und Salzkartoffeln besonders. Ob man die kalorienarme oder die kalorienreiche Kartoffel nutzt, macht keinen Unterschied.“

Wer sich davon überzeugen will, wird das Produkt nun regelmäßig auf dem Wochenmarkt finden. Erste Resonanz hat Redix auch schon vorzuweisen. Die ist unterschiedlich. „Manche sagen, sie kaufen die Kartoffel ja gerade wegen der Kohlenhydrate“, sagt er lachend. Andere wiederum seien sehr interessiert.

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Atmosphäre auf dem Neheimer Wochenmarkt überzeugt

Preislich liegt die Lower-Carb-Kartoffel nur etwas über herkömmlichen Produkten. Ein Kilogramm kostet 2,40 Euro bei Redix, statt 2 Euro, wie „die normalen“. Zukunft sieht der Landwirt für sein Produkt auf jeden Fall. Genauso übrigens auch für seinen Standort auf dem Neheimer Wochenmarkt.

„Der Veranstalter ist klasse, die Kollegen und Kunden haben meinen Stand super angenommen. Es ist wunderschön hier“, schwärmt er.

Wie jetzt die kalorien- und kohlehydratreduzierte Kartoffel hier ankommt, wird sich zeigen.

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