Sauerland-Museum

Neues Sauerland-Museum vereint Erlebnis und Wissenschaft

Eine Neandertalerin stellt sich vor

Auf dem Video ist eine Neandertalerin (Mitte), die bei Museumsneueröffnung als Museumsaufsicht die Besucher in modernem Outfit vor der Steinzeithöhle begrüßen wird. Die Figur soll so vermitteln, dass in jeden Menschen 3 bis 5 Prozent Neandertaler-D

Auf dem Video ist eine Neandertalerin (Mitte), die bei Museumsneueröffnung als Museumsaufsicht die Besucher in modernem Outfit vor der Steinzeithöhle begrüßen wird. Die Figur soll so vermitteln, dass in jeden Menschen 3 bis 5 Prozent Neandertaler-D

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Arnsberg.   Im Frühjahr erfolgt die Architektenübergabe, dann geht es an den Innenausbau. Und eine Neandertalerin ergänzt das Personal.

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Es läuft weiterhin ohne Probleme: Wie vorgesehen, erfolgt die Architektenübergabe für den sanierten Altbau des Sauerland-Museums im Frühjahr.

Dann geht es - in zwei Phasen - an die Inneneinrichtung des Landsberger Hofes.

Eingetroffen ist in dieser Woche auch neues Personal: eine Neandertalerin.

Sie wird mit Eröffnung der Dauerausstellung im Sommer die Aufsicht vor der Eiszeithöhle persönlich übernehmen. Und - auf Bitte - für Selfies zur Verfügung stehen.

In Phase 1 der Innengestaltung übernimmt das Büro „Dr. Ulrich Hermanns Medientransfer“ aus Münster und zeichnet verantwortlich für die Organisation von unter anderem Schreinerarbeiten, Vitrineneinbau oder die Installation der Medienstationen (Hardware) der jeweiligen Abteilungen.

Neandertaler waren schon zum Probewohnen da

„Die Medienstationen sind für ein lebendiges Museum sehr wichtig,“ so Museumsleiter Dr. Jürgen Schulte-Hobein, „damit die Besucher die Möglichkeit haben, Themen noch in der Tiefe aufzuarbeiten.“

In Phase 2 geht ans dann ans Eingemachte“ - die Exponate werden installiert. Und damit kommen wir zu den Neandertalern, die bereits in ihrer künftigen Behausung, einer Eiszeithöhle, vorbeigeschaut haben - zum Probewohnen.

Schon allein die Gestaltung der düsteren Höhle nebst Bewohnern zeigt auf, dass keine Kosten gescheut wurden, um den Museumsbesuchern auch diesen fernen Abschnitt der Erd- und Menschheitsgeschichte so authentisch wie nach aktuellem technischen Stand möglich präsentieren zu können.

Auch Höhlenbär Hugo macht sich breit

„Deshalb haben wir beim Bau der Höhle bewusst auf den Einsatz von Styropor verzichtet, sondern Stein gewählt,“ sagt Schulte-Hobein. Schließlich soll die Höhle, um deren Besitz sich in der Eiszeit Höhlenbär und Neandertaler einen ständigen Kampf lieferten, ein originalgetreues Abbild sein.

In deren Innern wird neben einem Neandertaler-Pärchen (Infobox) auch ein alter Bekannter ein festes Zuhause finden: der legendäre Höhlenbär Hugo.

Funde aus Balver Höhle

Komplettiert wird die Höhle durch in Nischen und Bodenfenstern drapierte Exponate wie Mammutoberschenkelknochen, Panther-Schädel, Auerochsengehörn und einem großer Mammutstoßzahn.

„Das ist alles praktisch so angelegt, wie es Bernhard Bahnschulte bei den Ausgrabungen 1938/39 in der Balver Höhle vorgefunden hat.“

Bei diesen Exponaten handelt es sich weitgehend um Originale - „zwischen 50.000 und 1000.000 Jahre alt.“

Steinzeitlabor erlaubt Einblicke in die Wissenschaft

Auch in dieser vorgeschichtlichen Abteilung des neuen Museums ist es Ziel, Wissenschaft und Erlebnis in Einklang zu bringen. Daher befindet sich unmittelbar vor der Höhle ein Steinzeit-Labor.

„Hier können selbst Kinder zum Beispiel anhand der Modulation von Köpfen nachvollziehen,“ erklärt stellv. Museumsleiterin Dr. Ulrike Schowe, „wie Wissenschaftler arbeiten.“

„Damit man ein Gefühl für die Eiszeit bekommt“

Deshalb werde auch vor der Höhle eine Tun­drenlandschaft gestaltet. „Damit man ein Gefühl für die Eiszeit bekommt.“

Der Clou jedoch ist die Museumsaufsicht am Höhleneingang: eine Neandertalerin im modernen Hosenanzug. „Eine hervorragende Arbeit,“ lobt die Museumsleitung das gute Stück.

Der Neandertaler in uns

Mit dieser Figur soll dokumentiert werden, sagt Dr. Schowe, das in jedem Menschen zwischen 3 und 5 Prozent Neandertaler stecken. „In heutiger Kleidung würden Neandertaler in einer Menschenmenge kaum auffallen.

Schließlich waren sie keine Halbaffen, sondern mit dem homo sapiens verwandt.“

Sauerland-Museum soll außerschulischer Lernort sein

Auch die Steinzeithöhle ist so ein Beitrag, „dass das Sauerland-Museum zum hervorragenden außerschulischen Lernort wird“, so Jürgen Schulte-Hobein. „Und das mit Bezug zu unserer Region.“

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