Bürgerschützen Arnsberg

Schützenfest Arnsberg: Samstag lockt ein neues Musikformat

Hauptmann Peter Erb (links) und KÖM-Chef Rolf Horstmann

Hauptmann Peter Erb (links) und KÖM-Chef Rolf Horstmann

Foto: Achim Gieseke

Arnsberg.  Mit einigen Änderungen startet am 6. Juli das Arnsberger Hochfest. So wird die Proklamation der Königin am neuen Ort erfolgen. Ausnahmsweise.

In elf Tagen ruft das Trömmelken zum Schützenfest. Die Stadt ist geschmückt - und die Bürgerschützen sind damit in die Zielgerade der Festvorbereitungen eingebogen. Ein Fest, das mit einigen Neuerungen speziell auch für die jüngere Generation aufwarten wird. Und mit einer in diesem Jahr veränderten Proklamation am Montagabend, da das in der Sanierung befindliche Alte Rathaus dafür nicht zur Verfügung steht.

Nur für die Wetterkommission wird es wohl noch einige Arbeit geben. „Denn diese Temperaturen brauchen wir in der nächsten Woche nicht,“ sagt Hauptmann Peter Erb und stellt vorsichtshalber schon einmal Marscherleichterungen in den Raum. „Schließlich sollen ja auch alle Spaß haben.“

Der Samstagabend des Schützenfestes wird besonders offensiv beworben

Die große Freude der Bürgerschützen auf das Arnsberger Hochfest könne man schon seit einiger Zeit überall in der Stadt sehen, so Peter Erb in der traditionellen Vorab-Pressekonferenz.

Denn nach der sogenannten Kritiksitzung im Nachklang des letzten Schützenfestes habe man sich entschieden, das Fest bereits erheblich früher zu bewerben und damit stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken.

„Denn normalerweise steigt die Feststimmung immer erst knapp vor Beginn, das wollten wir nun ändern.“ Und zwar durch eine punktuelle Werbung bereits ab Mai.

Aufwändiges Musikformat soll Samstagabend viele neue Gäste und junge Menschen anziehen

Speziell heraus bei diesem deutlich früheren Start ragt der Schützenfestsamstagabend mit einer besonders offensiven Bewerbung.

„Denn dessen Gestaltung,“ erklärt Peter Erb, „stellt sich schon etwas anders dar.“ Mit einem sehr aufwändigen Musikformat, das gerade die jüngere Generation ansprechen soll.

Die Top-Gruppe „Soundpark“ - sie beherrscht alle Facetten der Partymusik - spult dann nämlich nicht ein festes Programm herunter, sondern die insgesamt sieben MusikerInnen fahren ein völlig anderes, ein publikumsabhängiges Konzept:

Sie reagieren spontan mit wechselnden Instrumenten, Protagonisten und Stücken auf die Altersstruktur des Publikums. „Wir sind selbst gespannt, was da passieren wird. Aber wir sind überzeugt, dass das hervorragend ankommen wird,“ ist sich der Hauptmann sicher. Zudem rechne man so auch mit deutlich mehr Besuchern.

Auch das offizielle Helene Fischer Double rockt die Bühne

In den Auftritt der Gruppe Soundtrack am Samstagabend eingebettet liegt noch ein ganz besonderer Höhepunkt: Victoria, das offizielle Helene Fischer Double, wird für etwa 45 Minuten die Bühne rocken und „atemlos“ die Stimmung im Zelt und auf der Festwiese Promenade weiter anheizen.

Mit diesem Konzept, eine Band mit einem Liveact zu verbinden, so Peter Erb, habe die 4. Kompanie bei den Nachfeiern stets gute Erfolge verbuchen können. An die die Bürgerschützengesellschaft nun nahtlos anknüpfen wolle.

