Kommunalpolitik

Neheimer Mitfahrer-Parkplatz soll erweitert werden

Der Mitfahrer-Parkplatz an der  Ackerstraße (unten rechts) soll erweitert werden . Weitere  Pkw-Stellplätze sollen auf dem nach oben angrenzenden, länglichen freien Feld (Im Bild hellbraun, zwischen Landstraße 745 und grünem Kleinspielfeld) entstehen.

Der Mitfahrer-Parkplatz an der Ackerstraße (unten rechts) soll erweitert werden . Weitere Pkw-Stellplätze sollen auf dem nach oben angrenzenden, länglichen freien Feld (Im Bild hellbraun, zwischen Landstraße 745 und grünem Kleinspielfeld) entstehen.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Neheim.  CDU und SPD fordern zusätzliche Pkw-Stellplätze für Mitfahrer-Parkplatz an Neheimer Ackerstraße. Die Grünen sind dagegen.

Die CDU- und SPD-Mitglieder im Bezirksausschuss Neheim wollen die Stadtverwaltung mit der Erweiterung des Mitfahrerparkplatzes an der Neheimer Ackerstraße beauftragen. Entsprechende Anträge wurden im Bezirksausschuss eingebracht und werden in der Ausschusssitzung am 18. Februar diskutiert. Die Anzahl der Pkw-Stellplätze soll von derzeit 80 auf 160 verdoppelt werden. Die CDU setzt sich darüber hinaus dafür ein, dass die Verwaltung auch die Option prüfen soll, aus dem Kleinfeld-Fußballplatz eventuell weitere ca. 70 bis 80 Pkw-Stellplätze zu machen.

Die Forderung hängt eng mit dem geplanten Umbau des Neheimer Busbahnhofs an der Goethestraße zusammen, denn es ist übergangsweise ein provisorischer Busbahnhof zu schaffen, wodurch City-Parkplätze wegfallen. So sollen auf einem Teil des Schotterparkplatzes vor der Neheimer VHS Bushaltestellen eingerichtet werden, wobei laut Stadtverwaltung aber einige Pkw-Stellplätze erhalten bleiben. Gegenüber auf dem öffentlichen Parkplatz vor BJB könnten Buswartezonen entstehen, damit Busfahrer ihre vorgeschriebenen Ruhepausen einlegen können. Auch dort würden Pkw-Stellplätze wegfallen.

„Die Planung für den provisorischen Busbahnhof ist noch nicht abgeschlossen“, betont auf Anfrage die zuständige Fachbereichsleiterin der Stadtverwaltung, Dr. Birgitta Plass. Sie verweist auch darauf, dass in diesem Jahr nicht mit dem Busbahnhof-Umbau begonnen werde.

100.000 Euro für Schotterplatz

„Wir brauchen rechtzeitig Ersatz für wegfallende Parkplätze“, erklärt der Vorsitzende der CDU Neheim, Marcel Kaiser. Haushaltsmittel für die Erweiterung des Mitfahrer-Parkplatzes Ackerstraße könnten aus dem städtischen Haushaltstopf für den Busbahnhof-Umbau herangezogen werden. „Die zusätzlichen Pkw-Stellplätze sollten möglichst noch in diesem Jahr am Mitfahrerparkplatz geschaffen werden“, fordert CDU-Ratsherr Andreas Dieck, der auch Mitglied des Bezirksausschusses Neheim ist. Die Kosten für eine provisorische Schotterung der Fläche und Schaffung von Stellplatz-Abgrenzungen sieht er bei etwa 100.000 Euro. Ein befestigter Platz (mit Entwässerungssystem und Asphaltdecke) würde etwa 300.000 Euro kosten.

CDU-Ratsfrau und Bezirksausschussmitglied Gisela Schulte sieht in der Schaffung zusätzlicher Pkw-Stellplätze an der Ackerstraße auch eine Möglichkeit, den Parkdruck in der Neheimer City herauszunehmen. „Immer mehr Autofahrer suchen in der Innenstadt einen kostenfreien Dauerparkplatz und stellen dann ihren Wagen in reinen Wohnstraßen wie im Binnerfeld oder auch im Umfeld von Brökelmanns Park ab. Dies sorgt bei Anliegern für viel Verdruss.“ Mit ihrem Antrag auf Erweiterung des Mitfahrer-Parkplatze reagiert die CDU somit auch auf massive Anliegerbeschwerden aus Wohnstraßen.

Platz bei Berufspendlern beliebt

Andreas Dieck erinnert auch an die Arbeitnehmer, die in der Innenstadt beschäftigt sind. „Sie sollten einen kostenfreien, citynahen Dauerparkplatz an der Ackerstraße bekommen können. Marcel Kaiser betont auch die wichtige Funktion des Mitfahrerparkplatzes für Berufspendler. Der Parkplatz nahe der Autobahnauffahrt Neheim/Voßwinkel werde gern für Fahrgemeinschaften genutzt, so Kaiser.

Der Verkehrsverein Aktives Neheim würde sich freuen, wenn der Mitfahrerparkplatz vergrößert würde. „Eine Erweiterung des Platzes ist eine alte Forderung von Aktives Neheim“, sagt AN-Geschäftsführer Konrad Buchheister auf Anfrage.

Die Grünen lehnen größeren Mitfahrer-Parkplatz ab

Die Grünen lehnen einen größeren Mitfahrerpartplatz ab, weil dies dem städtischen Masterplan Mobilität widerspreche, den Anteil der Autos am Arnsberger Verkehr von 71 Prozent im Jahr 2015 auf 50 Prozent in 2030 zu reduzieren. „Wir müssen endlich weg von Versprechen auf die Zukunft, die in der Gegenwart schon gebrochen werden“, so die Grünen.

Der Parkdruck in der City werde sich durch einen größeren Mitfahrerparkplatz nicht verringern, es bedürfe vielmehr der konsequenten Umsetzung der städtischen Parkraumbewirtschaftung. (Wo Anwohnerparken dran steht, muss auch ein Anwohner draufstehen).

Sina Humpe und Thomas Schulte-Ladage von den Grünen sagen auch: „Die Zweckentfremdung einer Grünfläche widerspricht dem Rahmenkonzept für die öffentlichen Grünflächen und der Teilnahme an einem Zusammenschluss nachhaltiger Kommunen beim Label „StadtGrün naturnah“.

Ein neu geschaffener Parkplatz neben dem Sportplatz führe zudem zu motorisiertem Querungsverkehr auf dem dort vorhandenen Rad- und Schulweg, was zusätzliche Gefahren für den Fuß- und Radverkehr bedeute.

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