Hüstener Schützenfest

Schießmeister sorgen für Sicherheit beim Vogelschießen

Die Schießmeister Jochen Rosenbaum (rechts) und Matthias Levermann (links) beim Vogelschießen 2017, als Tobias Buchmann (Mitte) auf den Geck schoss.

Die Schießmeister Jochen Rosenbaum (rechts) und Matthias Levermann (links) beim Vogelschießen 2017, als Tobias Buchmann (Mitte) auf den Geck schoss.

Foto: Privat

Für Sicherheit beim Vogelschießen sorgen Schießmeister. Die WP sprach mit dem vierköpfigen Team der Hüstener Schützenbruderschaft.

Hüsten. Mit Beginn des Hüstener Schützenfestes wächst die Spannung, wer am dritten Festtag Nachfolger des amtierenden Königs Dirk Fischer wird. Unsere Zeitung möchte nicht über den Namen des neuen Königs spekulieren, aber wir wissen, wer neben den Königsanwärtern stehen wird, die Gewehre lädt und für einen reibungslosen Ablauf des Vogelschießens sorgt. Es sind die „Schießmeister“, die eigentlich „Personen für Stand- und Schießaufsicht“ heißen. In einer neuen Serie stellt unsere Zeitung Schützen quer durch die heimischen Bruderschaften vor, die eine spezielle Aufgabe beim Schützenfest übernehmen. Zum Auftakt geht’s um die Schießmeister in Hüsten.


Schießmeister sind auch Jäger
In der Hüstener Bruderschaft stehen für die Stand- und Schießaufsicht beim Vogelschießen gleich vier Personen zur Verfügung: Carsten Jochheim, Jochen Rosenbaum, Ulrich Neuhaus und Matthias Levermann. Das relativ große Team wurde gebildet, weil mittlerweile Ulrich Neuhaus und Matthias Levermann andere Vorstandsämter übernommen haben. Beim kommenden Vogelschießen lassen sie dem erfahrenen Jochen Rosenbaum und dem als Schießmeister neu ausgebildeten Carsten Jochheim erst mal den Vortritt bei der Schießstandbetreuung. Neuhaus und Levermann ziehen sich aber nicht komplett als Schießmeister zurück und stehen weiter in dieser Funktion (zum Beispiel als Vertretung) zur Verfügung.

Wie wird man nun Schießmeister? „Der Sauerländer Schützenbund bietet eineinhalbtägige Ausbildungskurse an. Ich habe meinen Kurs in Warstein mit anschließender praktischer Prüfung in Meschede absolviert“, berichtet Carsten Jochheim. Für die Teilnahme an einem solchen Kurs ist das Vorliegen eines einwandfreien polizeilichen Führungszeugnisses nötig, weil nur vor dem Gesetz als zuverlässig geltende Personen eine solche Ausbildung machen dürfen.

Jochheims Interesse an der Schießmeister-Aufgabe ergab sich schon durch sein Hobby: Genauso wie seine drei Amtskollegen ist er Jäger und Mitglied des Hegerings Neheim-Hüsten. Insofern haben alle vier Schießmeister umfangreiche praktische Kenntnisse vom Umgang mit einem Gewehr.

Die Aufgaben eines Schießmeisters sind umfangreich, wobei viele dieser Tätigkeiten gewollt unauffällig erledigt werden. „Das oberste Gebot beim Vogelschießen ist die Sicherheit für die schießenden Königsanwärter und die Zuschauer“, berichtet Jochen Rosenbaum. „Die Zuschauer müssen ausreichend Abstand zum Schießstand halten, auch wenn das Vogelschießen in die entscheidende, spannende Phase eintritt. Hier sind genaue Abstände zum Schießstand vorgeschrieben, damit niemand verletzt wird“, betont Matthias Levermann. So ist das Ordnunghalten auf dem Schießplatz eine wesentliche Aufgabe des Schießmeisters. Zum Ordnunghalten gehört es auch, dass ein offensichtlich volltrunkener, torkelnder Mann niemals schießen darf. „Den lassen wir nicht ans Gewehr!“ betonen die Schießmeister.


Zum Schießen einzeln vortreten
Umgekehrt wird das Drängeln der Königsanwärter um ein Gewehr vermieden, weil Aspiraten einzeln zum Podium, wo sich der Schießstand befindet, vortreten müssen. „Einfach am Gewehr stehen bleiben und anderen somit den Weg zum Gewehr versperren - das geht bei uns nicht“,erzählt Jochen Rosenbaum.

Noch bevor am Montagmorgen um 9.30 Uhr das Antreten der Hüstener Schützen erfolgt, um nach der Kranzniederlegung einen neuen König und einen neuen Jugendkönig zu ermitteln, sind Carsten Jochheim und Jochen Rosenbaum schon eine Stunde früher (ab etwa 8.30 Uhr) auf dem Schießplatz, um den Schießstand aufzubauen. „Hier muss sauber gearbeitet werden“, betonen die beiden Schießmeister. Am Schießstand erfolgt die letzte Justierung der beiden Lafetten (Gewehrhalterungen), denn kein Schuss darf neben dem Kugelfang landen. Die arretierten Gewehre müssen absolut standfest montiert sein. Das Laden der Gewehre ist natürlich auch eine wesentliche Aufgabe der Schießmeister. Hier gab es in der Vergangenheit in der Regel keine Probleme. „Natürlich haben wir auch für ausreichend Munition gesorgt“, sagen die Schießmeister zum Schluss.

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