Ende Oktober ist Entwidmung

Neheimer Pauluskirche wird neu genutzt

Die Pauluskirche wurde im Jahr 1968 erbaut. Im 50. Jahr ihres Bestehens wird sie ab Ende Oktober als Haus für Gottesdienste ausdienen

Foto: Ted Jones

Die Pauluskirche wurde im Jahr 1968 erbaut. Im 50. Jahr ihres Bestehens wird sie ab Ende Oktober als Haus für Gottesdienste ausdienen

Neheim.   Am 28. Oktober wird letzter Gottesdienst gefeiert. Danach bestehen zwei Optionen: Haus-Erhalt mit neuem Konzept oder Abriss für betreutes Wohnen

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Ein historischer Beschluss des Presbyteriums der evangelischen Kirchengemeinde Neheim wurde Mittwochabend in einer Gemeindeversammlung in der Pauluskirche verkündet: Die Pauluskirche wird in einem Gottesdienst am 28. Oktober 2018 entwidmet, das heißt: Danach finden keine Gottesdienste mehr in dem 50 Jahre alten Kirchengebäude mehr statt. Für die künftige Nutzung des Gebäudes gibt es derzeit zwei Optionen.

Es gibt zwei Optionen

Erste Option: Eine Privatperson ist interessiert, das Gebäude zu erhalten und einer neuen Nutzung zuzuführen. Um welche Art der Nutzung es sich handelt, wollte das Presbyterium mit Verweis auf die ersten Gespräche, die noch nicht in konkrete Verhandlungsergebnisse gemündet sind, nicht bekanntgeben. „Klar ist aber, dass eine Neu-Nutzung des alten Kirchengebäudes mit den hierfür bestehenden kirchenrechtlichen Vorschriften im Einklang stehen muss. Der von der Privatperson geäußerte Nutzungsvorschlag erfüllt nach unserer Einschätzung diese Vorschriften“, betonte gestern Presbyteriumsvorsitzender Wolfgang Faber im Gespräch mit Journalisten.

Noch keine Entscheidung

Zweite Option: Es gibt Interesse, auf dem Gelände der Pauluskirche ein Gebäude für betreutes Wohnen zu errichten. Bei dieser Option müsste das alte Kirchengebäude abgerissen werden. Für diese Option gibt es nicht nur einen interessierten Betreiber einer solchen Einrichtung für Senioren, sondern auch einen interessierten Investor, der für diesen Betreiber das Gebäude errichten würde. Angesichts der noch laufenden und noch in keiner Richtung entschiedenen Gespräche will das Presbyterium die Namen der Interessenten öffentlich nicht nennen. Hier solle Vertraulichkeit gewahrt bleiben.

Es geht um einen Erbpachtvertrag

Fakt ist, dass die evangelische Kirchengemeinde mit einem Interessenten einen Erbpachtvertrag über 99 Jahre für das Areal abschließen will. „Unser Beschluss ist uns wahrlich schwer gefallen. Denn wir wissen sehr gut, welche emotionale Verbundenheit vieler Gemeindeglieder zu unserer Pauluskirche besteht“, betont Pfarrer Dr. Udo Arnoldi. Doch keiner der vielen anderen Neu-Nutzungsvorschläge, die in den vergangenen Jahren genannt worden seien, habe letztlich umgesetzt werden können. Wenn sich allerdings in diesen Tagen noch eine dritte Person melden sollte, die bereit ist, Erbpacht für die Neunutzung des Kirchenareals zu zahlen - sei es für einen Neubau nach Kirchenabriss oder Neunutzung des Altbaus - ist das Presbyterium bereit, eine solche dritte Option zu prüfen.

Der Gottesdienstausschuss wird demnächst über die Neustrukturierung der Gottesdienste an Sonn- und Feiertagen beraten. Ab 29.Oktober werden Gottesdienste, die früher in der Pauluskirche gehalten wurden, in die Christuskirche verlegt. Auch wird der an Sammelpunkten bestehende Taxi-Fahrdienst zur Christuskirche neu beraten. Beratungsbedarf gibt es auch zum Umgang mit dem Inventar der Pauluskirche.

50 Gottesdienstbesucher sonntags in der Pauluskirche

Die Entwidmung der Pauluskirche trifft die Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde Neheim nicht aus heiterem Himmel. Schon 2011 fasste das Presbyterium den Beschluss, dass die Christuskirche zur Hauptkirche werden soll. Die Gemeindegliederzahl reduzierte sich von knapp 5000 in 2002 auf 4194 (Stand: 31.12.2017). Sonntags wird der Gottesdienst in der Pauluskirche durchschnittlich von 50 Leuten besucht (in der Christuskirche sind es 70). Da die Christuskirche 330 Leuten Platz bietet, kann die Christuskirche problemlos weitere 50 Leute aufnehmen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik