Berufskolleg Hüsten

Neubau am HSK-Berufskolleg in Hüsten wird deutlich teurer

So soll der Neubau am Berufskolleg Berliner Platz in Hüsten aussehen.

So soll der Neubau am Berufskolleg Berliner Platz in Hüsten aussehen.

Foto: HSK / RKW Architektur +

Hüsten/Hochsauerlandkreis.  Abriss dreier Gebäude sowie Errichtung eines Ersatz-Neubaus am Berufskolleg Berliner Platz werden mit 43,3 Mio. Euro deutlich teuer als gedacht.

Für den geplanten Neubau am Berufskolleg Berliner Platz in Hüsten (wir berichteten) muss der Hochsauerlandkreis tief in die Tasche greifen – viel tiefer als erste Schätzungen im Jahr 2017 ergaben. Damals hatte das Beratungsbüro conceptk einen Kostenrahmen von 19 Millionen Euro gesteckt. Das inzwischen tätige Planungsbüro „RKW Architektur+“ hingegen veranschlagt für den Abriss der sanierungsbedürftigen Gebäude 1, 2 und 3 sowie die Errichtung eines Ersatz-Neubaus 43,3 Millionen Euro. Trotz dieser „Kostenexplosion“ soll das Bauvorhaben realisiert werden; während einer Sondersitzung des Kreistags am Mittwoch, 4. September, steht die notwendige Beschlussfassung auf der Tagesordnung.

„Die Fraktionen sind über das aktuelle Zahlenwerk bereits informiert worden“, erklärt Martin Reuther auf Nachfrage. Es dürfte also niemand „aus allen Wolken fallen“ – trotzdem lässt die Summe aufhorchen. Warum lagen die Berater von conceptk vor etwa zwei Jahren so daneben?

Keine Flächenreduzierungen möglich

„Im Gegensatz zu den Annahmen von conceptk sind zum einen derzeit keine deutlich abnehmenden Schülerzahlen an den Berufskollegs des HSK feststellbar“, liefert Kreissprecher Reuther prompt eine Begründung. Zudem sei eine Verlagerung/Zusammenlegung/Bündelung von Bildungsgängen an den Berufskollegs des HSK, die zu tiefgreifenden Auswirkungen auf die räumlichen Erfordernisse führen würden, aktuell nicht realisierbar. Darum muss der Ersatzbau die aktuellen Schülerzahlen sowie die gegenwärtig am Berufskolleg Berliner Platz vorhandenen Bildungsgänge und – darauf aufbauend – den derzeitigen Flächenbedarf berücksichtigen, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Umfangreiche Flächenreduzierungen wie in der Machbarkeitsstudie von conceptk vorgesehen, fallen demnach flach.

Außerdem haben mögliche Partner dem HSK „in die Suppe gespuckt“: „Mit den anderen Akteuren am Campus Berliner Platz können derzeit keine Synergien durch Nutzung gemeinsamer Einrichtungen erzielt werden“, formuliert es die Kreisverwaltung. Im Detail: Foyer/Aula – da perspektivisch nicht absehbar ist und zudem von der Stadt Arnsberg diesbezüglich keine verlässliche Aussage getroffen wurde, ob und wie lange das Kulturzentrum weiterhin zur Nutzung für schulische Veranstaltungen zur Verfügung steht, ist es erforderlich, zentrale Räumlichkeiten für Schulveranstaltungen, Lehrerkonferenzen u. ä. vorzusehen. Cafeteria/Mensa – das Kolping-Bildungswerk will seinen hauswirtschaftlichen Bereich nun doch nicht an den Campus Berliner Platz verlegen und demzufolge auch keine Cafeteria/Mensa eröffnen, die von den Schülern des BK mit genutzt werden könnte. Auch der Betrieb von Gemeinschaftseinrichtungen wie naturwissenschaftlichen Fachräumen mit dem Franz-Stock-Gymnasium der Stadt Arnsberg lässt sich nicht realisieren. Gespräche mit der Stadt Arnsberg diesbezüglich sind erfolglos geblieben.

Baukostensteigerungen mit eingerechnet

Unter Berücksichtigung dieser und weiterer aktueller Fakten hat „RKW Architektur+“ nun geschätzte Brutto-Gesamtkosten von 39.732.000 Euro ermittelt; prognostizierte Baukostensteigerungen bis zur geplanten Fertigstellung des Neubaus zur Jahreswende 2022/2023 und der Außenanlagen in 2023/2024 lassen diese Summe auf 43.340.000 Euro anwachsen. Nach Abzug feststehender Drittmittelfinanzierung (Mittel „Gute Schule 2020“ – 8.300.700 Euro, Mittel Kommunalinvestitionsförderung Bund – 5.191.991 Euro, Mittel Schulpauschale – 2.000.000 Euro) verbleibt für den HSK ein Eigenanteil von 24,24 Millionen Euro.

Wie geht es weiter? Schul- und Kreisausschuss beraten in den nächsten Tagen mit dem Ziel, den Kreistagsmitgliedern folgende Beschlussfassung zu empfehlen: 1. Der Kreistag nimmt die Planungen und die Kostenschätzung des beauftragten Generalplaners RKW Architektur+ zur Kenntnis und beschließt den vorgestellten Neubau eines Schulgebäudes am Berufskolleg Berliner Platz. 2. Der Kreistag beauftragt die Verwaltung, die Planungen zu realisieren, den Neubau zu errichten und stellt die notwendigen Haushaltsmittel zur Verfügung. 3. Der Generalplaner RKW Architektur+ wird mit der Durchführung der im Ingenieur- und Architektenvertrag vom Oktober 2018 optional gestellten Leistungen beauftragt.

Die Erteilung der Baugenehmigung durch die Stadt Arnsberg soll Mitte 2020 erfolgen.

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