Abriss begonnen

Neubauprojekt im klassizistischen Viertel in Arnsberg

Der Abbruch des Seitengebäudes (Stallung) an der ehemalígen Pension Beste

Der Abbruch des Seitengebäudes (Stallung) an der ehemalígen Pension Beste

Foto: Wolfgang Becker

Arnsberg.   Arnsberger Geschäftsleute brechen Haus im klassizistischen Quartier ab und bauen ein viergeschossiges Büro- und Praxisgebäude in der Königstraße.

Die Abbrucharbeiten haben begonnen und ebnen den Weg für einen Neubau im klassizistischen Viertel der Regierungsstadt. Die Arnsberger Ralph Marohn und Edgar Vornweg haben gemeinsam mit dem Bauamt, der unteren Denkmalbehörde, dem Amt für Stadtplanung und dem Architekturbüro Walenta, nach langanhaltenden Diskussionen, ein Konzept für einen Neubau in Arnsbergs Klassizismus-Viertel gefunden. Edgar Vornweg spricht von einem „Gestaltungskompromiss“.

Die beiden Geschäftsleute, die die benachbarte Tanzschule am Neumarkt betreiben, haben den nicht unter Denkmalschutz stehenden Bau der Königsstraße 17 gekauft. Ihnen gehört jetzt quasi der gesamte Block am Eck Neumarkt/Königsstraße. Für den Neubau und auch geplante Sanierungsmaßnahmen am denkmalgeschützten Haus Neumarkt 1 und 2 werden die Bauherrn zusammen einen Betrag von deutlich mehr als eine Millionen Euro investieren. „In einem Jahr sollte alles fertig sein“, so Vornweg optimistisch.

Alter Torbogen wird integriert

Jetzt begann der Abbruch der ehemaligen Stallung, die an das Gebäude Neumarkt 1 angebaut war und fast 25 Meter in die Königstrasse hineinragt. Lediglich der südliche Torbogen bleibt stehen und wird als historisches Erinnerungsstück in das Neubauprojekt integriert. „Alle Anstrengungen das Bauwerk komplett zu erhalten, haben sich als nicht tragbar erwiesen“, teilen die Geschäftsleute mit.

Nur das Stützen der alten Fassade, so rechnet Edgar Vornweg vor, hätte allein mindestens 200.000 Euro gekostet - die Mehrkosten der Baumaßnahmen dahinter noch nicht eingerechnet. So soll die knapp neun Meter hohe Mauer dieses Anbaus einem modernen, viergeschossigen Büro- und Praxiskomplex weichen. „Dieser große Neubau erhält eine klassizistische Fassadenfront und wird sich dadurch harmonisch in die Reihe der 200 Jahre alten Schinkel-Bauten auf der Königstrasse einfügen“, so Edgar Vornweg. Der externe Gestaltungsbeirat der Stadt habe diesen Entwurf ebenfalls befürwortet. Vornweg macht keinen Hehl daraus, dass er gerne auch „was ganz modernes“ gebaut hätte. Die jetzige Planung sei ein Kompromiss.

Der neue Gebäudekomplex „Königstrasse 17“ soll mit privaten Parkplätzen im Erdgeschoss, großformatigen Bodenfenstern und einem Personenaufzug hochwertig ausgestattet werden. Unterkellert wird das Gebäude nicht. Der Baubeginn soll in Kürze erfolgen. Die Vermarktung dieser Flächen startet zurzeit. Zwischendurch - so auch am Mittwoch - schauen aber auch die Denkmalschützer aus Münster immer wieder vorbei. Das Quartier gilt als historisch höchst interessant. Durch den Neubau sollen keine Spuren der Geschichte verwischt werden.

Neumarkt 1 und 2 aufgewertet

Das historische und denkmalgeschützte Doppelhaus Neumarkt 1 und 2 wird durch die Planung zukünftig als freistehendes Gebäude zu sehen sein. Hier werden, in Absprache mit der unteren Denkmalbehörde, ebenfalls Veränderungen vorgenommen. Die Dachgauben zum Neumarkt sollen gleichgroß ausgebaut, die Fassade saniert, neue Fenster eingebaut und Blindfenster wieder geöffnet werden. „Das Gebäude mit seiner langen und im Stadtbild einmaligen Podest-Treppe wird wieder ein repräsentatives Wohn- und Geschäftshaus darstellen“, betont Edgar Vornweg. Von innen soll das Haus denkmalgerecht kernsaniert werden.

Kein Zusammenhang mit Tanzschule

Das Bauprojekt der beiden Geschäftsleute hat mit deren Tanzschulbetrieb nichts zu tun. Vor Jahren geäußerte räumliche Expansionsideen am Arnsberger Standort seien inzwischen vom Tisch. „Durch die Eröffnung unseres Neheimer Standortes ist das nicht mehr nötig“, so Vornweg. Zumal optional immer noch eine Mitnutzung der umgebauten Auferstehungskirche denkbar wäre.

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