Elterntaxi

Niedereimer: Politikerin kämpft gegen Elterntaxi-Unwesen

Uschi Kirss appelliert besonders an die Einsicht der Eltern. Rechts der Kindergarten, im Hintergrund die Wannetalschule.

Uschi Kirss appelliert besonders an die Einsicht der Eltern. Rechts der Kindergarten, im Hintergrund die Wannetalschule.

Foto: Wolfgang Becker

Niedereimer.   Uschi Kirss (CDU) will helfen, den Elterntaxi-Verkehr vor der Wannetalschule einzuschränken. Und fing sich dafür sogar eine Anzeige ein.

Der massive Elterntaxi-Verkehr vor den heimischen Schulen sorgt weiter für Probleme. Wie in Niedereimer. Dort hatte sich die Leitung der Wannetal-Grundschule aufgrund der unhaltbaren Zustände und der daraus resultierenden Gefährdung für die Kinder jetzt an den örtlichen Bezirksausschuss gewandt.

Und dessen Mitglied Uschi Kirss (CDU) ergriff die Initiative. Mit ersten Erfolgen. Allerdings gab es auch eine Anzeige gegen sie: Weil sich eine Mutter wegen des Hinweises, doch an anderer Stelle zu parken, „genötigt gefühlt hat“. Was Uschi Kirss nicht davon abhalten wird, in dieser Sache weiter Flagge zu zeigen.

Uschi Kirss findet alarmierende Situation vor

Als das Problem Elterntaxi-Verkehr im Bezirksausschuss Niedereimer diskutierte wurde (wir berichteten), stand für Uschi Kirss fest: Hier muss zügig etwas geschehen, um Schlimmes zu verhindern. Und das, befand die örtliche CDU-Vorsitzende, funktioniert auch durch die persönliche, unbürokratische Tat.

Also begab sich Kirss an bislang acht Werktagen - morgens zu Schulbeginn und mittags zu Schulende - an den Ort des Geschehens. Und die Situation, die sie dort vorfand, war für sie alarmierend:

Die Elterntaxis parken morgens und mittags den gesamten Kurvenbereich zu

„Der gesamte Kurvenbereich an der Kreuzung Zur Friedrichshöhe / Hirtenstraße war komplett zugeparkt, manche Eltern fuhren mit ihren Wagen sogar in die enge, für den Verkehr gesperrte Zuwegung zur Schule hinein und trugen teils noch die Tornister der Kinder in die Schule.“

Auch der kleine Parkplatz für Lehrer und das Personal der unmittelbar benachbarten Kindertagesstätte werde stets rigoros zugestellt.

„Kürzlich wäre beinahe ein Kind angefahren worden“

Für Uschi Kirss ein absolutes Unding. „Denn das Parken in diesen Stoßzeiten ist nicht nur ein Problem für den durchfahrenden Anwohnerverkehr, weil diesem dadurch die Sicht auf das Geschehen eingeschränkt wird, sondern stellt vor allem eine extreme Gefährdung für die Kinder dar.

Die müssen sich so als schwächste Verkehrsteilnehmer durch das für sie undurchsichtige Verkehrsgewusel schlängeln.“ Folge: „Erst kürzlich wäre beinahe ein Kind angefahren worden.“

Viele Eltern zeigen sich schon einsichtig

Um einen Beitrag zur Entschärfung der Situation zu leisten, sprach Uschi Kirss - angetan mit einer roten Weste („Das ist erlaubt.“) - die Eltern, die mit ihren Fahrzeugen für das gefährliche Chaos sorgten, direkt vor Ort an. Mit der Bitte, künftig ihr Verhalten zu ändern. „Ich habe ihnen in aller Ruhe und ganz plausibel die Sachlage erklärt. Der größte Teil der Eltern hat sich dabei auch einsichtig gezeigt.“

So habe sich inzwischen, hat die CDU-Frau erkannt, die Lage vor Schule und Kindergarten durchaus entspannt. „Wenn die Eltern mich sehen, stellen sie ihre Fahrzeuge immer ganz korrekt ab.“

Mutter fühlt sich genötigt und erstattet Anzeige

Allerdings erlebte Kirss auch die Kehrseite der Medaille: „Eine Mutter fühlte sich aufgrund meiner Bitte, doch an anderer Stelle zu parken, um den Kindern ein gefahrloses Queren der Straße zu ermöglichen, genötigt und erstattete Anzeige.“ Ein unrühmlicher Einzelfall. „Es geht doch schließlich allein um die Sicherheit der Kinder,“ zeigt Kirss da kein Verständnis.

Uschi Kirss hat zudem parallel zu ihrem eigenen Engagement Kontakt mit der Stadtverwaltung aufgenommen. Und die habe noch vor den Sommerferien ein gemeinsames Gespräch mit Schulleitung und auch Kindern zwecks Lösungsfindung zugesagt.

„Auch die Polizei will uns unterstützen“

„Auch die Polizei will uns unterstützen und Knöllchen bei wildem Parken in diesem sensiblen Bereich vergeben.“

Zumal es Möglichkeiten gebe, die Kinder sicher, weil geordnet, abzusetzen. „Zum Beispiel am Kirchparkplatz. Der ist nur 100 Meter von der Schule entfernt.“

Uschi Kirss jedenfalls wird angesichts des Gefährdungspotenzials für die Kinder nicht aufgeben und weiterhin sporadisch direkt vor Ort an die Einsicht der Eltern appellieren.

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