Gerichtsprozess

Neheimer Taxifahrer wegen Unfallflucht verurteilt

Justitia 

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Neheim.   Nach Unfallflucht wird ein 53-jähriger Taxifahrer aus Neheim zu einer Geldstrafe von 1200 Euro und einem Monat Fahrerlaubnis-Entzug verurteilt.

Wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort war jetzt ein 53-jähriger Taxifahrer aus Neheim vor dem Amtsgericht angeklagt. Er soll Anfang Januar unachtsam rückwärtsfahrend in Hüsten gegen ein Tor gestoßen sein und ohne sich um seine Pflichten zu kümmern, geflohen sein. Die Staatsanwältin stellte die Ungeeignetheit zum Führen eines Kraftfahrzeuges fest.

Der Angeklagte bestritt den Vorwurf und gab an, von dem Anprall nichts bemerkt zu haben. „Ich habe mit meinem Pkw keine Kontakt mit dem Tor gehabt“, so der Taxifahrer. Doch die ihm und seinem Verteidiger vorgelegt Beweisfotos der ermittelnden Polizei ließen diese Aussage als unglaubwürdig erscheinen. Das Tor war ordentlich deformiert. Richter und Staatsanwältin machten aus ihren Zweifeln keinen Hehl. Sie rieten dem Angeklagten, seinen Einspruch gegen den zuvor ergangenen Strafbefehl zurückzunehmen. Trotz der eindeutigen Hinweise des Gerichtes, an einer Bestrafung nicht vorbeizukommen, die bei einem Urteil dann sogar höher als im Strafbefehl ausfallen könnte, blieb der Angeklagte bei seiner Version.

Milderes Urteil gegenüber erstem Strafbefehl

Dem Verteidiger war die aussichtslose Lage seines Mandanten klar. Erst nach zweimaligem Gespräch unter vier Augen konnte er ihn überzeugen, den Einspruch zurückzunehmen. Er gestand dem Gericht: „Ich habe damals den Anprall bemerkt.“ Im Strafbefehl war der Entzug der Fahrerlaubnis von zehn Monaten angeordnet. Jetzt nach dem Geständnis und der Tatsache, dass der Angeklagte für diese Zeit arbeitslos gewesen wäre, nahmen Staatsanwaltschaft und Gericht davon Abstand. Es wurde neben der Geldstrafe von 1.200 Euro, wie schon im Strafbefehl ausgesprochen, nun statt des Entzuges der Fahrerlaubnis für die Zeit von zehn Monaten, nur noch ein Fahrverbot von einem Monat festgelegt. „Um den Entzug der Fahrerlaubnis zu rechtfertigen, ist es nötig, die Ungeeignetheit des Angeklagten zum Zeitpunkt der Verurteilung festzustellen. Dies ist in aller Regel kaum möglich“, so der Richter.

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