Ruhrverband

Ruhrverband investiert kräftig in die Kläranlage Wildshausen

Am Klärwerk in Wildshausen (hier ein früheres Leserbild von Martin Niggemann) stehen Investitionen an.

Am Klärwerk in Wildshausen (hier ein früheres Leserbild von Martin Niggemann) stehen Investitionen an.

Foto: Martin Niggemann

Arnsberg.  Insgesamt ist für die Umsetzung der Baumaßnahmen eine Investition von rund sechs Millionen Euro veranschlagt.

Der Ruhrverband beginnt im September mit der Erweiterung der anaeroben Vorbehandlungsstufe und dem Umbau der Rechenanlage auf der Kläranlage Arnsberg-Wildshausen.

Die Erweiterung ist notwendig, weil das seit 1998 in die Kläranlage einleitende Kartonagenwerk des Unternehmens Reno De Medici (R.D.M.) mittelfristig einen Ausbau seiner Produktionskapazitäten plane.

Da bei der Kartonagenproduktion speziellbelastetes Industrieabwasser anfallet, verfüge die Kläranlage Arnsberg-Wildshausen seit dem Jahr 2006 über eine anaerobe Vorbehandlung als zusätzliche Reinigungsstufe. Diese Stufe werde nun um einen neuen sogenannten ICX-Reaktor mit einem Volumen von 329 Kubikmetern ergänzt.

Außerdem würden die beiden vorhandenen Vorversäuerungsreaktoren sowie der Natronlauge-Vorlagebehälter saniert. Die durch die beiden vorhandenen Lockheizkraftwerke erzeugte elektrische Energie liege bei rund 3,8 Millionen Kilowattstunden (kWh) pro Jahr. Damit sei die Kläranlage quasi Energieautark.

Ein deutliche Energiemenge kann dann in das öffentliche Netz eingespeist werden

Durch die vorgesehenen Erweiterungsmaßnahmen könne bei Erreichen der geplanten Produktionssteigerungen der Kartonagenfabrik R.D.M rund 5,1 Mio kWh an elektrischer Energie auf der Kläranlage erzeugt werden. Eine deutliche Menge dieser Energie werde dann in das öffentliche Netz eingespeist.

Auch die Rechenanlage, die das der Kläranlage zufließende Abwasser im ersten Reinigungsschritt durchläuft, werde im Zuge der Bauarbeiten optimiert. Durch den Einbau zweier leistungsfähigerer Lochblechrechen mit acht Millimetern Lochdurchmesser anstelle der veralteten hydraulischen Gegenstromrechen soll die Abscheideleistung der Rechenanlage erhöht und damit die Störanfälligkeit der nachfolgenden Reinigungsstufen vermindert werden.

Damit die hydraulische Leistungsfähigkeit im Zulauftrotz des engeren Rechenabstands erhalten bleibe, werde das Zulaufgerinne entsprechend verbreitert.

Arbeiten sollen im Frühjahr 2021 abgeschlossen sein

Der Ruhrverband hat für die Umsetzung der Baumaßnahmen eine Investition von rund sechs Millionen Euro veranschlagt. Aus dem wettbewerblichen Förderprogramm „STEP up!“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, das Maßnahmen von Unternehmen zur Verbesserung ihrer Stromeffizienz fördert, erhält der Ruhrverband 124.000 Euro.

Nach der für das Frühjahr 2021 geplanten Fertigstellung der Arbeiten wird die Kläranlage Arnsberg-Wildshausen eine Ausbaugröße von 212.375 Einwohner/-innen und Einwohnergleichwerten haben.

Das Einzugsgebiet umfasst nahezu 1700 Hektar, darunter diverse Ortsteile der Stadt Meschede und die Arnsberger Ortsteile Oeventrop und Wildshausen. Außerdem werden hier die Sickerwässer der Deponie Lattenberg und Deponie der ehemaligen Westfälischen Zellstoff AG sowie das Industrieabwasser des in Arnsberg ansässigen Kartonagenwerks von R.D.M. behandelt.

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