Sauerland Herbst

Sauerland Herbst: Tolles Konzert in Arnsberg

Das JugendJazzOrchester NRW überzeugte beim seinem Konzert im Sauerland-Theater Arnsberg auf der ganzen Linie.

Das JugendJazzOrchester NRW überzeugte beim seinem Konzert im Sauerland-Theater Arnsberg auf der ganzen Linie.

Foto: Frank Albrecht

Arnsberg.  War das Publikum von den ersten Darbietungen schon begeistert, so konnte Solo-Trompeter Frederik Köster dieses Gefühl noch einmal steigern.

Zur Halbzeit beim Sauerland Herbst hätte der Abend nicht harmonischer sein können – und das im doppelten Wortsinn:

Im Sauerland Theater fand das aus Warstein-Beleke verlegte Konzert des JugendJazzOrchesters NRW (JJO) mit Solo-Trompeter Frederik Köster statt. 135 Gäste, die verteilt auf den über 500 Plätzen des Hauses ihre Sitze zugewiesen bekommen hatten, verbrachten einen äußerst musikalischen Abend, der bei Jazz-Freunden aus dem ganzen Sauerland und darüber hinaus keine Wünsche offen ließ.

Corona-Regeln taten der Spielfreude des JugendJazzOrchesters NRW keinen Abbruch

Haben sich die Menschen nach über sechs Monaten Corona längst schon an die Erhebung persönlicher Daten, die Desinfektion am Eingang und das längere Warten in einer Schlange gewöhnt, wo wirkte der erste Anblick der Bühne doch etwas ungewöhnlich:

Überall waren die an Roll-Ups befestigten Plexiglasscheiben aufgestellt, die den Mitwirkenden auf der Bühne den entsprechenden Schutz geben sollten. Der Spielfreude der jungen Musiker tat das jedoch keinen Abbruch, und so war auch aus den hinteren Reihen des Theaters genau zu erkennen, welche Leidenschaft sowie Vielseitigkeit sich hinter den Musikern und ihren Instrumenten verbarg.

Sauerland-Theater präsentiert sich in Corona-Zeiten als geeignete Spielstätte

Kristen Minkel aus dem Kulturbüro Arnsberg begrüßte die Gäste und hob noch einmal hervor, dass derzeit jede Veranstaltung eine Ungewissheit darstelle. Sichtlich erleichtert zeigte sie sich aber, das Theater als Gastgeber für den Sauerland Herbst mit einem eigenen Hygienekonzept präsentieren zu können.

Sie sei glücklich, dass dadurch der Auftritt der Musiker erst möglich geworden sei. Daran knüpfte auch Dirigent Stephan Schulze in seiner Begrüßung der Gäste an, der allen Anwesenden empfahl, das rund 100-minütige Konzert ohne einen Gedanken an Corona zu genießen.

Das wurde dem Publikum gleich mit den ersten Tönen des JJO leicht gemacht. So war es am Freitagabend zunächst Gabriel Perez, der als zweiter der aktuell insgesamt drei Dirigenten des Orchesters viel Schwung auf die Bühne brachte. Seine Musikerinnen und Musiker ließen sich die Einladung zu freiem Spiel nicht zwei Mal geben.

Immer wieder wandt sich der Argentinier dabei auch an das Publikum und forderte es auf, Applaus für die Beiträge der Solisten wie für das ganze Orchester zu spenden.

Solo-Trompeter Frederik Köster lässt es richtig krachen

War das Publikum in Arnsberg von den ersten Darbietungen schon begeistert, so gelang es im ersten Durchlauf Solo-Trompeter Frederik Köster, dieses Gefühl noch einmal zu steigern: Vor allem am Flügelhorn stellte der gebürtige Sauerländer sein ganzes Können unter Beweis und überzeugte mit seinen imposanten Interpretationen, die sich harmonisch in das Spiel des gesamten Orchesters fügten.

Mit den Musikerinnen und Musikern des JJO im Hintergrund gelang es, einen nicht enden wollenden Klangteppich in den Raum zu legen, der beim Publikum die erhofften Reaktionen auslöste – starken Applaus und Jubelrufe. „Wir hatten jetzt fast sechs Monate keine Auftritte, dieses Konzert fühlt sich für uns wie eine Premiere an“, beschrieb Thomas Haberkamp, Projektleiter des JJO die Stimmung in der Pause.

„Hier in Arnsberg sind wir auch auf ein sehr aufgeschlossenes Publikum getroffen“

Noch bis kurz vor dem Start habe er für seine jungen Musiker gebangt, ob der Auftritt wegen Corona überhaupt statt finden könne. Um so erleichterter sei man dann gewesen, dass mit einem stimmigen Konzept alles gepasst habe. „Hier in Arnsberg sind wir auch auf ein sehr aufgeschlossenes Publikum getroffen“, lobte Haberkamp.

Und die besten Nachwuchs-Jazzer aus den Wettbewerben „Jugend musiziert“ konnten nach einer Pause in den zweiten 45 Minuten noch einiges drauflegen. Dabei stach die arrangierte Verfremdung der Egmont Ouvertüre von Ludwig von Beethoven, die anlässlich des Beethoven-Jahres gespielt wurde, genauso hervor wie die Interpretation von Bruce Springsteens „Streets of Philadelphia“. Beide Stücke wurden vor allem durch den Gesang von Joshua Tjang-Ayong und Anna Barthel zu etwas Besonderem.

JugendJazzOrchesters NRW spielt sich in die Herzen des ausgehungerten Publikums

Stets sorgten während des Konzertes 18 Musiker aus dem Ensemble des JJO an ihren Instrumenten für den wahren Big-Band-Sound. Mal etwas stiller, mal mit viel Kraft spielten sich alle mühelos bis in die Herzen des kulturell ebenso ausgehungerten Publikums. Das wollte das Orchester auch nach einer laut herbei geklatschten Zugabe noch lange nicht gehen lassen, musste sich aber dann doch den Gegebenheiten im Theater fügen.

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