Kunst

Rebecca Hünicke schreibt über den Tod

Rebecca Hünicke

Rebecca Hünicke

Foto: WP

Sundern.   Es sind nicht gerade die leichten Themen, die den Erstling von Rebecca Hünicke, geb. Kapune, auszeichnen: Es geht um Tod, Trauer, die Seele und auch Kindswohlgefährdung

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Es sind nicht gerade die leichten Themen, die den Erstling von Rebecca Hünicke, geb. Kapune, auszeichnen: Es geht um Tod, Trauer, die Seele und auch Kindswohlgefährdung. „Einmal Mondstern und zurück“ heißt das als Jugendbuch konzipierte Werk der 36-jährigen Erzieherin, die in Arnsberg geboren wurde. „Es ist aber auch gut für Erwachsene zu lesen“, sagt die Autorin.

Rebecca Hünicke berichtete darin von den Schwestern Louna und Solveigh, die bei einem Autounfall ihre Eltern verloren haben. Sie müssen sich nun, ob sie wollen oder nicht, mit dem Thema Tod auseinandersetzen. Die jüngere Solveigh findet den Glauben zu Gott und kann dadurch ihr Schicksal annehmen. „Louna steht aber unter Schock“, berichtet Rebecca Hünicke über die gegensätzlichen Geschwister, die sich in der Krise gegensätzlich entwickeln: „Sie spricht nicht mehr und beginnt sich ihre eigenen Welt aufzubauen. Darin hat sie einen Freund - den Tod. Ohne ein Bewusstsein dafür zu haben, setzt sie sich aber so mit dem Tod auseinander.“

Verlust ist schmerzvoll

Damit spricht Rebecca Hünicke ein Thema an, das jedem im Leben passiert: Der Verlust

der Eltern ist zu schmerzvoll, um ihn akzeptieren zu können. Die Geschichte wird aus Lounas Perspektive erzählt, so erfährt der Leser, wie sie die Welt und das Leben nach dem Tod der Eltern wahrnimmt. Auf den gemeinsamen Reisen mit dem Tod kommen die Gespräche zu den Fragen, die Menschen überall auf der Welt beschäftigen: Gibt es einen Gott? Und wenn ja, ist er gut? Gibt es eine Seele? Was könnte das sein? Was könnte der Sinn des Lebens sein? Auffallend: Die Kinder haben kein Alter. Sie gehen aber zu einer Grundschule. „Auch war es für mich nicht wichtig, dies an einem Ort oder einem Jahr zu verorten“, sagt die Autorin, die seit 2012 in Ihlow in Niedersachsen lebt: „Es ist eine Geschichte, die sich auf unsere Gesellschaft übertragen lässt.“

Philosophische Komponente

Die Geschichte selbst hat eine religiöse und philosophische Komponente: „Aber ich zeige unterschiedliche Perspektiven, wie es sein könnte. Die Auseinandersetzung mit dem Tod und den Glaubensweisen sind dem Leser überlassen. Denn das Thema Tod spricht jeden ganz individuell an“, sagt Rebecca Hünicke.

Die Erfahrungen über den Tod und den Umgang, den Kindern damit pflegen, zu beschreiben, erhielt sie bei ihrer Arbeit als Erzieherin: „Kinder gehen ganz anders mit dem Tod um als wir Erwachsenen, letztere haben Angst.“ Erwachsenen würden auch versuchen, die Kinder vor dem Schrecken des Todes zu schützen: „Das ist ein Versteckspiel der wahren Gefühle.“ Das funktioniere nicht bei Kindern. Die Autorin empfiehlt einen natürlichen Umgang damit, etwa einen Spaziergang zum Friedhof, an einer Beerdigung teilnehmen, wenn es ein näherer Bekannter war. Ihr Fazit: „Man kann auch mal mit Kindern Beerdigung spielen, denn der Tod ist nichts Verwerfliches.“

Derzeit arbeitet Rebecca Hünicke schon an ihrem zweiten Buch, es wird „Dorfland“ heißen und soll voraussichtlich im Herbst 2016 erscheinen.

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