Gelenkbus

Testfahrt für Riesenbus in Arnsberg – Platz für 180 Personen

Trotz seiner Überlänge von knapp 20 Metern ist der „CapaCity“ sehr beweglich – auch an Engstellen wie hier am Neheimer Busbahnhof. Foto:RLG

Trotz seiner Überlänge von knapp 20 Metern ist der „CapaCity“ sehr beweglich – auch an Engstellen wie hier am Neheimer Busbahnhof. Foto:RLG

Arnsberg.   Den riesigen Gelenkbus Mercedes Benz „CapaCity“, für 180 Fahrgäste, hat die Regionalverkehr Ruhr Lippe (RLG) zwei Tage lang in Arnsberg getestet.

„A langs Fuhrwerk“ würde man jenseits des Weißwurst-Äquators sagen: Immerhin bringt es der Mercedes-Benz CapaCity auf fast 20 Meter Fahrzeuglänge: Wie sich ein solch großer Bus durch Arnsbergs (kleine) Straßen steuern lässt, hat die Regionalverkehr Ruhr Lippe GmbH (RLG) jetzt zwei Tage lang intensiv getestet. Ob aus dem „ersten Date“ eine dauerhafte Beziehung wird, ist ­allerdings noch offen. „Die Option besteht, eine Entscheidung fällt im Frühjahr 2018“, erklärt Sarah Sudhoff. Derzeit werde das Fahrzeug auch im Kreis Unna und in Beckum eingesetzt, so die örtliche RLG-Verkehrsmanagerin weiter.

Anschaffung ist auch Kostenfrage

Ob und wann der CapaCity Einzug in den Fuhrpark der RLG – und somit auch in Arnsberg – hält, ist auch eine Frage der Kosten: Schließlich sei die Anschaffung eines Neufahrzeugs zum Preis von knapp 400 000 Euro nicht gerade günstig, sagt Klaus Grönemann. Darum komme es darauf an, wie sich der Bus in allen Einsatzbereichen schlägt, stellt der technische Leiter der RLG klar. Mit dem CapaCity betrete sein Unternehmen einerseits Neuland, andererseits erhalte man bewährte Technik:

Wirtschaftlich, umweltverträglich

Der spezielle Gelenkbus warte mit großer Wirtschaftlichkeit und – dank Euro-6-Motoren – auch hoher Umweltverträglichkeit auf. Diese Technologie zur Abgasreinigung führe zu einer Verminderung der Stickoxide um annähernd 94 Prozent. „Moderne Linienbusse tragen so deutlich zur Luftreinhaltung in der Stadt bei. Der CapaCity kann bis zu 150 Pkw ersetzen, wenn man bedenkt, dass in einem Privatwagen im Schnitt 1,2 Personen sitzen“, rechnet Grönemann vor.

Und weil das „langs Fuhrwerk“ Platz für bis zu 180 Fahrgäste bietet, steigt die Chance für einen möglichen Dauer-Einsatz in Arnsberg: Vor Ort setzt die RLG neben Standardbussen bereits „normale“ Gelenkbusse ein, um der regen Nachfrage gerecht zu werden. „Doch auf einigen Linien, wie beispielsweise der StadtBus-Linie C1, erreichen auch diese die Auslastungsgrenze“, weiß Verkehrsmanagerin Sudhoff. Daher habe sich die RLG dafür entschieden, den Giganten CapaCity auch in Arnsberg zu testen. Aber wie kommt ein solcher Riesen-Bus in nicht selten engen und kleinen Straßen durch?

Handlich zu steuern

Gut! Trotz seines Wendekreises von knapp 23 Metern (!) sei der ­rollende Riese fast so handlich wie ein Gelenkbus zu steuern, berichten die „Testfahrer/-innen“ der RLG – selbst an „Knackpunkten“ wie Engelbertplatz oder Busbahnhof Neheim. Diese überraschende Wendigkeit sei auf die elektro­hydraulisch gelenkte vierte Achse zurückzuführen, wissen Fachleute. Einer von ihnen ist Bernhard Liley. „Zuerst war ich skeptisch, was das Lenkverhalten und die Übersichtlichkeit angeht. Aber die Sorgen haben sich nicht bestätigt“, berichtet der RLG-Verkehrsmeister über sein Rendezvous mit dem „langs Fuhrwerk“...

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik