Digitalisierung

Neheimer Trainingsimpulse für digitale Zukunft

Digitales Zirkeltraining

Digitales Zirkeltraining

Foto: Martin Haselhorst

Neheim.   70 Teilnehmer kreisen im Neheimer Kaiserhaus an acht Station beim Digitalen Zirkeltraining um Themen der Wirtschaft von heute und morgen.

Ein voller Erfolg: Rund 70 „Sportler“ stellten sich im Neheimer Kaiserhaus dem „Digitalen Zirkeltraining“. Im und gegen den Uhrzeigersinn drehten sich interessierte Gäste aus den verschiedensten Branchen in ihren Kleingruppen von Turnkiste zu Turnkiste, um dort in 15-minütigen Gesprächsrunden mit unterschiedlichsten Themenfeldern der digitalen Zukunft konfrontiert zu werden. „Bei Erfolg - und danach sieht es ja aus - wird es sicher eine Wiederholung geben“, freut sich die Mitorganisatorin und Projektmanagerin Nadine Hyna aus dem im Kaiserhaus angesiedelten Coworking Space.

Das Digitale Forum Arnsberg, ein Zusammenschluss verschiedener Partner, hatte zu dem außergewöhnlichen Format eingeladen. Die Idee ist eine Anleihe aus dem Sport. Von Station zu Station, dort immer neue Trainingsimpulse und das ohne große Pause. „Wir möchten Sie fitter für die Herausforderungen der digitalen Zukunft machen“, schreibt Susanne Korb vom Digitalen Forum in der Einladung.

Die „Trainer“ sind Fachleute von vor Ort - aus dem kreativen Umfeld des Kaiserhauses. „Wir machen hier Kompetenzen sichtbar und machen sie nutzbar“, ist auch Bernd Lepski von der Wirtschaftsförderung Arnsberg begeistert vom Zirkeltraining. Gut deshalb, weil Arnsberg schon weiter ist als manche glauben: „Einige sind ja hier sogar überrascht, dass es bei uns schon Coworking Spaces gibt“, erzählt Nadine Hyna bei der abschließenden „Kabinenparty“ in den vernetzten Arbeitsräumen der Start-ups.

Zukunft ist nicht nur digital, sondern braucht Strategien. Wie man die entwickeln kann, zeigt Robert Meiners. Er stellt Wege des „Design Thinking“ vor - gemeinsam im Team zu guten Lösungen finden. Letztendlich - und da sind sich alle „Trainer“ irgendwie einig - komme es auf die Sache, das Produkt, an und erst dann auf die Möglichkeiten der Digitalisierung. „Am Ende geht es um den Inhalt“, sagt Harmut Funke. Seine Firma „Spark+Sparkling“ dreht Image- und Kampagnenfilme und spielt sie auch über zielgenaue Kanäle aus. „Im Mittelpunkt steht immer die Idee“, sagt auch Axel Bittis (Kommunikations Design). Darum stricke sich dann erst eine sinnvolle Digitalstrategie.

Digitalisierung heißt Wandel. „Das Thema aber betrifft uns alle!“, weiß Kumru Demir von der Fachhochschule Südwestfalen. Sie ist Projektmanagerin der „Digitalen Wirtschaft Südwestfalen“, die in die Organisation des Zirkeltrainings eingebunden ist. An ihrer Trainingsstation wird auch darüber diskutiert, wie schwer sich einige Mitarbeiter mit Prozessen der Digitalisierung in ihren Unternehmen tun. „Auch aus Angst um ihren Job“, weiß Teilnehmerin Susanne Müller von der Technischen Großhandlung Piel in Soest. Fazit am Stand: Es sei wichtig, über die Chancen des Prozesses zu reden.

Abpfiff nach jeweils 15 Minuten

Wieder ein Pfiff aus der Schiedsrichter-Pfeife auf der Bühne, ein kurzer aufschreckender Musikeinspieler, noch eben ein Stempel auf der Laufkarte für das Gewinnspiel und der Wechsel zur nächsten Station. Wieder läuft die Uhr auf der großen Projektion an der Wand von 15:00 Minuten herunter. Jetzt wartet Fabian Fischer von der Firma Nexoma. Wie alle Trainerinnen und Trainer trägt er Sportkleidung und eine Trillerpfeife um den Hals. Erneut geht es um Inhalte und Strategien. „Es gab eine Zeit, da wollten alle eine App“, erzählt er, „aber niemand wusste wirklich wofür“.

Wieder ein neuer Trainingsreiz, ehe es um Datensicherheit, digitale und trotzdem menschelnde Empfangsräume und auch die Unaufhaltsamkeit der digitalen Entwicklung geht. „Die Geschwindigkeit wird sogar noch zunehmen“, heißt es von der Trainerbank, „wir müssen davon ausgehen, dass zunehmend Menschen gibt, die eine Welt ohne iphone nicht mehr kennen“.

Mehr als zwei Stunden dauert die Trainingsrunde. „Ich bin positiv überrascht“, sagt Teilnehmerin Astrid Scheiwe von der Firma Gebro Herwig aus Arnsberg, „so etwas sollte man wiederholen“. „Das hat viele Anstöße gegeben“, stellt Susanne Müller zufrieden fest. Und auch Unternehmer Christian Vogel (Fahrzeugbau Hüsten) lobt das Format: „Schnell, kompakt und gut“.

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