Bauvorhaben in Hüsten

Pläne für Notfallzentrum am Karolinen-Hospital vorgestellt

Das dunkelgraue Modell-Element zeigt den geplanten Neubau innerhalb der bestehenden Baustruktur des Karolinen-Hospitals . Die Bauarbeiten sollen im 1. Quartal  2019 beginnen. Betriebsbereit soll der Neubau im Dezember 2021 sein.

Foto: Martin Schwarz

Das dunkelgraue Modell-Element zeigt den geplanten Neubau innerhalb der bestehenden Baustruktur des Karolinen-Hospitals . Die Bauarbeiten sollen im 1. Quartal 2019 beginnen. Betriebsbereit soll der Neubau im Dezember 2021 sein.

Hüsten.   Klinikum Hochsauerland will in Hüsten Neubau mit riesigem OP-Bereich und 66 Intensivbetten errichten. Hinzukommen viele Patientenzimmer

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Die Notwendigkeit eines neuen „Zentrums für Notfallmedizin“ am Karolinen-Hospital erläuterte Klinikum-Geschäftsführer Werner Kemper in einer Bürgerversammlung, zu der etwa 150 Leute in die Hüstener Schützenhalle kamen. „Um neue gesetzliche Vorschriften für eine umfassende Notfallversorgung auf der höchsten Qualitätsstufe erfüllen zu können, ist es unabdingbar, Fachkliniken unseres Klinikums an einem zentralen Standort zu bündeln und dort mit einer großen Intensivstation zu verbinden“, sagte Kemper. Da nur der Hüstener Krankenhaus-Standort über ausreichend Platz für das geplante Bauprojekt verfüge, strebe das Klinikum Hochsauerland die Erweiterung des Karolinen-Hospitals an. Das Klinikum wolle rund 60 Millionen Euro in den Neubau investieren.

Sockelmaß: 85 x 38 Meter

Das geplante Gebäude entsteht auf einer Sockelfläche von 85 x 38 Metern und erreicht eine Höhe von 24,5 Metern. Zum Gebäude gehören ein Untergeschoss, ein Erdgeschoss sowie fünf Obergeschosse. Es entstehen insgesamt 11 000 Quadratmeter neue Nutzfläche.

Im Erdgeschoss des Neubaus wird sich die zentrale Notfallaufnahme befinden. Daher wird die Liegendanfahrt auf die Ostseite des Neubaus (gegenüber dem Großparkplatz) verlegt. Auf der Ostseite des Neubaus wird auch der neue Haupteingang des Krankenhauses eingerichtet. Der jetzige Großparkplatz wird um weitere 250 neue Pkw-Stellplätze erweitert. Am Großparkplatz entsteht darüber hinaus ebenerdig ein Hubschrauber-Landeplatz für das neue Notfallzentrum.

Großer OP-Bereich und 66 Intensivbetten

Im ersten Obergeschoss wird ein großer OP-Bereich eingerichtet, darüber, im 2. OG, wird sich eine große Intensivstation mit 40 Betten (mit Beatmungsoption) sowie 10 Betten (ohne Beatmungsoption) befinden. Im 3. OG entstehen weitere zehn Intensivbetten für Schlaganfallpatienten sowie sechs Intensivbetten für Patienten mit schwerer Herzerkrankung -insgesamt gibt es also 66 neue Intensivbetten. Die weiteren Räumlichkeiten im 3. OG sowie im 4. und 5. Obergeschoss werden als Patientenzimmer genutzt. Im Untergeschoss wird Technik untergebracht sein. Der Neubau wird durch einen neuen Gang mit dem bisherigen Gebäudetrakt des Karolinen-Hospitals verbunden. Da die Gesamtbettenzahl in Hüsten von derzeit 250 auf 450 Betten steigen soll, befürchten Anwohner eine erhebliche Zunahme des Pkw-Verkehrs, worüber in der Versammlung ausgiebig diskutiert wurde.

Der Diskussion über die Verkehrsproblematik hat die WP einen separaten Artikel gewidmet, siehe:

https://www.wp.de/staedte/arnsberg/stadt-arnsberg-ist-zu-neuer-verkehrszaehlung-in-huesten-bereit-id214821195.html

KOMMENTAR von Martin Schwarz

Gesundheitsversorgung wird gesichert

Experten befürchten, dass die neuen verschärften Bundesrichtlinien für das Krankenhauswesen die Anzahl der Hospitäler in Deutschland verringern wird. Deshalb ist es gut, dass das Klinikum Hochsauerland mit einer Investition von 60 Millionen Euro am Karolinen-Hospital gegensteuern will. Denn so wird eine hochqualitative Gesundheitsversorgung vor Ort gesichert.

Das Klinikum kann aber - zumindest nach derzeitigem Stand - nicht mit einer hohen Bauförderung seitens des Landes rechnen. Zurzeit erhält das Klinikum nur eine jährliche Investitionspauschale von 4,5 Millionen Euro, die für alle Geräteanschaffungen oder Bauarbeiten eines Jahres gilt. Den Löwenanteil für das Hüstener Projekt wird das Klinikum aus Eigenmitteln bzw. über einen Kredit finanzieren müssen. Das ist Unternehmertum im Gesundheitswesen, aber wegen des demografischen Wandels kalkulierbar. Immer mehr alte Patienten werden kommen.

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