Theater

Recherche in Arnsberg zum Thema Hexen

Theaterprojekt Schwelen: Für den aktuellen Trailer zum Stück „Schwelen“ wurde auf der Bühne geprobt: Christian Mono (rechts) dreht mit René Reith, Alba Scharnhorst und Selina Glockner auf der Bühne des Sauerlandtheaters. Premiere ist am 24. September im Sauerland-Theater Arnsberg.

Theaterprojekt Schwelen: Für den aktuellen Trailer zum Stück „Schwelen“ wurde auf der Bühne geprobt: Christian Mono (rechts) dreht mit René Reith, Alba Scharnhorst und Selina Glockner auf der Bühne des Sauerlandtheaters. Premiere ist am 24. September im Sauerland-Theater Arnsberg.

Foto: Frank Albrecht / WP Sundern

Arnsberg.  Eine mehrwöchige Recherche zum Thema Hexen kommt in Arnsberg nun auf die Bühne des Sauerlandtheaters. Wer mehr wissen, sollte kommen.

Das Ergebnis von ausgiebigen Recherchen in Arnsberg ist ab Donnerstag, 24. September, auf der Bühne des Sauerland-Theaters in Arnsberg zu sehen. Für das Tanz- und Kulturprojekt der Künstlergruppe „systemrhizoma“ mit dem Titel „Schwelen“ hebt sich um 19.30 Uhr der Vorhang.

Mehr als vier Wochen Vorbereitung an Plätzen und Orten in der Stadt liegen der experimentellen Idee zugrunde. Über das Ergebnis dieser ungewöhnlichen kulturellen Entwicklung dürfen von Donnerstag an die Zuschauer urteilen. Über vier Wochen leben die neun Künstler jetzt schon in der Arnsberger Altstadt und haben mit der Geschichte der Stadt und sämtlichen Mythen rund um Hexen, ihr Wirken und ihre Verfolgung, Tuchfühlung aufgenommen.

„Schwelen“ – das ist ein Theaterprojekt, das aus dem Programm „Heimwärts“ des Kultursekretariats Gütersloh gefördert wird, und ein ungewöhnliches Theaterstück auf die Arnsberger Bühne bringen wird. Zur Musik von zwei Sounddesignern aus Berlin und in den Kleidern einer Hamburger Kostümbildnerin laufen die Proben im Sauerlandtheater. Filmemacher Christian Mono hat inzwischen im Theater auch einen Trailer gedreht, der den Arnsbergern das ungewöhnliche Stück und seine Inhalte etwas näher bringen soll. Einen Eindruck vom Projekt „Schwelen“ gibt es jetzt im ehemaligen Kaufhaus „Bußmeyer“ auf dem Steinweg zu sehen.

Recherchen abgeschlossen

„Unsere Recherchephase zum Thema ist abgeschlossen“, sagt Alba Scharnhorst vom Ensemble. Menschen und Orte habe man nun kennen gelernt, jetzt gehe es darum, das vorhandene Material auch noch

tänzerisch und spielerisch umzusetzen. Die Choreografie des Stückes sei an die gemachten Erfahrungen angepasst. Zur Recherche hat die Künstlergruppe auch ein echtes Sägewerk besucht, um dort den Umgang mit und die Verarbeitung von Holz zu erfahren. „Die Transformation von einem Baum zu einer Norm-Latte für den Baumarkt hat uns besonders interessiert“, so Schauspieler René Reith.

Dazu komme, dass in dem alten Sägewerk auch die historischen Verarbeitungsprozesse von Holz verinnerlicht werden konnten. Beides, so die Künstler, habe Einfluss auch die Entwicklung des Stückes genommen. Erst einmal würden die Fragen aufgeworfen und dann eine Antwort auf das „Warum?“ gegeben. Der Anspruch der Künstlergruppe „systemrhizoma“ ist hoch: Nach der intensiven Beschäftigung mit dem Thema Hexen vor Ort, sollen zwar Konflikte aufgezeigt, aber keinen Antworten darauf gegeben werden. „Wir wollen eher noch mehr Verwirrung schaffen“, lacht Kortmann.

Einladung zum Publikumsgespräch

Diese aufzuklären, lädt die Gruppe nach den insgesamt fünf Aufführungen im Sauerlandtheater zu einem Publikumsgespräch ein. Einigen Kontakt zum Stück konnten im Vorfeld bei einem Tanzworkshop bereits 15 Teilnehmer bekommen, die sich mit Holz und Balken auf die entstehende Eigendynamik eingelassen haben. Von dort aus haben die Schauspielerinnen und Schauspieler Einblick genommen in die Hexengeschichten aus Arnsberg. „Wer schreibt wem das Hexen-Sein zu“, sei dabei nur eine der Fragen, die es zu klären gilt.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben