Segelfluggelände

Segelfluggelände: Ausschuss setzt der Verwaltung Frist

Die Fläche im Alten Feld ist formaljuristisch derzeit immer noch als Segelfluggelände und Notlandefeld gelistet..

Die Fläche im Alten Feld ist formaljuristisch derzeit immer noch als Segelfluggelände und Notlandefeld gelistet..

Foto: Ted Jones

Arnsberg.  Noch vor dem 23. Juni soll endlich zu dem schon seit einem Jahr geplanten Bürger-Workshop eingeladen werden.

Druck für die Verwaltung vom Bezirksausschuss Arnsberg auch in Sachen Folgenutzung Segelfluggelände im Alten Feld. Aus zweierlei Gründen:

Weil dafür noch immer keine konkreten Pläne aus dem Rathaus vorliegen und weil bislang noch immer nicht - wie gewünscht - zu einem entsprechenden Bürger-Workshop zwecks umfassender Meinungsbildung eingeladen worden ist.

„Zu lange auf die lange Bank geschoben“

Denn die Zeit dränge, werde doch der neue Landschaftsplan Anfang 2020 offengelegt und Ende 2020 im Kreistag verabschiedet. Und damit könnte sich je nach Planfestlegung das Thema komplett erledigen - weil der Landschaftsplan nach aktuellem Stand auf dem Fluggelände allein eine Wiese vorsieht.

„Das Ganze wurde in der Verwaltung zu lange auf die lange Bank geschoben. Dabei waren wir uns alle einig,“ machte Thomas Wälter (Grüne) seinem Unmut Luft, „dass wir hier schnell rangehen müssen.“ Und da die Verwaltung nicht in die Gänge komme, habe man schließlich eigene Pläne entwickelt und zur Diskussion gestellt.

Seit einem Jahr wird auf Bürger-Workshop gewartet

Eigene Pläne entwickelt, das haben - wie mehrfach berichtet - zunächst die Grünen, dann CDU und SPD. Letztere mit einem großen Entwurf für die gesamte Ruhrschleife. Zudem liegt eine Idee aus der Bevölkerung vor - von Thomas Havestadt.

Auch der bislang ausgebliebene Bürger-Workshop - vor guten einem Jahr von Ausschuss und Verwaltung gemeinsam vorgeschlagen - sorgt in der Politik für Verärgerung. „Denn der liegt uns sehr am Herzen. Aber wir warten darauf schon seit einem Jahr,“ so Ausschussvorsitzende Marie-Theres Schennen (CDU).

Schennen: „Wir brauchen jetzt endlich Klarheit“

Und daher werde man sich nun auch nicht mehr vertrösten lassen. „Vor unserer Sondersitzung am 23. Juni muss jetzt ein Termin feststehen.“ Von dieser Frist ließ sich der Ausschuss auch nicht durch den Hinweis aus dem zuständigen Fachbereich abbringen, dass dort derzeit ein gewisser Personalengpass bestehe.

Denn das Zeitproblem wird durch die bevorstehende Festlegung des Landschaftsplanes für Arnsberg massiv. Und dort ist, sagte Schennen, das Segelfluggelände bislang als Wiese ausgeflaggt. „Was bedeutet das für unsere Überlegungen? Wir brauchen jetzt endlich Klarheit.“

Hahnwald: „Wir verbauen uns viele Möglichkeiten“

Denn sei der Landschaftsplan erst einmal in Stein gemeißelt, könne eine Nutzungsänderung für das Areal möglicherweise abgeschrieben werden.

Deshalb steht für Thomas Wälter fest: „Kommen wir jetzt nicht in die Socken, passiert da in den nächsten drei Jahren nichts mehr.“ Was auch Jens Hahnwald für die SPD so formulierte. „Wir verbauen uns sonst viele Möglichkeiten für das Gelände.“

Modellflugverein möchte Probebetrieb durchführen

In diesem Zusammenhang wurde auch über einen Antrag des derzeit heimatlosen „Modellflugclubs Spreiberg“ diskutiert, der auf einem 250 mal 80 Meter großen Teilstück der Fläche gerne einen Probebetrieb mit elektrisch betriebenen, geräuschlosen Modellflugzeugen bis fünf Kilo Gewicht angehen würde.

Doch nach Einschätzung des Fachdienstes Umwelt ist dies unter anderem aus Naturschutzgründen - das Segelfluggelände grenzt an ein FFH-Gebiet und ist im Entwurf des Landschaftsplanes als Naturschutzgebiet vorgesehen - ohne weitere Voruntersuchungen nicht möglich. Letztlich zuständig sei jedoch die Untere Landschaftsbehörde, also der Hochsauerlandkreis.

Aussschuss empfiehlt Kontaktaufnahme mit dem HSK

Nach teils emotionaler Debatte empfiehlt der Ausschuss: Stadt und Verein sollen Kontakt mit dem Kreis aufnehmen, um einen solchen Probebetrieb zu ermöglichen. „Dann,“ so Marie-Theres Schennen, „könnten wir uns als Ausschuss im Rahmen eines Ortstermins selbst ein Bild vom Modellflugbetrieb machen.“

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