Themenkonzert

Ruhrtaler Doppelquartetts singen in der Bürgerschützenhalle

„Us Beste“ bringen ihr „Hefelied“ an den Mann: Den Text „ In jeder Frau steckt ein Stück Hefe“ unterstreichen sie mit eindeutigen Gesten.

Foto: JOCHEM OTTERSBACH

„Us Beste“ bringen ihr „Hefelied“ an den Mann: Den Text „ In jeder Frau steckt ein Stück Hefe“ unterstreichen sie mit eindeutigen Gesten.

Arnsberg.   Themenkonzert „Insieme“ des Ruhrtaler Doppelquartetts gastiert in der Festhalle an der Promenade. Es gab dabei charmante weibliche Verstärkung.

Die zwölf Sänger des Ruhrtaler Doppelquartetts steigen auf die Bühne der Festhalle der Bürgerschützen zu ihrem Themenkonzert „Insieme“. Im Vorbeigehen raunt Willi Erdmann, einer der singenden Urgesteine der Formation, dem Pressetisch zu: „Heute hören Sie Spitzenklasse!“

Als erstes Stück ist „Wir machen Musik“ angekündigt; und das machen die Sänger dann auch mit der wuchtigen Klangfülle ihrer Stimmen, meist begleitet von Stefan ­Hägers virtuosem Klavierspiel. Spontan beeindruckt ihre gesangliche Professionalität die Besucher der proppenvollen Festhalle.

Freche Zwischenansagen

Die rhythmisch flotte Melodie wird dann abgelöst von einer besinnlichen Bearbeitung des Männerchorklassikers „Im Abendrot“ von Franz Schubert. Im weiteren Verlauf wird schnell klar, dass diese Vielfalt der musikalischen Darbietungsformen, der Repertoire-Auswahl und der Stimmungslagen der Stücke das Markenzeichen dieses Konzertes ist. „Wir machen wilde Sprünge“, freut sich dem entsprechend Chorleiter Alfred Spindeldreher. Er hält mit seinen humorvollen, frechen Zwischenansagen die Stimmung im Saal ständig am Kochen, wenn er nicht als Energiebündel mit heftigem Körpereinsatz seine dirigierenden Hände durch die Luft wirbeln lässt, um die Tenor- und Bassstimmen seines Chors zu konzentrierten Höchstleistungen anzufeuern. Den Reigen von traditionellen Chorliedern, Schlagern, Musicals, Volksliedern, Balladen und Liebesliedern aus vielen Epochen und Ländern moderiert Spindeldreher mit seinen kauzigen Informationen und kuriosen Anekdoten. Man erfährt, wie der Mann in den Mond gekommen sei: Der Liebe Gott stellte im Wald sonntags einen holzfällenden Mann zur Rede, warum er am Tag der Ruhe arbeite.

Dieser erklärte, ohne sein Gegenüber zu erkennen, dass es ihm wurscht sei, sonntags oder Mon(d)tags zu arbeiten. Also verbannte ihn Gott auf den Mond und das folgende Lied des Doppelquartetts lobt ihn für seine Licht spendende Arbeit mit der Laterne.

Bekenntnis in der Pause

In der Pause bekennt Alfred Spindeldreher, dass neben der Auswahl der Chorlieder und den intensiven wöchentlichen Proben die Recherchen nach kommentierenden Texten und Anekdoten für ihn sehr wichtig seien. „Nur 20 Lieder in Abfolge zu singen, reißt keinen vom Stuhl. Und wenn ich keine Geschichten finde, denke ich mir eben welche aus.“ Eine aufgelockerte Konzertgestaltung auch mit modernen Liedern sei auch angesichts der Nachwuchssorgen wichtig, besonders jüngere Menschen für den Chorgesang zu begeistern.

In dieses Konzept fallen auch an Blödelei grenzende Umdichtungen: Als Stefan Häger am Klavier die bekannte Melodie „In einem kühlen Grunde“ anstimmt, überrascht der Text: „Aus einem kühlen Grunde, verließ ich meine Frau, denn ich war ständig blau.“ Aus „Guter Mond, du gehst so stille“ wird „Guter Mann, du gehst so ­stille“ – und ein witziger Sketch mit absurden Abenteuern eines spazieren gehenden Mannes illustriert den Nonsens-Text des Chorgesangs.

Getreu dem Motto „Insieme“ (italienisch für „gemeinsam“) zieht vor der Pause Spindeldreher seine Überraschung aus dem Hut, die zwar angekündigt, aber zu einer solchen tatsächlich wird: die Auftritte der sechs Sängerinnen des Chors „Us Beste“ (Infokasten).

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