Sauerland-Museum

Sauerland-Museum: Der Neubautrakt wird pünktlich fertig

Alt- und Neubau: Nach dem Abbau der Gerüste hat der Neubautrakt an der Ruhrstraße viel von seiner Wuchtigkeit verloren.

Alt- und Neubau: Nach dem Abbau der Gerüste hat der Neubautrakt an der Ruhrstraße viel von seiner Wuchtigkeit verloren.

Foto: Wolfgang Becker

Arnsberg.   Die Arbeiten laufen zügig, die große Macke-Eröffnungsausstellung ist unter Dach und Fach. Und der Neubau hat auch so einiges zu bieten.

„Wenn der Maler schon da ist, ist das ein gutes Zeichen.“ Sagt Dr. Jürgen Schulte-Hobein. Damit zeigt sich der Leiter des Sauerland-Museums angesichts der zügig fortschreitenden Arbeiten überzeugt, dass - wie schon der runderneuerte Altbau in 2018 - auch der Neubautrakt pünklich eröffnet werden kann:

Am 1. September mit einer großen August Macke-Ausstellung. Die gute Nachricht für den Steuerzahler: Der Gesamtkostenrahmen von 13,5 Millionen Euro wird gehalten.

Der Termin ist zu halten

„Eine Verschiebung der Eröffnung,“ so Schulte-Hobein, „wäre schon allein aufgrund der Macke-Schau nicht möglich.“ Denn eine solch hochkarätige Ausstellung mit vielen Werken des berühmten, in Meschede geborenen Expressionisten August Macke könne nicht mal eben umterminiert werden.

Weil dessen Bilder für viele Ausstellungen gebucht seien. Nach einem detaillierten Zeitplan, der absolut einzuhalten sei. „Entsprechend aufwändig war daher die Organisation dieser Schau.“ Das auch, weil die Werke des im Ersten Weltkrieg gefallenen Künstlers von unschätzbarem Wert seien, was extrem hohe Sicherheitsaufwendungen erfordere.

Auftretende Probleme konnten schnell gelöst werden

Doch noch ist die Macke-Ausstellung zur Eröffnung des neuen „Kultur- und Museumsforums für Südwestfalen“ die Zukunft, die Arbeiten im modern konzipierten Neubautrakt an der Ruhrstraße die Gegenwart.

Aus Sicht von Schulte-Hobein, seiner Stellvertreterin Dr. Ulrike Schowe und Projektleiter Meinolf Menke aber eine positive. Weil die Arbeiten nahezu exakt nach Plan verlaufen. „Zwar hat es einige kleinere Probleme gegeben,“ so Menke, „doch die haben wir stets lösen können.“

„Nun betreiben wir die Fertigstellung mit aller Macht“

Und nun, versichert der Museumsleiter, „betreiben wir die Fertigstellung mit aller Macht.“ Mit anderen Worten: Die Zielgerade ist erreicht.

Mit aller Macht heißt: Im Neubautrakt wuseln die Handwerker. Aber nicht in der meist für unfertige Bauten üblichen Kälte, sondern bei angenehmen Temperaturen. „Denn das Gebäude wird bereits seit November beheizt ,“ erklärt Jürgen Schulte-Hobein.

Was auch mit der Macke-Ausstellung in Zusammenhang stehe, die eben an Raumklima und -temperaturen ganz besondere Erfordernisse stelle, damit die Exponate keinen Schaden nehmen. Daher waren derartige Ausstellungen im „alten“ Museum auch nicht realisierbar.

Spektakulärer Übergang von der Steinzeit zur Moderne

Der Neubau lässt schon jetzt ahnen, dass der Begriff „Kultur- und Museumsforum für Südwestfalen“ keine Mogelpackung bleiben wird: Allein der Zutritt zum Neubau ist ein spektakulärer Zeitsprung:

Aus der dunklen Steinzeithöhle im Altbau heraus geht es direkt über eine Brückenkonstruktion in die Moderne. Mit fantastischen Ausblicken auf die Neustadt, die drei seitliche und ein wandhohes Panoramafenster ermöglichen.

Komplett barrierefrei

Von der „Brücke“ hinab führen 90 Treppenstufen auf die drei Ebenen des Neubaus mit drei unterschiedlich großen und variabel nutzbaren Ausstellungssälen. „Aber selbstverständlich ist auch der Neubau komplett barrierefrei,“ sagt Ulrike Schowe. „Jede Etage kann bequem mit dem Aufzug erreicht werden.“

„Wir müssen unserem Anspruch gerecht werden“

Wer die Treppe nutzt, der wird sogar dabei noch unterhalten: An den Wänden des Treppenhauses werden digitale Medien installiert, die Zusatzinformationen zu den jeweils laufenden Ausstellungen bzw. Veranstaltungen geben. „Sie fungieren praktisch als Verbindungsglied zwischen den einzelnen Sälen,“ so Schowe.

Die drei Säle (Infobox) sind für Ausstellungen vorgesehen, sollen aber in den „Zwischenzeiten“ mit kulturellen Veranstaltungen unterschiedlichster Art bespielt werden. „Schließlich,“ erläutert Schulte-Hobein „müssen wir unserem Anspruch als Kultur- und Museumsforum gerecht werden.“

Fenster fungieren als architektonisches Stilelement

Übrigens, in allen Sälen wie auch an der Seitenwand der „Brücke“ sind - als sich wiederholendes architektonisches Stilelement - jeweils drei Fenster eingebaut.

„Die in den Ausstellungssälen sind allerdings relativ klein gehalten, damit nicht zu viel Licht einfällt.“ Aus restauratorischen Gründen: Zu starker Lichteinfall kann manche Exponate schädigen.

Rezeption im Altbau

Die Museumsrezeption wird im Altbau, dem „Landsberger Hof“, bleiben und nicht etwa in den Neubau auf Ruhrstraßenniveau verlegt. Damit ist der Zugang nur vom Alten Markt möglich. Schulte-Hobein:

„Das ist ganz bewusst so geschehen. Weil die Museumserweiterung zugleich zur Revitalisierung der Altstadt beitragen soll. Das war Bedingung für die Erteilung der Fördermittel des Landes.“

Nördliche Fassade mit LED-Multimediawand bespielt

Die nördliche Fassade des Sauerland-Museums wird mit einer LED-Multimediawand bespielt. Dies hat jetzt der Kulturausschuss des HSK in seiner jüngsten Sitzung im Blauen Haus so abgesegnet.

Die Multimediawand soll möglichst noch vor der am 1. September geplanten Eröffnung von Neubau und Sonderausstellung „August-Macke - ganz nah“ in Betrieb gehen. Optisches Vorbild ist die Bundeskunsthalle in Bonn, die auf diese Weise auf bedeutende Kulturveranstaltungen in Stadt und Region hinweist.

„Insofern ist diese Präsentation einzigartig“

Konzept und Herangehensweise zur ersten Ausstellung im neuen Museums- und Kulturforum mit 30 Ölbildern, 62 Aquarellen und Zeichnungen sowie elf weiteren Exponaten des Expressionisten August Macke erläuterte Dr. Jürgen Schulte-Hobein im Ausschuss:

„Die Art, wie historische regionale Bezüge zu August Macke und seinem Werk gefunden werden, gab es so noch nicht zu sehen. Insofern ist diese Präsentation einzigartig - Macke eben ganz nah.“

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