Naturschutz

„Platzverweis“ ärgert Modellflieger

Ist gegen Modellflugverbot auf dem Spreiberg: Dr. Burkhard Lawrenz

Ist gegen Modellflugverbot auf dem Spreiberg: Dr. Burkhard Lawrenz

Foto: Torsten Koch

Müschede.   Im geplanten neuen Nutzungskonzept für das Naturschutzgebiet Spreiberg sind die Hobbysportler außen vor. Info-Veranstaltung am 24. Oktober.

„Naturschutz – ja; Vertragsnaturschutz – na ja...“ Bei den über 70 Mitgliedern des Vereins Modellsegelflugsport Spreiberg e.V. stoßen die Pläne der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe in Nordrhein-Westfalen für den Spreiberg auf Unverständnis. Nachvollziehbar, denn den rührigen Hobby-Flugsportlern wurde ein Platzverweis erteilt.

Rinder und Pferde

Wie berichtet, möchte die Stiftung, seit 2016 Hausherr auf dem früheren Truppenübungsplatz, im Zentrum des heutigen Naturschutz­gebietes eine Beweidung mit Großvieh (Rinder und Pferde) etablieren. In den Rand­bereichen werden weiter Schafe als „Rasenmäher“ eingesetzt. Diese kombinierte Form von Vertrags­naturschutz ­sollen Wanderschäfer Peter Kuhlmann, schon über zehn Jahre auf der auch „Wicheler Heide“ genannten Fläche für Landschaftspflege zuständig – und sein Sohn Martin übernehmen.

„Ich kann nicht erkennen, wieso die geplante neue Nutzung einem Naturschutzgebiet mehr entspräche als die bisherige Nutzung durch den Schäfer mit Schafherde, Spaziergänger, Reiter und uns Modellflieger“, meint Dr. Burkhard Lawrenz. „Auch wir Menschen gehören zur Natur und wollen uns nicht aussperren lassen“, argumentiert der Vorsitzende des Modellflugsport-Vereins. Würden große Teile des Areals eingezäunt und mit Rindern „bestückt“, käme der Freizeitwert unter die Räder, davon ist der Arnsberger Kinderarzt überzeugt. Trotzdem haben er und seine Vereinsfreunde am vergangenen Sonntag Abschied genommen:

Ein letztes Mal stiegen dort Segel- und Elektro-Flugmodelle in die Luft. Das „Aus“ für den Flugsport kam nach 37 Jahren problemloser Nutzung. „Die NABU-Stiftung hat den Nutzungsvertrag gekündigt“, berichtet Dr. Lawrenz. Mit nur vierwöchiger Kündigungsfrist...

Natur eher geschützt als gestört

Für den Verein unverständlich, denn: „Wir Modellflieger fahren zwar mit Pkw ins Gelände, jedoch nur wenige hundert Meter weit und meist nur mit ein oder zwei Autos an wenigen Abenden in der Woche“, erklärt der Vorsitzende – und ergänzt: „Mit unseren Seglern kreisen häufig Greifvögel friedlich gemeinsam im Aufwind; auf anderen Modellflugplätzen sieht man während des Flugbetriebs Rehe am Waldrand grasen. Die Natur wird von uns eher geschützt als gestört!“

Während der 37 Jahre des Flugbetriebs habe es keine Unfälle gegeben; mit Anwohnern, Spaziergängern, Reitern von Gut Wicheln und dem Schäfer habe stets ein gutes Einvernehmen geherrscht. „Wir haben auf dem Gelände für Ordnung und Sauberkeit gesorgt und manches Mal wildes Campen, Lagerfeuer und Motorradfahrerei unterbunden“, betont der Mediziner.

Info-Veranstaltung am 24. Oktober

Doch Untere Naturschutzbehörde und NABU-Stiftung haben deutlich gemacht, dass die „Fliegerei“ nicht mehr erwünscht ist. Anwohner und weitere Interessierte sollen am 24. Oktober in Hüsten (ab 16 Uhr, Pfarrheim St. Petri) über die neuen Pläne informiert werden. Dr. Lawrenz und einige Vereins­kollegen werden auf jeden Fall ­dabei sein – vielleicht gibt es ja doch noch ein „Hintertürchen...“ (siehe Infokasten unten).

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