Notfall

Neue Technik unterstützt Rettungsdienst in Arnsberg

Die Auszubildenden Sandra Stoppel und Marc Kloß sowie Praxisanleiter Joachim Wilms freuen sich über die neue Technik beim Rettungsdienst.

Die Auszubildenden Sandra Stoppel und Marc Kloß sowie Praxisanleiter Joachim Wilms freuen sich über die neue Technik beim Rettungsdienst.

Foto: Privat

Arnsberg.  Ein kleines Gerät am Handgelenk der Arnsberger Rettungskräfte zeigt wichtige Daten zur Herzfunktion der Patienten an.

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Ein kleines, unauffälliges Gerät am Handgelenk, kaum größer als eine Smart Watch, unterstützt neuerdings die Retter im Einsatz, besonders aber auch die berufliche Ausbildung kommender Generationen von Rettungsfachkräften. Es empfängt alle wichtigen Daten des mobilen EKG-Gerätes und stellt diese dar.

„Neben medizinischen Kenntnissen und Empathie benötigt ein guter Notfallsanitäter auch ein extrem hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein“, so der leitende Praxisanleiter Joachim Wilms. Genau hier soll die neue Technik einhaken, denn bisher war Verantwortungsbewusstsein nur schwerlich trainierbar. Zwar lassen sich viele medizinische Vorgehensweisen in sehr realitätsnahen Simulationen trainieren, es ist und bleibt aber meist eine Puppe als Patient. Hier fehlt eine emotionale Bindung, ein Stück Menschlichkeit, um eben das Gefühl von Verantwortung für einen Patienten zu erfahren.

Technik hilft bei der Ausbildung

„Die Uhr gibt unseren Praxisanleitern die Möglichkeit, uns als Auszubildende, im wahrsten Sinne des Wortes, mit etwas mehr Abstand zum Einsatzgeschehen zu beobachten. Wir untersuchen und versorgen den Patienten selbstständig, über das Display am Handgelenk, verfolgen die Praxisanleiter die Situation mit bis zu zehn Metern Abstand. Sie sehen Veränderungen und können daher nach wie vor zügig eingreifen, wenn sich Schwierigkeiten entwickeln könnten“, erzählt die Auszubildende Sandra Stoppel. Die Nähe schafft für alle im Einsatz beteiligten Sicherheit, die mögliche Distanz erlaubt es aber Eigenverantwortlichkeit zu spüren und den Umgang damit bereits früh zu erlernen.

„Handlungskompetenz beruht nicht nur auf Fertigkeiten, sondern vor allem auf dem Mut Entscheidungen zu treffen. Das können wir nun deutlich besser lernen, da eben diese Distanz uns gefühlt mehr in die Pflicht nimmt selbst den Überblick zu behalten, Optionen abzuwägen und dann die richtige Entscheidung zu treffen“, ergänzt Marc Kloß.

Überblick schafft das Gerät aber auch im Einsatz ohne Auszubildende. Mit etwas Distanz lassen sich komplexe medizinische Situationen besser erfassen, und im Team abarbeiten. Durch die „Uhr“ bleiben aber alle auf einem zuverlässig hohen Wissensstand, denn Informationsdefizite werden zuverlässig minimiert.

Geräte sind in drei Rettungswagen verfügbar

Die neuen Geräte sind auf allen drei durch Mitarbeiter der Stadt Arnsberg besetzten Rettungswagen verfügbar. Arnsberg stellt damit den ersten Rettungsdienst in NRW dar, der diese innovative Technik zum Wohle von Patienten nutzt und auch das bessere Lernen neuer Notfallsanitäter unterstützt.

Während der dreijährigen Ausbildung werden Auszubildende in ihren praktischen Lernphasen auf den Rettungswagen der Stadt durch Praxisanleiter begleitet. Diese speziellen Notfallsanitäter sind nicht nur medizinisch zusätzlich weitergebildet, sie sind auch eng betreuende Lehr-Fachkräfte. Maximal drei Auszubildenden steht ein Praxisanleiter als Mentor während der Dauer der Ausbildung zur Seite, fördert und fordert Lernprozesse und gibt individuelle Hilfestellungen, wenn nötig.

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