Deshalb habe man mit dem Bewerben auch sehr früh begonnen: „Wenn man einen anderen Weg einschlagen will, um neue Gäste zu gewinnen, muss man das auch deutlich vorher sagen.“

Änderung wurde von „Donnerstags live“ abgeleitet

Die Idee, das Musikformat des Samstagabends zu verändern, sei von der erfolgreichen Reihe „Donnerstags live“ abgeleitet worden. „Wir haben uns gefragt, warum dort stets so viele Menschen teilnehmen, die wir nie auf dem Schützenfest sehen.“

Die Recherchen, sagt Erb, hätten ergeben, dass diese große Gruppe zwar von Musik und Festplatz begeistert sei, aber kein Interesse für reine Coverbands und Marschmusik zeige. „Und darauf reagieren wir nun mit einem aufwändigen musikalischen Angebot.“

Der Samstagnachmittag dagegen bleibe davon völlig unberührt. Dieser stehe weiterhin ganz im Zeichen der Kommunikation. „Man steht zusammen, unterhält sich und trifft alte Freunde wieder.“

Proklamation der Königin im Blauen Haus

Aber es gibt noch weitere Änderungen: Die gravierendste, weil jedem sofort erkennbar, ist die Proklamation der neuen Königin. Traditionell erfolgt diese im Rittersaal beziehungsweise vor großem Publikum am Fenster des Alten Rathauses am Alten Markt.

Doch in diesem Jahr machen dem die Sanierungsarbeiten im Rathaus einen Strich durch die Rechnung: Schauplatz der Proklamation wird so ausnahmsweise das gegenüberliegende Blaue Haus mit Blauem Saal und die Fensterfront im ersten Stock.

Unkomplizierte Lösung: „Das ist eine tolle Geste des Museumsteams“

„Das ist eine tolle Geste des Museumsteams,“ freut sich Peter Erb über diese problemlos auf kleinem Dienstweg erzielte unkomplizierte Lösung.

Der Ausmarsch des neuen Königspaares - Königskompanie ist die „Zweite“ - erfolgt anschließend über den Museumshof. Es geht dann um den Maximilianbrunnen herum, damit sich Kapellen und Kompanien in den Festzug einreihen können. Der Zapfenstreich läuft dagegen unverändert ab.

Neuer Claim neben dem traditionellen Wappen

Weitere Neuerungen: Bislang haben die Bürgerschützen bei Publikationen und Werbung allein auf das traditionelle Wappen gesetzt. „Für Schützenereignisse ist es hervorragend geeignet, aber bei allen anderen Veranstaltungen wie einem Schlagerabend ist das schon etwas schwieriger.“

Deshalb habe man nun neben dem Wappen einen neuen und frischen „Claim“ für Marketing und Werbung entwickelt, „weil man sich bei manchen Dingen damit leichter tut.“

So prangen nun auf allen Veröffentlichungen in einem stilisierten Kästchen mit schwarzem Rähmchen auch die Worte: „Arnsberger.Bürger.Schützen.Feiern.Feste. Tradition seit 1608“. Erb: „Diese frei kombinierbaren Worte sagen alles, wofür wir Bürgerschützen stehen. Nämlich auch für Tradition, schließlich fühlen wir uns schon ein bisschen als Institution in der Stadt“.

Bürgerschützen auch fleißig auf Facebook und Instagram unterwegs

Zudem setzen die Bürgerschützen weiterhin auf die Sozialen Medien mit eigenen Auftritten - auch der Jungschützen - bei Facebook und Instagram. „Wir wollen so noch für mehr Aufmerksamkeit sorgen und auch junge Generationen so besser erreichen,“ erklärt Rolf Horstmann als Chef der Kommission für Öffentlichkeitsarbeit und Marketing (KÖM).

Doch nun wird vom 6. bis 8. Juli erst einmal Schützenfest gefeiert. „Und dazu laden wir alle ganz herzlich ein,“ freut sich Hauptmann Peter Erb auf ein heiteres und friedliches Miteinander. Wenn die Wetterkommission ihre Arbeit ordentlich macht.

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